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    Wien

    Ermittler vergleicht Erfurter Doping-Netzwerk mit Mafia

    Doping-Ermittler
    Zeichnet kein gutes Bild der „Operation Aderlass”: Ermittler Dieter Csefan (l). Foto: Expa/Johann Groder

    Die Organisation um den Erfurter Sportarzt sei hierarchisch aufgebaut gewesen, sagte Dieter Csefan in Wien. „Man ist arbeitsteilig vorgegangen, jeder hatte seine eigenen Aufgaben: die Blutbeutel von A nach B zu bringen, die Transfusionen zu setzen.” Zudem seien ausländische Prepaid-Karten-Handys verwendet worden, um die Machenschaften zu verschleiern.

    Laut den derzeitigen Ermittlungen seien Athleten von Mark S. zu Dopinganwendungen aufgefordert und zu Beginn zu kostenfreien Anwendungen eingeladen worden. Zudem habe man Sportler angelockt, indem auf bereits behandelte Athleten verwiesen wurde, die neue Profiverträge erhalten hätten.

    Die Ermittlungen hätten zudem gezeigt, dass Mark S. und seine Komplizen nicht nur bei der WM in Seefeld „sondern auch seit Jahren weltweit bei internationalen Wettbewerben und Sportgroßveranstaltungen anwesend waren.” Details dazu nannte Csefan nicht.

    Das Landesgericht Innsbruck hat indes die Auslieferung der beiden mutmaßlichen Komplizen des von Mark S. nach Deutschland beschlossen. Der Mann und die Frau waren bei der Anti-Doping-Razzia im österreichischen Seefeld während der Nordischen Skiweltmeisterschaften festgenommen worden.

    Die Entscheidung des Gerichts ist rechtskräftig, die Frau legte allerdings Beschwerde gegen die Auslieferung ein, sagte der

    Sprecher des Landesgerichts, Andreas Stutter, der Nachrichtenagentur APA. Somit müsse sich nun das Oberlandesgericht Innsbruck mit dem Fall befassen, erklärte Stutter. Dies könnte einige Wochen dauern. Die mutmaßliche Komplizin des Sportmediziners bleibt somit vorerst in Innsbruck in Haft. Der Mann soll, da er weder gegen die Verlängerung der Haft, noch gegen die Übergabe nach Deutschland Beschwerde eingelegt hatte, in den nächsten Tagen nach Deutschland ausgeliefert werden.

    Wie Csefan am Montag in Wien erklärte, soll Mark S. am Dienstag und Mittwoch in München vernommen werden. Ob auch sein mutmaßlicher Komplize bis dahin ausgeliefert wird und vernommen werden kann, konnte die Staatsanwaltschaft München nicht bestätigen.

    Bei den Razzien bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld und in Thüringen waren Ski-Langläufer und Hintermänner des Blutdoping-Skandals festgenommen worden. Vor der „Operation Aderlass” bei der Nordischen Ski-WM in Seefeld habe man erfahren, dass an einem Tag vier Athleten an drei verschiedenen Orten behandelt werden sollten. Diese Information sei ausschlaggebend gewesen für die Entscheidung zur Razzia mit dem Ziel, einen der Sportler auf frischer Tat zu ertappen. Das gelang den Ermittlern bei einem österreichischen Langläufer.

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