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    HANDBALL

    Trauer um Ex-Handballnationalspieler Jens Tiedtke

    Der frühere Großwallstädter Handballer Jens Tiedtke (vorn) ist mit 39 Jahren gestorben. Archivfoto: Anders

    An diesem Donnerstag (10. Oktober) wäre er 40 Jahre alt geworden. Doch Jens Tiedtke erlebt seinen runden Geburtstag nicht mehr. Der frühere Handball-Nationalspieler (64 Länderspiele) und langjährige Bundesliga-Kreisläufer des TV Großwallstadt ist Anfang Oktober im Alter von 39 nach schwerer Krankheit gestorben. Das gab der Drittligist am Mittwoch bekannt. Wie so viele in Handball-Deutschland wurde auch der Klub von der Nachricht überrascht.

    Tiedtke kam 2005 zum TVG, für den er sieben Jahre unter Vertrag stand. 2006 fiel er mehrere Monate wegen eines Hirntumors aus. 2012 wechselte der gebürtige Koblenzer zur HSG Wetzlar, ehe er 2015 noch mal nach Großwallstadt zurückkehrte, um nach der Insolvenz in der Dritten Liga auszuhelfen.

    Positionskollege von Patrick Gempp 

    Seinerzeit teilte er sich die Position mit Patrick Gempp, der inzwischen Kreisläufer beim Zweitligisten DJK Rimpar Wölfe ist und der die Nachricht vom Tod Tiedtkes „nicht fassen“ kann. „Wir waren Jugendliche, und er war unser Leader“, berichtet Gempp, der sich einiges vom alten Hasen abschauen konnte, den die meisten „Tito“ nannten. „Er hat immer das Beste fürs Team gegeben und sich um uns Junge gekümmert. Wir haben ihm manchmal geholfen, als er in Obernburg mit seiner Familie ein Haus gebaut hat.“

    Patrick Schmidt: „Er war immer ein Kämpfer“

    Auch die Rimparer Patrick Schmidt und Steffen Kaufmann spielten zu Beginn ihrer Karrieren zusammen mit dem damaligen Profi. Schmidt wohnte in Großwallstadt mit seiner WG im Haus gegenüber von Tiedtke, dessen Frau, deren beiden Kindern und zwei Hunden. „Er hat mich ein paar Mal mit zum Training genommen“, erinnert sich der DJK-Kapitän, der „geschockt und traurig“ ist. „Als Nationalspieler war er die Identifikationsfigur für uns, zu ihm haben wir aufgeschaut. Er war immer ein Kämpfer.“

    Die Gedanken der beiden Rimparer sind nun bei Tiedtkes Familie. „So eine Nachricht erdet einen“, sagt Schmidt. „Und zeigt mal wieder, dass Handball nicht alles ist.“ 

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