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    Bad Kissingen

    Bei der Kissinger Boxnacht gibt es kein Fallobst

    Sorgte im Vorjahr für den spektakulärsten Kampf: TSV-Boxer Kai Friedensohn. Foto: Hartmut Hess
    Sorgte im Vorjahr für den spektakulärsten Kampf: TSV-Boxer Kai Friedensohn. Foto: Hartmut Hess

    Rene Weller freut sich auf Bad Kissingen . Und die Kurstadt freut sich auf den ehemaligen Champion als Ehrengast der 2. Bad Kissinger Boxnacht im Tattersall. "Die Autogrammwünsche meiner Fans erfülle ich natürlich gerne", lässt der vielfache deutsche Meister und zweifache Europameister ausrichten. Auf attraktive Duelle im Ring hofft der Teilnehmer an den Olympischen Spielen 1976 in Montreal, der 1980 eine Profilaufbahn einschlug, von seinen 72 Profikämpfen sensationelle 70 gewann und noch heute sein Wissen als Trainer weitergibt.

    Den ein oder anderen Tipp können sich die Faustkämpfer vom TSV Bad Kissingen also sicher geben lassen vom 65-Jährigen, der mit Frau und Freunden an die Saale kommt, wo nicht nur mit der Anwesenheit des Ausnahme-Boxers ein Stück Bad Kissinger Sportgeschichte geschrieben wird. Auf den Tag genau 30 Jahre nach dem Fall der Mauer messen sich die TSV-Sportler schließlich mit einer thüringischen Landesauswahl. Eine deutsch-deutsche Begegnung, die Vorfreude weckt bei den Lokalmatadoren.

    Ein bisschen Show schadet nicht

    "Wir sind fit und haben echt viel trainiert. Das wird wieder eine edle Veranstaltung mit einer tollen Stimmung", sagt Louis Krassa, der seinem Gegner bereits zweimal im Ring begegnet ist. Und daher weiß, dass das kein Fallobst sein wird. "Das macht doch den Kampfsport aus, sich selbst und allen anderen zu beweisen, dass man der Beste ist", sagt der 17-jährige Gymnasiast, der mächtig die Werbetrommel gerührt hat: "Auch in der Schule rede ich viel übers Boxen, das ist ein einzigartiger Sport", schwärmt Krassa, der im Jugend-Schwergewicht kämpft. Und findet, dass ein bisschen Show nicht schadet. "Man braucht doch die extrovertierten Charakter-Boxer."

    Zu den technisch versierten Faustkämpfern im TSV-Team gehört Mohammad Shadab, dessen Enthusiasmus ebenfalls riesig ist. "Die Atmosphäre. Die Kämpfe. Dazu die Kumpels. Ich freue mich einfach auf diesen Abend", sagt der 23-Jährige, der gegen seinen Gegner vom BC Mühlhausen einmal gewonnen und einmal verloren hat.

    Ein TSV-Quartett hatte am Wochenende einen hochkarätigen Form-Check beim stark besetzten Turnier in Kitzingen. Deutlich nach Punkten gewann Max Neb in seinem 19. Kampf gegen Kevin Kirchner von der Boxakademie Stieglitz. Florian Säwert verlor gegen den Forchheimer Aram Haruyunan, musste dabei aber eine Gewichtsklasse höher in Kauf nehmen. Felix Säwert agierte etwas zu vorsichtig, weshalb der 16-Jährige knapp verlor gegen den Schweinfurter Emrecan Isik.

    Auch Kai Friedensohn stieg gegen den unorthodox boxenden Sinan Acar aus Bonn als Verlierer aus dem Ring, was für den Schwergewichts-Boxer eher zusätzliche Motivation für Samstag ist. "Das war ein guter Test, das Ergebnis ist dabei zweitrangig. Aus jedem Kampf lernt man, was man besser machen kann", sagt der 21-Jährige, der im Vorjahr mit dem Sieg über Knockout-König Bilsen Planic für den Höhepunkt der Boxnacht gesorgt hatte. Diesmal trifft Friedensohn auf einen Boxer vom BC Mühlhausen, der im Vorjahr noch für den TSV Bad Kissingen im Ring stand gegen die Hessen-Auswahl. "Mein Gegner ist deutlich älter und deutlich kleiner. Ich muss am Anfang hellwach sein und darf mich nicht unterbuttern lassen. Die Ausdauer wird mein Vorteil sein", sagt Friedensohn.

    "Das soll für alle Beteiligten ein echtes Event werden", sagt TSV-Trainer und Organisator Edgar Feuchter, der den Tattersall für 500 Personen bestuhlen lässt. Karten sind nur an der Abendkasse erhältlich. Veranstaltungsbeginn ist um 19 Uhr mit einer Stepptanz-Vorführung sowie der Begrüßung der Ehrengäste . Einlass ist ab 18 Uhr. In den beiden Pausen gibt es ein Ring-Interview mit Rene Weller sowie eine Pole-Dance-Vorführung. Zwölf Kämpfe sind angesetzt. Zudem gibt es einen hochklassigen Frauen-Fight. "Dabei handelt es sich um einen Revanche-Kampf von der deutschen Meisterschaft zwischen einer Würzburgerin und einer Berlinerin", sagt Feuchter.

    Jürgen Schmitt

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