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    Dortmund verschenkt nächsten Sieg - „Sehr, sehr bitter”

    SC Freiburg - Borussia Dortmund
    Freiburgs Christian Günter (l) und Dortmunds Achraf Hakimi (r) im Laufduell um den Ball. Foto: Patrick Seeger/dpa

    Marco Reus blieb äußerlich ruhig - dabei war der Ärger nach dem dritten vergebenen Bundesliga-Sieg in Serie nach dem 2:2 gegen den SC Freiburg verständlicherweise groß.

    „Die zwei Punkte fehlen uns natürlich, ganz klar”, sagte der Kapitän nach einem Spiel, in dem Borussia Dortmund zwei Mal geführt und am Ende wie zuvor schon gegen Frankfurt und Bremen trotzdem nicht gewonnen hatte. „Es ist sehr, sehr bitter.”

    Statt den Patzer des FC Bayern München bei dessen Heimniederlage gegen 1899 Hoffenheim (1:2) zu nutzen und nach Punkten gleich zu ziehen, ermöglichte Dortmund den stolzen Freiburgern zumindest für ein paar Stunden den Sprung auf Rang zwei der Tabelle als Belohnung für den besten Saisonstart der Vereinsgeschichte. Auch der neue DFB-Präsident Fritz Keller dürfte sich am Tag seiner offiziellen Verabschiedung aus Freiburg darüber besonders gefreut haben - so wie SC-Trainer Christian Streich. „Ich bin sehr, sehr glücklich über die Leistung.”

    Die Stimmung in der Dortmunder Kabine war dagegen entsprechend mies, berichtete Sebastian Kehl: „Enttäuschung ist natürlich da und dann fällt natürlich auch das ein oder andere Wort”, sagte der Leiter Lizenzspieler. Einige Profis wurden von Sicherheitsleuten aus dem Stadion begleitet.

    Dortmund hat bis zum Borussen-Duell mit Mönchengladbach nach der Länderspielpause nun zwei weitere Wochen vor sich, in der die Debatten um Mentalität und verschenkte Punkte nicht aufhören werden. Schuld daran sind vor allem die Liga-Gegentore Nummer zehn und elf. Erst traf Luca Waldschmidt vor seiner Abreise zur Nationalmannschaft zum 1:1 (55. Minute), dann erzwang der eingewechselte Freiburger Vincenzo Grifo aus spitzem Winkel das Eigentor von Manuel Akanji in der 90. Minute.

    Die Treffer von Axel Witsel (20.) und Achraf Hakimi (67.) waren so nur noch ein Drittel wert. „Das ist ein echtes Problem momentan bei uns, das ist klar. Wir müssen wissen, dass wir bis zur letzten Sekunde spielen. Das ist schwer für uns zu akzeptieren”, klagte Trainer Lucien Favre. Gefragt nach den Gründen für die erneut vergebenen Punkte wollte Favre nicht ins Detail gehen. „Es sind ein paar Sachen, taktisch, Antizipation. Viele Sachen, Details, die machen den Unterschied.”

    Sein Kollege Christian Streich dagegen hat eine der entspanntesten Länderspielpausen seiner Bundesliga-Karriere vor sich. Musste Freiburg hinter vorgehaltener Hand mit dem Vorwurf leben, die vielen Punkte ja vor allem gegen schwächere Konkurrenten geholt zu haben, boten die Breisgauer nun auch einem Champions-League-Teilnehmer durchgehend Paroli.

    „Ich stehe ja nicht im Verdacht, dass ich zu viel lobe. Aber die Mannschaft hat in der zweiten Halbzeit eine Leistung gezeigt, auch die individuelle Leistung, die war herausragend”, sagte er und gab den Spielern zwei trainingsfreie Tage. „Ich glaube dieses Unentschieden, auch wenn das Tor glücklich war, war hochverdient. Aufgrund der Leistung waren wir auf Augenhöhe mit Dortmund.”

    Von Maximilian Haupt und Nils Bastek, dpa

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