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    Rotterdam

    Rekordreiterin Werth führt Dressur-Team zum 24. EM-Gold

    Isabell Werth
    Führte Deutschland zu EM-Gold in Rotterdam: Isabell Werth. Foto: Rolf Vennenbernd

    Den Champagner gab es erst im Stall. Nach der erneuten Machtdemonstration wartete das deutsche Dressur-Team erst den offiziellen Teil mit der Siegerehrung ab, ehe die Gold-Feier richtig begann.

    Das Glück über die Titelverteidigung war aber schon vorher zu sehen und zu spüren. „Das ist fantastisch”, kommentierte Isabell Werth den Sieg des deutschen EM-Teams am Dienstag in Rotterdam: „Ich bin sehr, sehr happy.”

    Angeführt von der Ausnahmereiterin holte das deutsche Dressur-Team die insgesamt 24. Goldmedaille bei kontinentalen Meisterschaften. „Einfach geil”, kommentierte Equipe-Chef Klaus Roeser: „Das ist einfach eine sehr gute Truppe.”

    Zum siegreichen Team in Rotterdam gehörten außerdem Jessica von Bredow-Werndl aus Tuntenhausen mit Dalera, Dorothee Schneider aus Framersheim mit Showtime und Sönke Rothenberger aus Bad Homburg mit Cosmo.

    Schon vor den letzten Ritten der Konkurrenz war klar, dass Deutschland in der Dressur das Maß der Dinge bleibt. „Das war gewaltig”, sagte Roeser nach Werths Auftritt mit Bella Rose. Für die 50 Jahre alte Rekordreiterin aus Rheinberg war es das 18. EM-Gold.

    Das Team um Werth gewann überlegen mit 244,969 Prozent. Dahinter ging es durch eine nachträgliche Disqualifikation turbulent zu. Zweiter wurde schließlich das Gastgeber-Team der Niederlande (230,140) vor Schweden (229,923). Großbritannien war zunächst Zweiter, rutschte aber auf Rang vier, weil Charlotte Dujardin aus der Wertung fiel: Bei ihrem Pferd war Blut durch Sporeneinsatz festgestellt worden.

    Werth genoss den erneuten Triumph nach dem besten Ritt des Tages: „Ich bin sehr stolz auf meine Bella.” Werth erhielt für den Grand Prix auf Bella Rose die höchste Wertung mit 85,652 Prozent vor Schneider (80,233) und Rothenberger (79,084). Erst auf Platz vier folgte Edward Gal mit Zonik (78,758), der den Gastgebern nach dem Durcheinander wegen der Disqualifikation von Dujardin noch Silber verschaffte.

    Dass die vielen Erfolge nicht selbstverständlich sind und plötzlich etwas dazwischen kommen kann, zeigte sich auch in Rotterdam. Dem deutschen Team unterliefen unerwartete Patzer. „Man sieht, wie schnell Fehler passieren, die sonst das ganze Jahr nicht passieren”, sagte Rothenberger. „Wir hatten hier nicht die besten Ergebnisse, die wir schon bei anderen Turnieren hatten.”

    Das galt besonders für Rothenberger selber, der bei dem Ritt mit Cosmo ungewohnte Probleme hatte. „Leider war ich in der Galopp-Tour nicht so konzentriert”, gab der 24-Jährige zu. Viele Prozentpunkte kostete vor allem „der große Patzer in der Rechts-Pirouette”, sagte der Reiter.

    Das ist im Vergleich zu den anderen Teams „Jammern auf hohem Niveau”, wie Schneider die Fehler in ihrem Grand Prix am Montag bezeichnete. Die 50-Jährige aus Framersheim zeigte mit Showtime nach Werth und Bella Rose das zweitbeste Ergebnis des deutschen Teams.

    Angesichts des Mannschafts-Golds konnte auch Jessica von Bredow-Werndl am Dienstag wieder lachen. Die 33-Jährige aus Tuntenhausen hatte am Vortag bitterlich geweint, weil ihre Stute Dalera während der Prüfung äpfelte und so ein besseres Ergebnis verhinderte.

    Trotzdem erreichte von Bredow-Werndl wie ihre Teamkollegen locker die Qualifikation für den Grand Prix Spezial, in dem am Donnerstag die ersten Einzelmedaillen vergeben werden. Titelverteidigerin ist Werth, die sich vor zwei Jahren in Göteborg knapp vor Rothenberger durchgesetzt hatte.

    Sönke Rothenberger
    Dressurreiter Sönke Rothenberger auf seinem Pferd Cosmo. Foto: Rolf Vennenbernd

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