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    Würzburg

    Zurück in den Gottesdienst: Wie sich die Gemeinden vorbereiten

    Ab Montag sind Gottesdienste in Bayern wieder erlaubt. Allerdings nur unter bestimmten Auflagen. Auch in Unterfranken wird sich für Gottesdienstbesucher einiges ändern.
    Wochenlang blieb auch der Würzburger Dom leer. Ab kommender Woche dürfen wieder Gottesdienste stattfinden. Dafür gelten aber bestimmte Auflagen.
    Wochenlang blieb auch der Würzburger Dom leer. Ab kommender Woche dürfen wieder Gottesdienste stattfinden. Dafür gelten aber bestimmte Auflagen. Foto: Silvia Gralla

    Mehrere Wochen lang konnten in Bayern aufgrund der Corona-Pandemie keine gemeinsamen Messen gefeiert werden, die Kirchenbänke blieben zwangsläufig leer. Ab Montag nun sind Gottesdienste und gemeinsame Gebete wieder erlaubt. Allerdings, so die Vorgabe der Staatsregierung, gelten dafür einige Auflagen.

    Die Gottesdienstbesucher müssen während der Veranstaltung eine Maske tragen und innerhalb von geschlossenen Räumen mindestens zwei Meter Abstand einhalten. Außerdem darf der Gottesdienst nicht länger als eine Stunde dauern. Darüber hinaus haben die Kirchen und Religionsgemeinschaften eigenen Schutzkonzepte entwickelt.

    Schutz der Gläubigen hat Priorität

    Aus Sicht des Würzburger Bischofs Franz Jung ist die Feier des Gottesdienstes "ein Grundvollzug von Kirche". Trotzdem sei das Wichtigste der Schutz der Gläubigen, teilte Jung in einem Dekret mit. Vorerst könne es im Bistum deshalb nur Wort-Gottes-Feiern und Andachten ohne Kommunionspende geben. Außerdem dürfen Gottesdienste nur in Kirchen stattfinden, deren Bankreihen von zwei Seiten aus zugänglich sind.

    Am Eingang soll es außerdem Einlasskontrollen geben, so Jung. Wie viele Menschen an einem Gottesdienst teilnehmen können, sei abhängig von der Größe der Kirche und den örtlichen Gegebenheiten. Deshalb müsse jede Kirchengemeinde einen Sitzplan erstellen. Auch das gemeinsame Singen werde wegen der möglichen Tröpfcheninfektion auf ein Minimum reduziert. 

    "Es wird schon einiges anders sein, als sonst", sagt Gisela Bornowski, evangelische Regionalbischöfin des Kirchenkreises Ansbach-Würzburg. Auch in der evangelischen Kirche hänge es vor allem von den einzelnen Gemeinden und den örtlichen Gegebenheiten ab, wie die Gottesdienste ab kommender Wochen aussehen können. Bornowski hält die Erlaubnis, Gottesdienste zu feiern, für einen Schritt in die richtige Richtung: "Die Menschen sehnen sich gerade danach, in einer Kirche Gemeinschaft erleben zu können." Gerade für Ältere seien Gottesdienste eine wichtige Gelegenheit, um soziale Kontakte zu pflegen.

    Trotzdem sei es wichtig, mit Bedacht vorzugehen, betont die Bischöfin: "Wir ermutigen die Gemeinden auch, eigene Entscheidungen zu treffen - zum Beispiel wenn in einer Kirche die Sicherheit nicht gewährleistet werden kann." Sollten in der eigenen Gemeinde ab Montag noch keine Gottesdienste stattfinden, seien digitale Angebote auch weiterhin eine gute Alternative.

    Jüdische Gottesdienste erst ab Mitte Mai

    Mit besonders viel Vorsicht begegnet die jüdische Gemeinde Würzburg und Unterfranken den Lockerungen in der Corona-Pandemie. "Wir werden noch ein bisschen warten mit dem Beginn der Gottesdienste", kündigt Josef Schuster, der Vorsitzende der Gemeinde, an. Hintergrund sei, dass vor allem ältere Menschen, die besonders durch das Coronavirus gefährdet sind, religiöse Veranstaltungen besuchen. Erste Gottesdienste seien für die zweite Maihälfte geplant.

    Für gläubige Menschen sei die Rückkehr eines gewissen religösen Lebens allerdings auch für die seelische Gesundheit von Bedeutung, sagt Schuster, der seit 2014 Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland ist. Digital übertragene Gottesdienste seien für traditionelle Juden nur bedingt eine Ausweichmöglichkeit - an jüdischen Feiertagen dürfen die Gläubigen keine elektronischen Geräte nutzen. "Fernsehübertragungen fallen also weg."

    Muslimische Gemeinde verteilt Masken

    Für Shergil Ahmad Khan, Imam der muslimischen Ahmadiyya-Gemeinde in Würzburg, kommt die Möglichkeit, wieder gemeinsam zu beten, genau zum richtigen Zeitpunkt. Denn vor gut einer Woche ist der muslimische Fastenmonat Ramadan angebrochen. "Beim Beten zu Hause kommt bei mir einfach nicht dasselbe Gefühl auf, wie gemeinsam mit anderen in der Moschee", sagt Khan.

    Allerdings stehe auch für seine Gemeinde die Sicherheit der Mitglieder an oberster Stelle. Ein eigens gegründetes Komitee habe sich darum gekümmert, notwendige Schutzmaßnahmen auszuarbeiten, sagt der Imam: "Ab sofort werden wir beim Beten nicht mehr Schulter an Schulter stehen, sondern Abstand halten." Außerdem bemühe sich die Gemeinde, allen Gläubigen, die ohne Maske zur Moschee kommen, einen Mund-Nasen-Schutz zur Verfügung zu stellen.

    Gottesdienstübertragungen im Mai
    Die Übertragung der nichtöffentlichen Gottesdienste aus dem Würzburger Kiliansdom auf TV Mainfranken wird im Mai fortgesetzt. Das geplante Programm: Samstag, 2. Mai: Maiandacht von 11 bis 12 Uhr; Sonntag, 3. Mai: von 10 bis 11 Uhr; ab 4. Mai dann Übertragungen jeweils am Mittwoch und Freitag von 11 bis 12 Uhr sowie sonntags von 10 bis 11 Uhr. Am  Donnerstag, 21. Mai, ist Gottesdienst zu Christi Himmelfahrt von 10 bis 11 Uhr; am 31. Mai  Pfingstsonntagsgottesdienst von 10 bis 11 Uhr. Mittwochs und freitags werden die Gottesdienste jeweils um 21 Uhr auf TV Mainfranken wiederholt. Im Internet laufen alle Feiern auf der Bistumshomepage www.bistum-wuerzburg.de , auf www.bibeltv.de sowie der Facebookseite des Bistums.
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