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    Dank Thommy: Fortuna holt ersten Liga-Sieg unter Rösler

    Supersprinter
    Erik Thommy führte Düsseldorf zum Auswärtssieg. Foto: Patrick Seeger/dpa

    Erik Thommy hatte nicht einmal mitbekommen, dass er von Nationalspieler Luca Waldschmidt verzweifelt verfolgt wurde.

    Der Offensivspieler von Fortuna Düsseldorf wusste auch nicht, dass seine Mannschaft bei seinem Tor zum 2:0-Endstand in Überzahl agierte, weil Freiburgs Nicolas Höfler in die Kabine gerannt war. Bei seinem Vollsprint mit Ball über mehr als das halbe Spielfeld hatte der 25-Jährige nur eines im Kopf: „Ich hatte dann 70, 80 Meter die freie Wiese vor mir und wollte dann unbedingt das Tor machen. Das war ein Tor des Willens”, sagte Thommy nach dem verdienten Sieg beim SC Freiburg. Es war der erste Bundesliga-Erfolg für Düsseldorfs Coach Uwe Rösler, der sich besonders über Thommys Treffsicherheit freute.

    „Seit ich hier bin, hat er drei oder vier Tore gemacht, er ist unser Torjäger im Moment”, sagte der 51-Jährige. Thommys „Usain-Bolt-verdächtiger Sprint” („Süddeutsche Zeitung”) stand sinnbildlich für vieles, was an diesem 23. Spieltag im Schwarzwald-Stadion passiert war. Den Düsseldorfern war dank einer engagierten Leistung fast alles gelungen, Freiburg dagegen machte fast alles falsch. Dass Höfler beim Gegentor in der Kabine war, weil er einen Tapeverband bekommen musste, „passte natürlich genau”, monierte ein sichtlich angesäuerter SC-Trainer Christian Streich, der seinem Team „zu wenig Durchsetzungsfähigkeit” attestierte.

    Bei der Fortuna erfüllte sich dagegen das, was sich Rösler erhofft hatte. Der Coach hatte keinen schönen Sieg von seiner Mannschaft sehen wollen, sondern einfach einen Sieg. Egal wie. Und den hat er bekommen. „Das war vielleicht nicht attraktiv, das war nicht sexy, aber das war erfolgreich”, sagte er. „Das wollte ich sehen, nicht nur, dass wir gut spielen, sondern dreckig gewinnen.” Dank der ersten drei Punkte im vierten Anlauf unter Rösler baute der Tabellen-16. den Vorsprung auf Werder Bremen auf dem ersten direkten Abstiegsplatz auf drei Punkte aus. Nun steht die Fortuna vor richtungsweisenden Wochen im Abstiegskampf.

    Am Freitag kommt zunächst Hertha BSC nach Düsseldorf, anschließend spielt Röslers Mannschaft gegen den FSV Mainz 05, den SC Paderborn und anschließend im Derby beim 1. FC Köln - allesamt Konkurrenten im Kampf um den Klassenverbleib. Mit Blick auf das Spiel gegen die Hertha sieht der scheidende Sportvorstand Lutz Pfannenstiel die Fortuna schon mal gewappnet. Er wisse, dass in Berlin derzeit „viel Unruhe herrscht und Chaos herrscht, das bei uns eben nicht herrscht”, sagte gebürtige Bayer. „Bei uns ist es ruhig.”

    Von Nils Bastek, dpa

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