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    Nottingham

    Sherrock-Premiere auf großer Darts-Bühne

    Fallon Sherrock
    Darf in der Premier League spielen: Fallon Sherrock. Foto: Tess Derry/PA Wire/dpa

    Seit ihrem historischen Coup bei der Darts-WM ist für Fallon Sherrock nicht mehr viel, wie es einmal war.

    Die 25 Jahre alte Engländerin spielte an der Seite von Ex-Bayern-Star Luca Toni bei der Promi-Darts-WM, sie bekommt dutzende Einladungen für Schaukämpfe mit den zurückgetretenen Größen Phil Taylor oder Raymond van Barneveld. Und an diesem Donnerstag (ab 20.00 Uhr/Sport1 und DAZN) wird Sherrock einmal mehr Geschichte schreiben: Als erste Frau tritt die Mutter eines kleinen Sohnes in der prestigeträchtigen Premier League an das Darts-Board - sie wird dort versuchen, die nächste sportliche Sensation zu schaffen.

    In Nottingham trifft „The Queen of the Palace”, die bei der WM mit Siegen über Landsmann Ted Evetts und den Österreicher Mensur Suljovic für Furore gesorgt hatte, auf Glen Durrant, der nach einem klaren 7:3-Sieg über Michael Smith in der Vorwoche derzeit an der Spitze des Liga-Wettbewerbs steht. Als Durrant von dem angesetzten Duell mit Sherrock las, reagierte er mit Humor. Auf Twitter startete „Duzza” spontan eine Umfrage: „In Nottingham wird das Publikum....a) sehr ruhig sein oder b) Boooo Duzza rufen.” Er weiß, dass er sich gegen den absoluten Publikumsliebling auf letzteres gefasst machen muss.

    Sherrock kostet den neuen Ruhm voll aus - aus der Friseurin, die diesen Job inzwischen nicht mehr ausübt, ist ein Vollprofi geworden, sie plant ihr Jahr 2020 ausschließlich an der Scheibe. „Jetzt spiele ich Darts, schaue nach meinem kleinen Sohn und meinem Zuhause. Das wird mein Leben für die nächsten zwölf Monate sein”, sagte sie jüngst in einem Interview der „Bild”-Zeitung.

    Das bisher Erreichte soll dabei erst der Anfang sein, wie Sherrock selbstbewusst verlauten ließ. „Ich will in absehbarer Zeit Frauen-Weltmeisterin werden. Und irgendwann auch bei den Männern im Ally Pally!” Sie genieße ihr neues Leben, bei dem sie auch regelmäßig auf der Straße erkannt wird, „jede Minute”.

    Was der Weltverband PDC mit Sherrock macht, ist nicht unumstritten. Neben dem Premier-League-Ticket erhielt sie eine Wildcard für alle Veranstaltungen der World Series. Gemeinsam mit Landsfrau Lisa Ashton, die im Januar als erste Frau die reguläre Qualifikation für die Tour schaffte, sollen nun 2020 weitere Meilensteine für die Frauen in der Trendsportart gelingen. Darts-Primus Michael van Gerwen kommentierte zum großen Sherrock-Hype bei Sport1: „Ich will jetzt nicht zu böse klingen, aber sie hat auch nur zwei Spiele gewonnen. Natürlich ist das etwas, was es bisher noch nicht gegeben hat. Da wird dann schnell eine große Sache daraus gemacht.”

    Sherrock, die wie die anderen „Contender” nur an einem Abend der Premier League dabei ist, könnte mit einem Sieg über Durrant für das nächste Ausrufzeichen sorgen und sich für weitere große Turniere empfehlen. Der beste deutsche Spieler Max Hopp, der im Gegensatz zu Sherrock dieses Jahr nicht berücksichtigt wurde, ist begeistert von der Entwicklung: „Ich finde es schön und hoffentlich wird das hierzulande in Deutschland viele Frauen inspirieren und wir bekommen eine deutsche Fallon Sherrock.”

    Von Patrick Reichardt, dpa

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