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    American Football:

    Beim ersten Touchdown passt alles perfekt

    Volle Aktion: Vier Defensivspieler der Saale Riverhawks stellen sich dem Ballträger der Celtic Guardians (links) entgegen. 250 Zuschauer Zuschauer waren zum Premierenspiel nach Burgwallbach gekommen. Foto: Fink

    250 zahlende Zuschauer fanden den Weg auf das Sportgelände des SV Burgwallbach, als das American-Football-Team der Saale Riverhawks sein erstes Testspiel gegen die unweit von Koblenz beheimateten Celtic Guardians aus Emmelshausen bestritt. Aufgrund der strengen Verbandsstatuten war es offiziell zwar nur ein knapp dreistündiges gemeinsames Training, bei dem man hüben wie drüben pro Halbzeit jeweils viermal zehn Versuche hatte, um mit dem eiförmigen Spielgerät in die gegnerische Endzone vorzudringen. Doch die Punkte wurden an der Anzeigetafel trotzdem mitgezählt. Der Hausherr blieb nach einer anfänglichen 8:0-Führung bis zum Ende bei dieser Marke stehen, während die Gäste auf 22 Zähler kamen.

    Nichts desto trotz war Riverhawks-Cheftrainer Ralf Werner mit dem Auftritt der eigenen Schützlinge absolut zufrieden: „Ich bin stolz auf die Jungs, die für das erste Mal einen richtig guten Job gemacht haben.“ Dass man noch viel Arbeit vor sich habe, darüber sei man sich schon vorher im Klaren gewesen. Deshalb sollen vor der geplanten Aufnahme des Wettkampfbetriebs im nächsten Jahr weitere Tests folgen. So ist nach einem Showtraining in Niederlauer Anfang August für den 28. September ein Duell mit den Ball Bearings aus Schweinfurt angedacht, das zugleich den Auftakt mehrerer Benefizspiele zugunsten der Lebenshilfe, Station Regenbogen sowie der Palliativstation darstellen soll.

    Der in der Bundesliga für die Rothenburger Franken Knights agierende Marc Letzing wird den Saale Riverhawks nach eigenem Bekunden allerdings nur noch bis zum Jahresende zur Verfügung stehen. Der 25-jährige Wide Receiver auf der Außenbahn ist unlängst durch seinen früheren Teamkollegen Damien Greenwell in die Rhön gelotst wurden, wo er „selbst in den zwei Wochen, die ich jetzt da bin, große Fortschritte“ ausgemacht hat. Schließlich seien rund 70 Prozent der Akteure Football-Newcomer.

    Was noch ein wenig fehle, sei unter anderem das „Timing in der Offensive“, wo dem 20-jährigen Bad Bockleter Mike Baricuatro der umjubelte und mit sechs Punkten belohnte erste Touchdown für die Saale Riverhawks gelang, den Lokalmatador Benedikt Floth anschließend noch mit einer erfolgreichen Two Point Conversion um zwei Punkte aufstockte. Vor seinem Engagement bei den Saale Riverhawks hat Baricuatro bereits in Schweinfurt und Bad Kissingen („allerdings ohne Spiele“) ein wenig American-Football-Luft geschnuppert, um den historischen Moment in der noch jungen Geschichte der American-Football-Abteilung des SV Burgwallbach so zu kommentieren: „Man macht sich da natürlich schon vorher ein Bild. Und dann hat von der Teamarbeit her alles perfekt gepasst.“

    Die schwülen Temperaturen habe man nach Auskunft von Center Steffen Schüller (28/Eltingshausen), der früher auch mal in Albertshofen spielte, auf dem Platz gar nicht so wahrgenommen. Schüller zählt zu jenen Pionieren, die schon auf dem Bolzplatz in der Bad Neustädter Gartenstadt mit an Bord waren, um nunmehr den Spieleröffner in der Offensivreihe zu geben, indem er den Football durch die Beine zum Quarterback snapt.

    Wie man auf die Angriffsaktionen des Gegners reagiert? „Da muss man vor allem auch auf Zurufe und Aufstellung achten. Aber das ist nicht einfach“, berichtet der 27-jährige Bad Neustädter Julian Izquierdo. Der augenblicklich verletzte Saale-Riverhawks-Spielertrainer Damien Greenwell war nicht nur beim Coaching an der Seitenlinie, sondern auch bei der anfänglichen Vorstellung der Protagonisten mit Herzblut bei der Sache. In Fleisch und Blut dürfte den diesmal noch unkundigen Zuschauern irgendwann auch das komplexe Regelwerk übergehen. Die Spieler selbst werden ihr Tun ebenfalls noch besser verinnerlichen.

    Wichtige Begriffe im American Football im Überblick

    Center: Zentraler Akteur der angreifenden Mannschaft. Er führt den Snap aus.

    Down: Ist eine Mannschaft im Ballbesitz, hat ihre Offensive vier Versuche (Downs), um den Football zehn Yards oder mehr nach vorne zu bringen. Gelingt ihr das, erhält sie neue vier Downs. Gelingt ihr das nicht, wechselt der Ballbesitz. Häufig wird der vierte Versuch als Punt ausgeführt. Dabei wird der Football weit nach vorne getreten, um den Gegner in eine schlechtere Feldposition zu bringen.

    Fullback: Ein Spieler der Offensive, der mit dem Football laufen darf, aber auch als Passempfänger eingesetzt werden kann.

    Fumble: Der Träger des Footballs verliert ihn aus den Händen. Beide Mannschaften haben nun die Möglichkeit, den Football in ihren Besitz zu bringen.

    Interception: Die Defensive fängt einen Pass des gegnerischen Quarterbacks ab und erobert den Ballbesitz für ihre Mannschaft.

    Quarterback: Spielgestalter der angreifenden Mannschaft. Er erhält den Football vom Center. Er passt oder übergibt ihn an einen Mitspieler oder trägt ihn selbst nach vorne.

    Punkte: Ein Touchdown bringt sechs Punkte. Anschließend kann man mit einem Kick durch die Torstangen einen Extrapunkt erzielen oder mit einer Two Point Conversion um zwei Punkte erhöhen. Dazu muss die angreifende Mannschaft erneut mit dem Ball in die Endzone laufen oder ihn in ihr fangen. Tritt man den Football bei einem Versuch durch die am Ende der Endzone platzierten Torstangen, gibt es drei Punkte (Field Goal). Zwei Punkte werden vergeben, wenn man einen gegnerischen Spieler in dessen eigener Endzone zu Fall bringt (Safety).

    Snap: Der Center eröffnet den Spielzug, indem er den Ball rückwärts durch die Beine wirft oder weitergibt.

    Spielfeld: Das Spielfeld ist 120 Yards (110 Meter) lang und 50 Yards (46 Meter) breit. Die jeweils zehn letzten Yards werden als Endzone bezeichnet. Die Spielzeit beträgt viermal 15 Minuten, wobei die Spieluhr bei Unterbrechungen angehalten wird. Beide Teams haben je elf Akteure auf dem Feld.

    Touchdown: Ein Spieler läuft mit dem Football in die gegnerische Endzone oder fängt in ihr den Football.

    Wide Receiver: Ein Spieler der Offensive, der Pässe fangen darf. dr

    Von unserem Mitarbeiter Gunther Fink

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