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    Frankfurt / Main

    Die Transgender-Richtlinien des IOC

    IOC
    Das Internationale Olympische Komitee hat 2016 neue Transgender-Richtlinien verabschiedet. Foto: Martial Trezzini/KEYSTONE7dpa

    Darin hat das IOC empfohlen, dass soweit wie möglich sichergestellt wird, „dass Trans-Athleten nicht von der Teilnahme an sportlichen Wettbewerben ausgeschlossen werden”. Um einen fairen Wettstreit zu sichern, werden laut diesen Richtlinien „keine anatomischen Veränderungen als Voraussetzung für die Teilnahme” oder eine Hormontherapie mehr verlangt.

    Frauen, die sich für die Männlichkeit entscheiden, dürfen danach grundsätzlich und ohne Restriktionen in Männerkonkurrenzen starten. Diejenigen, die von einem Mann zu einer Frau wechseln, können nach dieser IOC-Regeln nur unter den folgenden Bedingungen an Frauen-Wettbewerben teilnehmen: Nach dem Identitätswechsel kann in Bezug auf einen Start bei einer Sportveranstaltung das Geschlecht vier Jahre lang nicht wieder geändert werden.

    Außerdem muss die Athletin nachweisen, dass ihr Testosteronspiegel mindestens zwölf Monate vor einem Start unter 10 Nanomol pro Liter liegt, um vermeintlich keinen Vorteil in einem Frauen-Wettbewerb zu haben. Dies ist auch der entscheidende Punkt dieser IOC-Empfehlungen und der Klage von 800-Meter-Olympiasiegerin Caster Semenya vor dem Internationalen Sportgerichtshof gegen eine „Testosteron-Regel” des Leichtathletik-Weltverbandes.

    Die IAAF will für Läuferinnen, die auf Distanzen von 400 Metern bis eine Meile starten, einen Testosteron-Grenzwert von fünf Nanomol pro Liter einführen. Frauen, die höhere Werte aufweisen, sollen diesen durch die Einnahme von Hormonpräparaten dauerhaft senken. Für die IAAF ist dies eine Maßnahme, den fairen Wettbewerb zu garantieren, für Semenya ein Akt der Diskriminierung ihrer Weiblichkeit.

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