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    London

    Furiose Frau bis protzender Proll: Die Lehren der Darts-WM

    Fallon Sherrock
    Dartsspielerin Fallon Sherrock wird auf Welttournee gehen. Foto: Tess Derry/PA Wire/dpa

    Unfassbare Präzision an der Scheibe, verrückte Fans im Publikum - die Darts-WM hat die Zuschauer an den Fernsehschirmen drei Wochen lang verzückt.

    Über 800 Mal warfen die 96 Spieler im Londoner Alexandra Palace die Maximalpunktzahl von 180, von der Hobby-Spieler meist ein Leben lang träumen. Das wichtigste Turnier der Welt bot große Emotionen, nicht für möglich gehaltene Sensationen und zum Abschluss sogar einen fast handfesten Streit. Die Deutsche Presse-Agentur listet die Lehren und Erkenntnisse der WM auf.

    DIE PALASTKÖNIGIN: Ihr furioser Lauf schaffte es in die Geschichtsbücher. Die Engländerin FALLON SHERROCK hat mit dem ersten Sieg einer Frau bei einer WM für weltweite Aufmerksamkeit gesorgt. Doch damit nicht genug: Wenige Tage später schlug sie auch noch Österreichs Weltklassespieler Mensur Suljovic und erreichte die dritte Runde. Der Weltverband PDC vermarktet die Sensation so gut wie irgendwie möglich. Die alleinerziehende Friseurin darf im kommenden Jahr auf Welttournee, wird in den USA, Neuseeland und auch in Deutschland spielen. Ihre Teilnahme an der Frauen-WM an diesem Samstag hat sie abgesagt, nachdem kurzfristig die Preisgelder gekürzt wurden.

    RUGBY-RÜPEL: Viel hat nicht gefehlt, und es wäre auf der großen Bühne im „Ally Pally” zu einem handfesten Eklat gekommen. Der frühere Rugby-Profi GERWYN PRICE jubelte einmal so überschwänglich mit der Faust in Richtung seines Rivalen Peter Wright, dass kurzzeitig eine Eskalation befürchtet werden musste. Muskelprotz Price musste sich aber trotz großspuriger Ansagen und provokanter Posen vorzeitig aus dem Turnier verabschieden, er verpasste das Traumfinale gegen Primus Michael van Gerwen. Seine Pleite gegen Wright kam überraschend, schließlich hatte der Protz aus Wales einen „6:0-Sieg” angekündigt. Eine Erklärung für das Aus hatte er schnell, er machte die von Wright herausgestreckte Zunge verantwortlich. „Ich habe mich danach nie wohlgefühlt und es hat mich angepisst. Ich war ab diesem Punkt Müll und es hat mich einen Platz im WM-Finale gekostet”, wütete Price. Stunden später versöhnte sich das Duo.

    DIE DEUTSCHEN: Deutschlands Nummer eins MAX HOPP gilt als großer Hoffnungsträger für die kommenden Jahre, hat den erneuten Durchbruch bei der WM aber verpasst. Der Hesse verlor in Runde drei gegen Litauens Außenseiter Darius Labanauskas und ließ damit eine für ihn günstige Auslosung leichtfertig ungenutzt. Für mehr Begeisterung sorgte derweil Debütant NICO KURZ, der nacheinander die Engländer James Wilson und Joe Cullen besiegte und mit seinem Sprung in Runde drei mehr als zufrieden war. 2020 stehen erneut einige große Events in Deutschland an, unter anderem die Team-WM in Hamburg oder die Europameisterschaft in Dortmund.

    NÄCHSTE GENERATION: Jung, schlank und selbstbewusst: Niemand verkörpert den Generationswechsel am Darts-Board so sehr wie der Engländer NATHAN ASPINALL. Der 28-Jährige erreichte zum zweiten Mal in Serie das WM-Halbfinale und verkündete bei Sport1: „Wir haben Hunger. Wir wollen das Geld, und wir wollen die Titel. Wir haben keine Angst mehr vor den großen Namen, vor den Arrivierten.”

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