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    Frankfurt / Main

    WADA-Ermittler: Überführung russischer Sportler schwierig

    WADA-Chefermittler
    Günter Younger ist seit 2016 Chefermittler der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA). Foto: Gustavo Ortiz

    „Das Problem ist: Wir haben keine positiven Dopingproben”, sagte WADA-Chefermittler Günter Younger im Interview von „Spiegel online”. Man habe nur eine Vielzahl von Indizien, deshalb sei es wie bei der Polizei: „Wir haben Verdachtsmomente, jetzt wird ermittelt. Zu erwarten, dass alle Verdächtigen am Ende überführt werden, ist unrealistisch.”

    Die WADA hatte nach der bisherigen Analyse der Daten und Proben 298 russische Sportler identifiziert, die unter Dopingverdacht stehen. 43 sogenannte Indizienpakete mit den Belegen für die im Moskauer Labor vertuschten Einnahmen verbotener Mittel sind bereits an die internationalen Verbände übermittelt worden.

    Die Sportverbände müssen prüfen, ob ihnen die Indizien ausreichen, um einen Dopingfall festzustellen. Falls die Verbände es nicht tun, kann die WADA den Internationalen Sportgerichtshof anrufen. „Dann müssen wir sehen, ob wir vor den CAS ziehen und schauen, wie weit wir kommen”, bestätigte Younger. „Wenn das Gericht aber beispielsweise nach dem 20. Fall sagt, ab sofort reichen die Indizien nicht mehr aus, um einen positiven Fall zu haben, müssen wir die anderen gar nicht mehr weiterbearbeiten. Es ist ein sehr schwieriger Prozess.”

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