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    Würzburg

    Würzburg: Mahnwache im Gedenken an Hiroshima und Nagasaki

    Vertreter von zehn Würzburger Organisationen fordern von der Bundesregierung die Unterzeichnung des Atomwaffenverbotsvertrags der UNO.
    Bei einer gemeinsamen Mahnwache forderten Vertreter von zehn Würzburger Gruppierungen und Organisationen von der Bundesregierung unter anderem, den Atomwaffenverbotsvertrag der Vereinten Nationen zu unterzeichnen.
    Bei einer gemeinsamen Mahnwache forderten Vertreter von zehn Würzburger Gruppierungen und Organisationen von der Bundesregierung unter anderem, den Atomwaffenverbotsvertrag der Vereinten Nationen zu unterzeichnen. Foto: Silvia Gralla

    Zwei Tage nach der Enthüllung eines Streetart-Kunstwerks an der Mozart-Schule ist in Würzburg noch einmal an die beiden Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki erinnert worden. Bei einer gemeinsamen Mahnwache forderten Vertreter von zehn Würzburger Gruppierungen und Organisationen von der Bundesregierung unter anderem, den Atomwaffenverbotsvertrag der Vereinten Nationen zu unterzeichnen.

    Vor 75 Jahren, am 6. und 9. August 1945, fielen die US-amerikanischen Atombomben auf die beiden japanischen Städte und kosteten mindestens 200 000 Menschen das Leben. Zum Gedenken an die Opfer auf dem Domvorplatz aufgerufen hatten der Florakreis, Pax Christi Diözesanverband Würzburg, Ökopax, die Linke, die Deutsche Friedensgesellschaft, Greenpeace, der Weltladen, der DGB-Kreisverband und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, etwa 30 Menschen beteiligten sich.

    Ökopax: gefahr eines Atomkrieges ist gewachsen

    Der Blick ging dabei nicht nur in die Vergangenheit: "Wenn wir heute hier stehen, dann nicht nur im Gedenken an dieses Verbrechen und seine Opfer, sondern auch, weil die Gefahr eines Atomkriegs wieder deutlich gewachsen ist", betonte Thomas Schmelter von Ökopax. Er erinnerte daran, dass die seit 1947 tickende "Doomsday Clock" (Weltuntergangsuhr) des US-Wissenschaftsmagazins "Bulletin of the Atomic Scientists" im Januar dieses Jahres auf 100 Sekunden vor zwölf Uhr gestellt wurde – so nahe an Mitternacht und damit am symbolischen Weltuntergang wie niemals zuvor. Dabei wird allerdings auch der Klimawandel berücksichtigt.

    Mehr als 13 000 Atomwaffen gibt es weltweit, der nukleare Ersteinsatz gehört weiterhin zur Strategie der Nato, und auch in Deutschland sind nach dem Konzept der nuklearen Teilhabe weiterhin Atomwaffen der Amerikaner stationiert. Zwar hat der Bundestag bereits 2010 mit großer Mehrheit beschlossen, dass alle Atomwaffen aus Deutschland verschwinden sollen, "aber die Bundesregierung möchte von diesem Beschluss nichts mehr wissen", kritisierte Schmelter.

    "Wir müssen endlich aus dem atomaren Szenario aussteigen, auch wenn es den Amerikanern nicht passt."
    Thomas Schmelter, Ökopax

    Der Abzug aller Atomwaffen aus Deutschland und Europa müsse wieder auf die Tagesordnung, forderte der Ökopax-Sprecher: "Wir müssen endlich aus dem atomaren Szenario aussteigen, auch wenn es den Amerikanern nicht passt." Deswegen müsse Deutschland den 2017 von der UNO-Vollversammlung beschlossenen internationalen Vertrag für ein weltweites Verbot von Atombomben ratifizieren.

    In einem Vortrag sprach Arnold Köpcke-Duttler davon, die Ächtung des Krieges mit einem Atomwaffenverbot zu verbinden. Er forderte eine atomwaffenfreie Zone für ganz Mitteleuropa nach dem Vorbild von Afrika, Südostasien und Südamerika: "Das sollten wir in Angriff nehmen", sagte Köpcke-Duttler.

    Er wünscht sich außerdem ein Würzburger "Mahnmal gegen atomare Vernichtgunsmittel". Das Wandgemälde der beiden Künstler Andreas Demko und Daniel Ebert in der Hofstraße sei "auf dem Weg dahin ein wichtiges Zeichen."

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