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    Basketball

    Die Baskets schreiben Geschichte

    Gegen die Bakken Bears landet s.Oliver Würzburg im Rückspiel einen souveränen 86:70-Erfolg und zieht ins Halbfinale des Fiba EuropeCup-Wettbewerbs ein.
    Große Freude nach dem Einzug ins Halbfinale: Die Mannschaft bedankt sich bei  MVP Jordan Hulls.
    Große Freude nach dem Einzug ins Halbfinale: Die Mannschaft bedankt sich bei MVP Jordan Hulls. Foto: Heiko Becker

    Der Traum vom Titel im Fiba EuropeCup-Wettbewerb lebt für Basketball-Bundesligist s.Oliver Würzburg weiter. Am Mittwochabend bezwangen die Baskets vor annähernd 2000 Zuschauer in der heimischen s.Oliver Arena den dänischen Meister Bakken Bears nach einer phasenweise begeisternden Vorstellung auch in dieser Höhe verdient mit 86:70 (47:36). Nach Addition mit der 75:76-Hinspielniederlage vergangenen Mittwoch in Aarhus stehen die Unterfranken damit unter den besten vier von einst 32 gestarteten Teams. Im Halbfinale treffen sie auf Pallacanestro Varese aus Italien, die sich mit 72:57 gegen Filou Ostende durchsetzten.

    „Im Halbfinale eines europäischen Wettbewerbs stehst du nicht alle Tage. Auch wenn es nicht die EuroLeague ist, hier sind auch viele gute Mannschaften dabei, viele nationale Titelträger, starke Teams aus Russland oder Italien. Insofern sind wir stolz und glücklich, weiter dabei zu sein, aber wir wollen mehr“, resümierte Cheftrainer Denis Wucherer. Geschäftsführer Steffen Liebler pflichtete bei: „Das ist ein Riesen-Erfolg für die Mannschaft. Wir hatten die denkbar schwerste Auslosung für die K.o.-Runde. Saratov war das zweitbeste Team der Zwischenrunde, die Bakken Bears die beste Mannschaft der ersten Gruppenphase. Die beiden ausgeschaltet zu haben, ist einfach eine klasse Sache.“

    Jordan hat alle mitgerissen, auch die, denen nach dem Start das Herz ein bisschen in die Hose gerutscht war.
    Baskets-Coach Denis Wucherer

    Dabei lief es anfangs zunächst gar nicht rund für die Gastgeber, vor allem defensiv bekamen sie keinen Zugriff auf die enorm treffsicher beginnenden Dänen. Gerade mal die Hälfte des ersten Viertels war gespielt, da lagen die Baskets bereits zweistellig zurück (9:19). Wucherer nahm eine Auszeit, wechselte Jordan Hulls ein – und der US-Guard tat das, was er am besten kann: acht Punkte markierte er binnen weniger als 120 Sekunden, traf dabei zwei Dreier und brachte sein Team damit quasi im Alleingang wieder in Schlagdistanz. „Jordan hat alle mitgerissen, auch die, denen nach dem Start das Herz ein bisschen in die Hose gerutscht war. Und dann war auch die Intensität da, die anfangs gefehlt hat“, lobte Wucherer den 28-jährigen „Sniper aus Indiana“, der am Ende mit 19 Punkten zum wiederholten Mal bester Werfer der Partie war.

    Die Mannschaft von s.Oliver Würzburg bedankt sich bei ihren Fans nach dem Einzug ins Halbfinale mit (von links): Felix Hoffmann, Brad Loesing, Philipp Hadenfeld, Cameron Wells, Johannes Richter, Joshua Obiesie, Devin Oliver, Gabriel Olaseni, Jordan Hulls, Florian Koch, Xavier Cooks, Skyler Bowlin und Mike Morrison. 
    Die Mannschaft von s.Oliver Würzburg bedankt sich bei ihren Fans nach dem Einzug ins Halbfinale mit (von links): Felix Hoffmann, Brad Loesing, Philipp Hadenfeld, Cameron Wells, Johannes Richter, Joshua Obiesie, Devin Oliver, Gabriel Olaseni, Jordan Hulls, Florian Koch, Xavier Cooks, Skyler Bowlin und Mike Morrison.  Foto: Heiko Becker

    Weil die Gäste aber zunächst auch weiter hochprozentig trafen, gingen sie mit einer knappen 27:23-Führung in die erste Viertelpause, bauten die dann sogar noch mal auf 31:23 aus – ehe die Baskets endgültig den Schalter umlegen sollten: Flügelspieler Florian Koch sorgte mit beherztem Zug zum Korb zunächst für den Ausgleich (33:33/15.), ehe Xavier Cooks im folgenden Angriff per Dunking die erste Führung für die Hausherren erzielen sollte – die sie im weiteren Spielverlauf auch nicht mehr abgaben. Spätestens als Hulls einen Dreier mit Foul und auch den anschließenden Bonus-Freiwurf versenkte (41:35/17.), deutete sich an, dass die Würzburger das nächste Kapitel ihrer Erfolgsgeschichte auf internationalem Parkett schreiben würden.

    Auch nach der Halbzeit souverän

    Bis zur Halbzeitpause hatten sie den Vorsprung bereits in den zweistelligen Bereich geschraubt. Und auch nach Wiederbeginn ließ die Heim-Fünf zu keinem Zeitpunkt mehr Zweifel daran aufkommen, wer als Sieger dieses Duell beenden würde. Zwei Minuten vor Spielende war der Vorsprung bis auf 83:63 angewachsen. „Wir haben über die gesamten 80 Minuten gut genug verteidigt, um offensiv starke Dänen zu schlagen. Zu was sie in der Lage sind, hat man im ersten Viertel gesehen. Aber über drei Viertel heute und weite Strecken im Hinspiel haben wir das sehr ordentlich unterbunden. Das war entscheidend“, so Wucherer in seiner Viertelfinal-Analyse.

    Koch richtete bereits den Blick nach vorne: „Jetzt ist alles drin für uns. Wir haben gezeigt, dass wir auch in einem Do-or-Die-Spiel bestehen und unsere Leistung abrufen können.“ Sprach?, und mischte sich wieder in die siegestrunkende Mitspieler-Traube, die sich von den Fans ausgelassen feiern ließ. „Die Euphorie hier in der Halle nehmen wir noch mit, aber viel mehr mit feiern ist nicht. Am Samstag wollen wir in in Jena nachlegen“, warf der am Dienstag 27 Jahre alt gewordene Koch den Blick bereits auf die anstehende Aufgabe in der Liga.

    Die Statistik des Spiels
    Fiba EuropeCup, Viertelfinale, Rückspiels.Oliver Würzburg – Bakken Bears : (23:27, 24:9, 25:19, 12:12)

    Für Würzburg spielten: Hulls 19/4 Dreier, Olaseni 11, Koch 9/1, Oliver 8 (9 Rebounds), Wells 8, Richter 8, Cooks 8, Bowlin 7/1, Obiesie 5/1, Morrison 3, Hoffmann, Hadenfeldt. 

    Beste bei Bakken: Diouf 15/1, Ongwae 15/3, Martin 13, Carberry 12/2.

    Rebounds: 43 – 35
    Treffer aus dem Feld: 34/67 (51 %) – 26/70 (37 %)
    Dreierquote: 7/17 (41 %) – 7/28 (25 %)
    Freiwürfe: 11/13 (85%) – 11/14 (79 %)
    Größte Führung: 20 (83:63) – 10 (19:9).
    Schiedsrichter: Branko Lozanov (Serbien), Srdan Dozai (Kroatien), Kerem Baki (Türkei).
    Zuschauer: 1989.

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