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    Berlin

    Bundesliga wünscht sich mehr Geld und weniger TV-Anbieter

    Hasan Salihamidzic
    Hasan Salihamidzic ist der Sportdirektor des FC Bayern. Foto: Tobias Hase/dpa

    Mit jedem TV-Vertrag der UEFA steigt in der Fußball-Bundesliga die Spannung. Denn bald will auch die Deutsche Fußball Liga die neue Milliarden-Euro-Ausschreibung starten.

    „Ich bin auch sehr gespannt, was passieren wird”, sagte Bayern-Sportdirektor Hasan Salihamidzic der Deutschen Presse-Agentur. Die Europäische Fußball-Union UEFA hat vorgelegt und dabei auch neue Partner präsentiert. Die Live-Spiele der Champions League laufen ab 2021 bei Amazon und - nach offiziell nicht bestätigten Berichten - bei DAZN; der Großteil der unterklassigen Europapokal-Wettbewerbe beim RTL-Streamingangebot TV Now.„Dass die Champions-League-Rechte so verteilt worden sind, war überraschend”, fand nicht nur Salihamidzic.

    Die meisten Bundesligisten rechnen bei der Bundesliga-Ausschreibung mit mehr Geld, aber eine Zunahme der Anbieter lehnen sie ab. Das ergab eine dpa-Umfrage in der Liga. „Eine mögliche weitere Erhöhung der Einnahmen darf nicht gleichzeitig dazu führen, dass wir zahlreiche Fußballfans verlieren, weil sie beispielsweise nur mit dem Abschluss von drei Abonnements alle Bundesligaspiele verfolgen können”, kommentierte Oliver Mintzlaff, Vorstandschef beim Tabellenführer RB Leipzig.

    Salihamidzic sagte: „Alle Bundesliga-Clubs würden sich freuen über mehr Geld. Wichtig ist aber auch, an den Fan zu denken.” Ähnlich argumentierte Stefan Reuter, Manager des FC Augsburg: „Grundsätzlich würden wir uns im Sinne der Fans wünschen, dass die Übertragungen bei einem Sender zu sehen sind, damit man nicht verschiedene Abos benötigt.”

    Derzeit sind Abos des Pay-TV-Senders Sky und des kostenpflichtigen Internet-Anbieters DAZN notwendig, um alle Live-Spiele der Bundesliga sehen zu können. Wann genau die neue Ausschreibung beginnt, ist noch offen. Bekannt ist, dass die Deutsche Fußball Liga (DFL) die Verträge im Sommer abgeschlossen haben will.

    Die Bundesliga-Verantwortlichen beobachten das Geschehen aufmerksam und sehen es überwiegend wie Bayer Leverkusens Sportdirektor Simon Rolfes: „Der TV-Markt ändert sich extrem, analoges Fernsehen gerät - nicht nur im Sport - allmählich ins Hintertreffen.” Neben DAZN, Amazon und TV Now hat zuletzt auch die Telekom mit der EM 2024 ein großes Rechtepaket von der UEFA gekauft.

    Für die Bundesliga forderte Rolfes: „Man sollte allerdings bemüht sein, nicht vollständig ins Bezahl-Segment abzudriften wie bereits in der Champions League.” Der Leverkusener sagte: „In Deutschland ist das frei empfangbare Fernsehen noch immer ein hohes Kulturgut. Dem sollten wir weiterhin Rechnung tragen.”

    Ähnlich formulierte es Michael Preetz: „Wir sind alle grundsätzlich gut beraten, wenn so viele Menschen wie möglich auch den großen Fußball sehen können. Und das so unkompliziert wie möglich.” Aber der Hertha-Geschäftsführer wies darauf hin, „dass sich auch in der TV-Welt die Technologie in den vergangenen Jahren enorm entwickelt hat. Es gibt nicht mehr nur die klassischen Übertragungswege Kabel und Satellit, sondern heute auch durch schnelles Internet viel mehr neue Plattformen, die in den Fußball-Markt drängen.” Preetz forderte angesichts der vielen unterschiedlichen Anbieter in den verschiedenen Wettbewerben: „Wir sollten da den Fan wirklich nicht überfordern.”

    Ganz explizit plädierte Max Eberl für die Klassiker im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. „Rituale im Leben und im Fußball sind wichtig. Da gibt es ein paar wie die 'Sportschau' oder das 'Sportstudio'”, sagte der Gladbach-Manager: „Diese Rituale müssen wir erhalten. Das sind Anker, die du in dieser verrückten Welt brauchst.”

    Der bisher bekannte Rahmen lässt das grundsätzlich zu. Für die Live-Spiele sind allerdings auch der Verkauf von vier Paketen an mehrere Pay-Anbieter möglich. Noch ist die Ausschreibung der Spielzeiten 2012/22 bis 2024/25 jedoch nicht veröffentlicht, die DFL noch in Abstimmung mit dem Kartellamt.

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