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    FUSSBALL: ZWEITE LIGA

    Der Club als Muster an Effizienz

    Hannover 96 - 1. FC Nürnberg
    Der Kapitän schreit seine ganze Freude raus: Hanno Behrens nach dem von ihm erzielten zweiten Nürnberger Treffer. Foto: dpa/Peter Steffen

    Beide sind Bundesliga-Absteiger, aber weder Hannover 96 noch der 1. FC Nürnberg konnten mit ihrem Abschneiden nach der Rückkehr in die Zweite Liga bisher zufrieden sein. Umso überraschender war der klare Ausgang des direkten Duells der beiden Sorgenkinder am Montagabend vor 26 800 Zuschauern. Der FCN sorgte mit seinem stolzen 4:0 (3:0)-Erfolg dafür, dass er wieder Tuchfühlung zur Tabellenspitze hat.

    Die klaren Worte von Trainer Damir Canadi nach den verschenkten Punkten in den vergangenen Woche haben offenbar Früchte getragen. Um die 96er und Trainer Mirko Slomka wird es nach der fast schon verpatzten Saison hingegen nun sehr unruhig werden.

    So effektiv, wie der FCN die erste Halbzeit gestaltete, hat man die Nürnberger schon lange, lange Zeit nicht mehr gesehen. Hannover machte das Spiel, der Club aber aus drei Chancen drei blitzsaubere Tore. Schon der Auftakt in der HDI Arena geriet nach Maß. Eine Freistoßflanke von Johannes Geis legte Michael Frey mit dem Kopf quer zum Tor auf den zweiten Pfosten, wo der anstürmende Innenverteidiger Georg Margreitter den Schädel hinhielt und den Club schon in der dritten Spielminute in Führung brachte.

    Schrecksekunden

    Hannover versuchte nach diesem Schock mit zunehmendem Erfolg, das Spiel in den Griff zu bekommen. Zweimal kam die Club-Defensive ins Schwitzen. Margreitter warf sich in einen Schuss von Marvin Ducksch, den der dribbelstarke Japaner Genki Haraguchi bedient hatte, und verhinderte den möglichen Ausgleich (13.). Und Innenverteidiger-Kollege Asger Sörensen brachte noch den Fuß dazwischen, als Ex-Clubberer Cedric Teuchert durchgebrochen schien (18.).

    Planvolle Entlastung gelang Nürnberg in dieser Phase selten, aber aus heiterem Himmel das zweite Tor. Und wieder war ein Kopfball-Duett erfolgreich. Die überlegte Flanke von Tim Handwerker verlängerte Robin Hack vors Tor, wo sich Kapitän Hanno Behrens mit allem, was er hatte, in den Ball hechtete, und auf 0:2 stellte (26.). Hannover versuchte, sich nichts anmerken zu lassen, rannte sich aber immer wieder fest.

    Und tatsächlich schaffte der Club fast mit dem Pausenpfiff durch einen blitzsauberen Konter auch noch das dritte Tor. Nach Lukas Jägers Ballgewinn gelang Behrens ein feiner Pass in den Lauf von Hack. Der U-21-Nationalspieler ließ noch zwei Gegenspieler aussteigen, schloss dann kühl und gekonnt ab, Hannovers Torwart Ron-Robert-Zieler war erneut machtlos (45.). Natürlich begleitete die Gastgeber ein gellendes Pfeifkonzert in die Kabine.

    Frisches Selbstvertrauen

    Wie würde der Club mit dem ungewohnten Vorsprung umgehen? Wozu war Hannover noch in der Lage? Das waren die beiden Fragen für die zweite Spielhälfte. Nun, allzu viel passierte nicht mehr. Nürnberg sorgte mit frisch erworbenem Selbstvertrauen für ein offenes Spiel und brachte den zweiten Auswärtssieg der Saison nach dem Auftakt-1:0 in Dresden sicher nach Hause. Hannover fehlte es nach bereits drei vorangegangenen Heimspielen ohne einen Sieg an der Überzeugung, wie das Spiel noch zu drehen wäre. Dennoch war der blasse Auftritt des prominent besetzten Teams in den zweiten 45 Minuten nicht zu entschuldigen. Als Teuchert dann doch einmal zum Abschluss kam, warf sich Margreitter wiederum in die Schussbahn (61.).

    Der Vorarlberger krönte den für ihn großen Abend, als er eine Geis-Ecke – natürlich wieder per Kopf – zu seinem zweiten Tor verwertete (84.). Mit Margreitter, der bisher häufig nur Ersatz gewesen war, und Sörensen, der nach seiner Verletzungspause zurückkehrte, sollte Trainer Canadi nun die Innenverteidigung für die nächsten Wochen gefunden haben. Auch die Gegentor-Flut ist erst einmal gestoppt.

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