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    Paderborn

    Schiri-Wut und Trotz: Glaube an Offensivspiel bleibt

    Martin Przondziono
    Paderborns Sportgeschäftsführer Martin Przondziono. Foto: Friso Gentsch/dpa

    Paderborns Sport-Geschäftsführer Martin Przondziono gab sich keine Mühe, seine Wut zu verstecken.

    „Man kann ja einen Fehler machen als Schiri, aber wenn mir der vierte Offizielle - und das muss man echt mal in die Öffentlichkeit bringen - sagt, "dann spielt ihr Blinden doch besser Fußball" in der Halbzeit, wenn der vierte Offizielle das zu mir sagt, dann ist jetzt das Maß voll”, polterte der 50-Jährige - und stampfte ohne weitere Erklärungen zur Leistung des Tabellenletzten beim 0:1 gegen den FC Augsburg davon.

    Der Beschuldigte, Schiedsrichter Martin Thomsen, ließ die Anschuldigung nicht auf sich sitzen. „Die von Herrn Przondziono getätigte Aussage ist absolut haltlos und entbehrt jeglicher Grundlage”, sagte er laut DFB-Mitteilung und versicherte, weder diese „und auch sonst keine Äußerung, die annähernd in diese Richtung zu verstehen sein könnte” getätigt zu haben: „Den Vorwurf einer wie auch immer gearteten Beleidigung weise ich auf das Schärfste zurück.”

    Der „Fehler” war aus Przondzionos Sicht die Anerkennung des Augsburger Tores durch Philipp Max per Freistoß. Przondziono kritisierte, dass ein Augsburger Spieler beim Siegtor der Gäste am Samstag verbotenerweise in der Mauer gestanden habe.

    Die Szene wurde nicht vom Video-Assistenten begutachtet - und das regte SCP-Trainer Steffen Baumgart auf. Ihm ging es weniger um die Entscheidung an sich, sondern darum, dass eine spielentscheidende Szene nicht überprüft worden sei. „Die sollen aufhören, die Leute zu verscheißern - mehr nicht”, forderte der 47-Jährige.

    Als Ausrede für die Niederlage wollte er die Situation allerdings nicht hernehmen, schließlich habe auch seine Mannschaft Fehler gemacht. Unnötige Ballverluste und zu wenig Durchsetzungskraft im Strafraum verhinderten, dass der SCP trotz mal wieder ordentlicher Spielanlage nach dem Rückstand doch noch zurückkam. Am Tabellenende wird es für den Aufsteiger nun immer düsterer.

    Der Relegationsplatz ist bereits fünf Punkte entfernt und auch die Bilanz gegen die direkte Konkurrenz im Abstiegskampf gibt wenig Grund zur Hoffnung: Gegen die drei vor den Ostwestfalen platzierten Teams, den 1. FC Köln, den FSV Mainz 05 und Augsburg, hat der SCP schon gespielt. Die Bilanz: Drei Niederlagen, 1:6 Tore. Aufgeben gilt trotzdem nicht: „Wir werden immer, immer weiter machen, da gibt es keine Zweifel”, sagte Abwehrspieler Sebastian Schonlau und versprach vor der nun anstehenden Länderspielpause, dass sich das Team weiter „voll reinhängen” werde.

    „Gas geben und weitermachen” sei die erste Pflicht seiner Mannschaft, sagte auch Baumgart, der an der offensiven Spielweise des SCP festhalten will. „Der Glaube an den Fußball, den wir spielen, ist geblieben”, sagte er. „Wir müssen uns weiter den Berg hocharbeiten.”

    Was die Paderborner noch schaffen wollen, gelang dem FCA. Das Team von Coach Martin Schmidt, auf den der Druck nun etwas kleiner wird, verließ durch den Sieg die Abstiegszone. Der FCA, allen voran Siegtorschütze Max und der starke Keeper Tomas Koubek, der auch vom Elfmeterpunkt von Paderborn Klaus Gjasula nicht zu bezwingen war, holte sich Sicherheit und Selbstvertrauen. „Das kann einen Schub für die nächsten Spiele geben”, sagte Max. In denen geht es gegen Hertha BSC, Köln und Mainz und damit um die nächsten Bigpoints im Abstiegskampf.

    Martin Thomsen
    Schiedsrichter Thomsen hat die deutlichen Vorwürfe von Paderborns Geschäftsführer Sport Przondziono zurückgewiesen. Foto: Silas Stein/dpa

    Von Thomas Eßer, dpa

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