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    FUSSBALL: BUNDESLIGA

    Köllner fehlen seine Spieler schon jetzt

    Vermisst seine Spieler schon jetzt: Club–Trainer Michael Köllner (links) mit Hanno Behrens und Georg Margreitter nach de... Foto: Daniel Karmann, dpa

    Dass der 1. FC Nürnberg nun wieder Fußball-Bundesligist ist, äußert sich auf verschiedene Art und Weise. Trainer Michael Köllner etwa kann sich vor Einladungen aller Art kaum retten. Einer Priesterweihe will er trotz seiner Religiosität eher nicht beiwohnen, aber wenigstens den Eintrag ins Goldene Buch seiner Heimatgemeinde Fuchsmühl in der Oberpfalz „irgendwann schaffen“. Die Nürnberger Zeitungen erschienen am Donnerstag mit einer fetten Aufstiegsbeilage, der kleine Medienraum am Valznerweiher war zur Saison-Abschlusspressekonferenz gesteckt voll.

    Als Köllner von einem letzten, intimen Abendessen mit den Spielern, Betreuern und deren Partnerinnen im obersten Stock des Nürnberger Versicherungstowers am Mittwochabend nach Hause fuhr, habe er realisiert: „Die Saison ist jetzt wirklich vorbei.“ So viele tolle Momente habe er erlebt, dass die kommenden sieben Wochen ohne seine Spieler „eine harte Zeit“ werden dürften. „Wenn wir nur Achter geworden wären, hätte es nichts daran geändert, wie gut wir zusammengearbeitet hätten“, behauptete der Trainer.

    Bis zu seinem persönlichen Urlaubsantritt in einer Woche – an seiner Rundreise „Auf den Spuren Jesu“ hält er trotz der unruhigen politischen Lage in Israel fest – soll zumindest feststehen, ob Torwart Thorsten Kirschbaum, Außenverteidiger Laszlo Sepsi und Flügelflitzer Tobias Werner, der vom VfB Stuttgart ausgeliehen ist, beim Club bleiben dürfen. Mit den Namen erster Verstärkungen konnte Sportvorstand Andreas Bornemann noch nicht aufwarten. Die Sommerpause ist ungewöhnlich lang, zudem bringt die Weltmeisterschaft den Spielermarkt zusätzlich in Bewegung. „Vielleicht werden für uns am Ende Spieler möglich, die wir jetzt noch gar nicht sehen“, sagte Bornemann. Zum Trainingsstart am 2./3. Juli dürfte der Nürnberger Kader also längst noch nicht komplett sein.

    Das Gerippe des Kaders steht

    Das Gerippe steht aber, und Köllner hofft, dass dann alle bisherigen Dauerverletzten dabei sind und die Vorbereitung komplett absolvieren können. Sebastian Kerk, der sich im ersten Saisonspiel das Kreuzband gerissen hatte, konnte freilich noch gar nicht mit der Mannschaft trainieren und verzichtete wegen seiner Reha auch auf die Abschlussfahrt der Profis nach El Arenal (Mallorca), die am Donnerstag startete. Patrick Erras und Dennis Lippert müssen noch einmal in die Reha-Klinik nach Donaustauf. Sein Trainingslager wird der Club wie schon 2017 im Südtiroler Natz (27. Juli bis 5. August) aufschlagen. Mit weiteren Abgängen nach Kevin Möhwald (Werder Bremen) rechnet Bornemann nicht. Eduard Löwen und sein Berater hätten zu verstehen gegeben, dass sie die Heimat des Spielers weiter beim FCN sehen würden.

    Am Spielstil der Mannschaft mit viel Ballbesitz und Flachpassspiel will Köllner im Oberhaus festhalten. Dabei fühlt er sich der Tradition verpflichtet. Der FCN habe die Fans über viele Jahrzehnte mit seiner Spielkultur begeistert. Zudem verstehe er Fußball auch ein Stück weit als Unterhaltung. Die letzten fünf Nürnberger Saisonspiele hätten verständlich gemacht,„warum der Fußball die Massen begeistern kann und der Club für viele Menschen ein Schwerpunkt ihres Lebens ist“. Allerdings werde es angesichts der Klasse mancher Gegner in der Bundesliga auch darauf ankommen, das Umschalt- und Konterspiel zu vervollkommnen. „Selbst bei den Standards, die in der letzten Saison eine unserer Stärken waren, müssen wir noch mal zulegen“, sagte der Trainer.

    Sein Ausblick war dennoch so selbstbewusst, wie Michael Köllner nun mal ist: „Die Bundesliga kann sich auf den 1. FC Nürnberg freuen – so wie wir uns auf die Bundesliga freuen.“

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