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    Würzburg

    Warum in der Region Würzburg  Pflanzenbeobachter gesucht werden

    Wie wirkt sich die Witterung auf die Vegetation aus? Und welche Gesetzmäßigkeiten ergeben sich daraus? Diesen Fragen geht der Deutsche Wetterdienst nach.
    Auch Obstbäume (im Bild Apfelblüten) gehören zu den Beobachtungsobjekten von Pflanzenbeobachtern.
    Auch Obstbäume (im Bild Apfelblüten) gehören zu den Beobachtungsobjekten von Pflanzenbeobachtern. Foto: Karl-Josef Hildenbrand, dpa

    Man braucht schon etwas Zeit und vor allem viel Liebe zur Natur – dann hat man zwei wesentliche Voraussetzungen erfüllt, um Pflanzenbeobachter zu werden. Und für diese Aufgabe gibt es Bedarf: Der Deutsche Wetterdienst sucht in Würzburg und Umgebung ehrenamtliche Pflanzenbeobachter, hat Leserin Petra Mehling aus Höchberg per Zufall im Internet entdeckt. In der Stadt Würzburg, in Burggrumbach, Waldbüttelbrunn und Winterhausen werden derzeit ehrenamtliche "phänologische Beobachter*Innen" gesucht, bestätigt Anja Engels, Betreuerin der ehrenamtlichen Beobachter beim Deutschen Wetterdienst (DWD), auf Anfrage der Redaktion.

    Es geht um Gesetzmäßigkeiten im Wachstumsablauf der Pflanzen

    Was aber ist Phänologie? Sie befasst sich mit Entwicklungserscheinungen in der Natur, die im Jahresverlauf periodisch wiederkehren. "Die Phänologie untersucht die Entwicklung der Pflanzen und Tiere im Jahresablauf, indem sie die Eintrittszeiten auffälliger Erscheinungen notiert. Bei Pflanzen sind das beispielsweise Daten für Blattentfaltung, Blüte oder Fruchtreife und bei Tieren Daten für periodische Wanderungen oder bestimmte Verhaltensweisen zur Fortpflanzung", erläutert Engels. Über die reine Beobachtung hinaus, versucht die Phänologie die Gesetzmäßigkeiten im periodischen Wachstumsablauf zu ergründen. Sie erforscht also auch die Zusammenhänge zwischen der biologischen Rhythmik und den Umwelteinflüssen, insbesondere den Witterungs- und Klimaverhältnissen, so Engels weiter.

    Diese Beobachtungen fließen in das sogenannte phänologische Grundnetz des DWD ein, das Aussagen über die Auswirkungen der Witterung auf die Vegetation erlaubt und von ehrenamtlichen Pflanzenbeobachtern getragen wird. "Es sind Idealisten und Naturliebhaber, die während der gesamten Vegetationsperiode die gefragten Daten der Pflanzenentwicklung notieren", meint die Fachfrau. Ein Teil der Ehrenamtlichen sei für diese Aufgabe bereits beruflich prädestiniert, z.B. als Landwirt, Gärtner, Biologe, Pflanzenschutzberater, Biologielehrer oder Forstbediensteter.

    Andere Beobachter arbeiten sich engagiert in die für sie neue schwierige Materie ein. Allen gemeinsam sei das Interesse am Umweltgeschehen und das Wissen um die heimische Flora. Die phänologischen Beobachter werden von Mitarbeitern der Abteilung Agrarmeteorologie telefonisch und schriftlich betreut und erhalten regelmäßig das Phänologie-Journal.

    Für den Zeitaufwand gibt es eine Entschädigung

    Eine persönliche Einweisung der Beobachter durch Bedienstete des DWD erfolgt nicht. Arbeitsgrundlage für die ehrenamtlichen Beobachter ist die ausführliche "Anleitung für die phänologischen Beobachter des Deutschen Wetterdienstes", in der die Pflanzen sowohl von ihrer Biologie als auch von den Hauptanforderungen an die Umwelt, den Boden und die Kultur beschrieben werden.

    Für die Erhebung der Beobachtungsdaten bekommen die ehrenamtlichen phänologischen Beobachter eine jährliche Aufwandsentschädigung von 250 Euro bei einem Zeitaufwand von rund 200 Stunden pro Jahr. In Aub, Erlach und Gerbrunn sind derzeit schon phänologische Beobachter aktiv. Weitere werden für die Stadt Würzburg, Burggrumbach, Waldbüttelbrunn und Winterhausen gesucht.

    Bewerben kann sich jeder unter www.dwd.de.

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