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    Kailua-Kona

    Aus und vorbei: Weltmeister Lange gibt in Hawaii auf

    Ironman in Hawaii
    Patrick Lange fährt auf seinem Fahrrad. Foto: David Pintens/BELGA/dpa

    Patrick Lange krümmte sich über seinem Lenker. Das Gesicht voller Leiden. Er rollte noch mal ein paar Meter auf dem Standstreifen, dann stieg er vom Rad. Nichts ging mehr. Der zweimalige Weltmeister hat beim Ironman auf Hawaii vorzeitig aufgegeben.

    Er hatte in der ohnehin kurzen Nacht vor dem Rennen Fieber bekommen. Am Morgen vor dem Rennstart sei alles wieder gut gewesen, berichtete sein Manager Jan Sibbersen beim Hessischen Rundfunk.

    Doch im Rennen stoppte sein Körper den Eisenmann. „Ihm ist plötzlich schwindelig und schwarz vor Augen geworden. Wenn man einen Blackout für zwei drei Sekunden hat, ist es gefährlich. Da gibt es keine Option mehr”, berichtete Sibbersen.

    Deswegen verließ Lange rund 70 Kilometern seine Aeroposition, bremste abrupt ab und fuhr plötzlich rechts ran. Auf einem nahe gelegenen Parkplatz wurde sein Rad eingepackt und er stieg auf den Beifahrersitz eines Pkw, während auch schon das Medical Car angefahren kam. Wenig später war Lange bereits mit seiner Frau auf dem Rückweg in die Unterkunft.

    Lange wollte nach seinem 3. Platz 2016 und seinen Triumphen 2017 und 2018 den WM-Hattrick schaffen. Und nun das. „Die Enttäuschung ist groß, das wird auch noch ein bisschen dauern. Es gibt nur einen Tag, an dem es um alles geht, und wenn es an dem einen Tag nicht geht, muss man noch mal 364 Tage warten”, betonte Langes Manager.

    Dabei war Lange super in das Rennen gestartet. Er konnte beim Schwimmen über 3,86 Kilometer Schwimmen im Pazifik mit deutlichem Wellengang völlig überraschend mit der Spitze mithalten. Er war mit lediglich neun Sekunden auf den zweimaligen Champion und Schwimmzweiten Jan Frodeno an Land gekommen.

    Auf der insgesamt 180,2 Kilometer langen Radstrecke lief es zunächst auch noch ordentlich für Lange. Der Rückstand auf die stärkeren Radfahrer hielt sich bei äußerst kräftezehrenden Bedingungen mit heftigem Wind in Grenzen. Dann stieg Lange auf einmal aus. Seine Laufstärke konnte er beim abschließenden Marathon nicht mehr ausspielen.

    Damit setzte sich eine Serie von Enttäuschungen für Lange in diesem Jahr fort. Nach seinem Sieg bei einem Rennen über die halbe Ironman-Distanz zu Saisonbeginn in Vietnam, war das Heimrennen bei der Ironman-EM in Frankfurt/Main durch ein Reifenschaden und Magenprobleme zu einem schweren Rückschlag geworden. Auch bei der Halb-Ironman-EM in Nizza rund einen Monat vor Hawaii war Lange chancenlos geblieben. Vor einem Jahr hatte er in Kailua-Kona noch als erster überhaupt die WM in unter acht Stunden gewonnen.

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