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    Sulzthal

    5x2+3 ist die Formel von Alexander Unsleber

    5 mal doppelt getroffen: 13-Tore-Mann Alexander Unsleber vom VfR Sulzthal. Foto: Jürgen Schmitt
    5 mal doppelt getroffen: 13-Tore-Mann Alexander Unsleber vom VfR Sulzthal. Foto: Jürgen Schmitt

    Was für ein Lauf: Tore geschossen hat Alexander Unsleber eigentlich schon immer. Doch im fortgeschrittenen Fußball-Alter verblüfft der 35-Jährige vom VfR Sulzthal die Konkurrenz - und womöglich auch seine Mitspieler. Der in Schweinfurt arbeitende und in Ramsthal wohnende Maschinenbau-Techniker hat in allen acht Spielen der Kreisklasse Rhön 1 bisher getroffen, in fünf Spielen sogar doppelt.

    13 Tore bisher und in jedem Spiel getroffen: Was ist denn mit Dir los?

    Alexander Unsleber: Eigentlich mache ich jetzt nichts anders wie sonst. Dazu kommt, dass ich zwei Wochen vor Rundenbeginn nicht einmal wusste, ob ich aufgrund meiner Kniebeschwerden überhaupt auf dem Platz stehen würde. Und ich dachte auch, dass ich deshalb mehr von der Bank kommen würde. Wenn man dann auf dem Platz steht, macht man mitunter vielleicht mehr als man sollte.

    Dazu kommen gleich fünf Doppelpacks. Ist man nach einem Tor noch heißer auf das nächste?

    Die Tore waren für uns als Mannschaft wichtig, weil es wir es uns öfters mal unnötig schwer gemacht haben. Aber wenn man trifft, spielt man natürlich befreiter auf und ist nicht zu verbissen. Unter dem Strich geht es mir aber darum, als Mannschaft zu gewinnen.

    Wie oft in dieser Saison hast Du Dich schon gezwickt? Und wen hast Du schon alles verblüfft angesichts der aktuellen Quote?

    Man hat das schon alles irgendwie auf dem Radar, aber es ist jetzt nicht so, dass ich regelmäßig auf die Torjäger-Statistik schaue. Tatsächlich habe ich viele Rückmeldungen bekommen, aus Sulzthal , aber auch aus meinem Heimatverein SV Ramsthal. Ob ich es noch einmal wissen will, werde ich da gerne mal gefragt. Das ist mir aber eher unangenehm. Und sage daher den Leuten, sie sollen den Ball mal flach halten.

    Wir wollen Deinen Gegenspielern nicht zu viel verraten. Trotzdem: Was sind Deine Stärken?

    Ich sehe mich als klassischen Mittelstürmer . Vor dem Tor hilft mir sicher die Erfahrung, zu wissen, wo der Ball hinfällt und wie sich die Gegenspieler verhalten und reagieren.

    Wie machst Du Deine Buden: Mit links, mit rechts, mit dem Kopf?

    Ich sehe mich als Allrounder, da ist alles dabei. Aber ich muss gestehen, dass die einfachen Tore nicht so meins sind. Offensichtlich brauche ich die Herausforderung. So ein bisschen wie bei Thomas Müller , der auch gerne mal Tore schießt, die man nicht unbedingt erwartet.

    Hast Du ein Beispiel parat?

    Neulich im Spiel gegen den FC WMP Lauertal II, da hätte ich nach einer Flanke den halbhohen Ball nur über die Linie drücken müssen, was mir nicht gelang. Dann will ein Gegenspieler klären. Ich halte den Fuß rein und werde so angeschossen, dass der Ball rein geht.

    Der Saisonstart war schwierig mit drei Niederlagen in vier Spielen. Jetzt stehen vier Siege in Folge zu Buche, verbunden mit dem Sprung in die Spitzengruppe. Wie erlebst Du dieses Auf und Ab?

    Dass es schwer werden würde, hatte sich ja schon zum Ende der vergangenen Saison angedeutet. Und es kamen zum Rundenbeginn weitere Verletzte dazu, der holprige Start war daher nicht verwunderlich, auch wenn wir bei den Niederlagen nicht unbedingt die schlechtere Mannschaft waren. Die Siege zuletzt waren ein Befreiungsschlag. Wir mussten schließlich gewinnen, um nicht in den Tabellenkeller zu rutschen.

    Es gibt ja bekanntlich keine jungen oder alten, sondern nur gute oder wenige gute Fußballer. Trotzdem: Ist Erfahrung ein Faktor bei Dir?

    Bei mir kann ich das bestätigen, das kann schon seine Vorteile haben, ein Routinier zu sein. Außerdem gebe ich meine Erfahrung auch gerne an die jüngeren Spieler weiter.

    Es gibt ja Fußballer, die hören mit 30 auf, weil sie sich zu alt fühlen. Was sagst Du denen?

    Ich kann nur das weitergeben, was mir viele Ältere gesagt haben. Nämlich solange zu spielen, wie es der Körper mitmacht und der Spaß vorhanden ist. Zuschauer ist man nach der Karriere lange genug.

    Euer Spielmacher und Torjäger Tim Eckert ist immer noch verletzt. Siehst Du Dich in der Pflicht, ihn gut zu vertreten?

    Tim fehlt uns nicht nur mit seinen Toren, sondern auch als Leader. Allerdings fehlen uns auch andere Leistungsträger, das darf man nicht vergessen. Umso bemerkenswerter, wie der Zusammenhalt in der Mannschaft und im Umfeld ist. Ich als älterer Spieler will meinen Teil dazu beitragen, aber wenn es nur ums Toreschießen geht, darf mich gerne ein Jüngerer ablösen, das Potenzial ist da.

    In der vergangenen Saison kamst Du oft als Joker ins Spiel. Jetzt bist Du aufgrund der angespannten personellen Situation oft erste Wahl. Heißt das für Dich erhöhten Trainingsaufwand?

    Eher nicht, da die Regenerationszeit mit den längeren Einsatzzeiten eben auch länger dauert. Mit der Jokerrolle kann ich eigentlich gut leben, das passt. Durch die aktuelle Situation bin ich jetzt eben oft in Vollzeit auf dem Platz. Klar, dass man dann auch über 90 Minuten alles geben will. Aber nach dem Doppel-Spieltag neulich war ich ganz schön platt. Oft spüre ich meine Knochen bis Donnerstag, dann geht's zum nächsten Training.

    Du hast einen Job, dazu Landwirtschaft daheim. Wie bekommst Du das alles unter einen Hut?

    Ohne die Unterstützung von zuhause wäre das nicht möglich. Es kommt sogar vor, dass mich mein Vater und mein Cousin zum Training schicken und die restliche Arbeit übernehmen. Das waren selber Fußballer durch und durch.

    Wo soll das mit Dir und dem VfR noch hinführen?

    Diese Saison wird aufgrund der Umstände sicher eine schwierige. Mal schauen, ob und wie wir am Ball bleiben können. Wenn wir unser Verletzungspech überstanden haben, sind die Leute und das Potenzial vorhanden, um oben mitzuspielen. Ich bin froh, die Mannschaft weiter unterstützen zu können. Was dabei herauskommt, werden wir sehen.

    Du machst gerne Urlaub auf Malle. Wie würdest Du Dich für eine starke Saison belohnen?

    Noch mal eine Meisterschaft auf Malle gemeinsam mit der Mannschaft zu feiern wie 2016 wäre natürlich klasse.

    Jürgen Schmitt

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