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    Berlin

    Nach WM: Van Almsick sieht „Licht am Ende des Tunnels”

    Franziska van Almsick
    Sieht sich nicht als Kandidatin für den Posten als Präsidentin des Deutschen Schwimm-Verbands: Franziska van Almsick. Foto: Roland Weihrauch

    Die frühere Ausnahme-Athletin Franziska van Almsick sieht die deutschen Schwimmer gut zehn Monate vor den Olympischen Spielen auf einem guten Weg.

    „Ich sehe Licht am Ende des Tunnels - was kein Kerzenlicht ist - und deswegen freue ich mich auf Tokio 2020”, sagte die 41-Jährige der Deutschen Presse-Agentur.

    Die Weltmeisterschaften im Juli in Südkorea haben van Almsick Hoffnung gemacht. „Bei der diesjährigen WM konnten wir endlich wieder Erfolge sehen, großartige Erfolge”, sagte sie. „Mit Florian Wellbrock und Sarah Köhler auch auf Strecken, die viel Arbeit und Training brauchen, was uns ja in den letzten Jahren immer vorgeworfen wurde: Es quält sich keiner mehr.”

    Der 22 Jahre alte Wellbrock hatte zunächst im Freiwasser über zehn Kilometer Gold gewonnen und anschließend im Becken den Titel über 1500 Meter Freistil geholt. Seine Freundin Sarah Köhler sicherte sich über 1500 Meter in Gwangju Silber und siegte mit der 4 x 1,25 Kilometer-Staffel im Hafenbecken von Yeosu.

    Trotz der zuvor schwächeren Jahre und zwei Medaillen-Nullnummern der Becken-Asse bei Olympia nacheinander habe van Almsick nie aufgegeben, an die Sportart in Deutschland zu glauben. „Schwimmen ist ein Sport, der viel Aufbauarbeit braucht, der langfristig geplant werden muss”, erklärte sie.

    Die ehemalige Weltklasse-Sportlerin verfolgt die Entwicklungen ihrer Disziplin nach eigenen Angaben sehr genau, hat jedoch kaum Kontakt zum Deutschen Schwimm-Verband. Als Kandidatin für den nach dem Rücktritt von Gabi Dörries im vergangenen Dezember vakanten Posten als DSV-Präsidentin sieht sich van Almsick nicht. „Nein, das kann ich mir nicht vorstellen”, sagte sie. „Obwohl mir der Schwimmsport nach wie vor sehr am Herzen liegt, passt diese Funktion nicht in mein derzeitiges Leben.”

    Die Mutter zweier Söhne hat eine Stiftung, arbeitet an verschiedenen Projekten und hält gelegentlich Vorträge. Dort spielt ein ganz besonderer Erfolg, der sich in diesem September zum 25. Mal jährte, eine wichtige Rolle: Bei der WM 1994 in Rom hatte die damals 16-Jährige das Finale als Vorlauf-Neunte verpasst. Nur weil ihre Trainingspartnerin Dagmar Hase auf einen Startplatz im Endlauf verzichtete, rückte van Almsick nach und holte in damaliger Weltrekordzeit Gold. „Dieser Tag hat mir gezeigt, was ich in der Lage bin zu leisten”, sagte van Almsick. „Er hat mir gezeigt, dass es immer einen anderen Weg im Leben gibt.”

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