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    NÜRNBERG

    Club bringt sich um Lohn für starken Auftritt

    Fussball - 2. Bundesliga - 1. FC Nuernberg - 1. FC Heidenheim
    Der heftige Nackenschlag für den 1. FC Nürnberg: Stefan Schimmer (1.FC Heidenheim/Mitte) erzielt den Ausgleich zum 2:2 – der eigentlich verdiente Club-Sieg ist dahin. Foto: Heiko Becker

    Johannes Geis ging es wie den Club-Fans unter den 27 444 Zuschauern am Freitagabend: Er verstand die Welt nicht mehr. Trotz einer 2:0-Führung gegen den 1. FC Heidenheim musste sich der 1. FC Nürnberg am Ende mit einem 2:2-Unentschieden begnügen.

    „Es ist bitter für uns, dass wir das Ding noch aus der Hand gegeben haben, weil wir sehr ordentlich gespielt haben und mit Leidenschaft dabei waren. Aber am Ende schlafen wir zwei Mal“, sagte Geis, der die 2:0-Führung beigesteuert hatte.

    Präzise Ballstaffetten

    Dass Robin Hack per Kopf schon nach 33 Sekunden zum ersten Abschluss kam, wirkte wie ein Signal – und nicht nur für den Flügelflitzer selbst, der bis zur seiner Auswechslung der beste Mann auf dem Platz war. So präzise Ballstafetten wie in der ersten Halbzeit hat man vom Club in dieser Saison noch nicht zu sehen bekommen. Die mit sieben Neuzugängen angetretene Mannschaft scheint verstanden zu haben, was Trainer Damir Canadi von ihr will. Sie agierte zum ersten Mal wie aus einem Guss – selbstbewusst, mit hohem Tempo und starkem Gegenpressing.

    Der Schock, dass das vermeintliche Führungstor durch Hack nach Videobeweis nicht zählte, wurde verdaut. Der Schweizer Michael Frey war bei seinem vorangegangenen Schuss, den Heidenheims Torwart Kevin Müller nur abklatschen konnte, im Abseits gestanden (19.).

    Dovedan mit Köpfchen

    Nürnberg überstand danach eine Serie von vier Heidenheimer Eckbällen schadlos, dann klappte es doch mit dem 1:0. Und zwar per Kopfball-Duett: Der bullige Frey verlängerte einen Abstoß von Torwart Christian Mathenia in den Lauf von Nikola Dovedan, der den Ball im Netz unterbrachte (30.). Jubeln wollte Dovedan nicht, schließlich hatte er die letzten beiden Jahre in Heidenheim gespielt. Durch zwei Kopfbälle von Hanno Behrens (35., 45.), der wie Fabian Nürnberger in die Startelf gerückt war, und einen Dovedan-Versuch (36.) hätte der Club bis zur Pause schon nachlegen können. Trotzdem gab es dankbaren Applaus beim Kabinengang.

    Heidenheim wurde in der zweiten Hälfte stärker, aber kam dank der aufmerksamen Nürnberger Defensive nicht so richtig zur Entfaltung. Ein Flankenball von Kapitän Marc Schnatterer, der auf der Latte tanzte, blieb bei allem Engagement lange die gefährlichste Szene der Gäste (65.). Deutlich mehr Durchsetzungskraft hatte der Club, aber es mangelte nach guten Kombinationen lange am Abschluss.

    Geis trifft erneut

    Bis Johannes Geis ein Tor gelang, das noch um einiges spektakulärer war als sein Siegtreffer fünf Tage zuvor gegen Osnabrück. Volley donnerte der Herrscher im defensiven Mittelfeld einen zu kurz abgewehrten Ball aus 17 Metern zunächst an den Innenpfosten, vom Rücken von Torwart Müller sprang der Ball dann zum 2:0 ins Netz (70.). Heidenheim schien geschlagen, die Moral der Mannschaft von Trainer Frank Schmidt aber war ungebrochen und der Club ließ sich unerklärlicherweise noch die Butter vom Brot nehmen. Niklas Dorsch überraschte mit seinem Schuss zum 1:2 Torwart Mathenia (82.), keine drei Minuten nutzte der eingewechselte Stefan Schimmer nach feinem Schnatterer-Pass den Nürnberger Kollektivschlaf zum 2:2-Ausgleich (84.). Beiden Treffern ging ein Einwurf voraus, ein Zeichen der Vermeidbarkeit.

    Dennoch gratulierte Trainer Damir Canadi seiner Mannschaft in der Kabine zu ihrer Leistung. Die Richtung stimmt – nur das Punktekonto, mit dem der Club in die Länderspielpause geht, kann nicht zufrieden stellen.

    Hans Strauß

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