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    Detter-Weißenbach will Geschenk annehmen

    Auf ihm ruhen die Hoffnungen des SV Detter-Weißenbach: Mittelstürmer Marvin Hägerich (am Ball), der in dieser Saison stolze 20 Treffer erzielt hat. Sebastian Schmitt
    Auf ihm ruhen die Hoffnungen des SV Detter-Weißenbach: Mittelstürmer Marvin Hägerich (am Ball), der in dieser Saison stolze 20 Treffer erzielt hat. Sebastian Schmitt

    SG Ginolfs - SV Detter-Weißenbach (Mittwoch, 18.30 Uhr, in Waldberg) Für den SV Detter-Weißenbach gilt heuer das Motto: Unverhofft kommt oft. Denn die Mannen von der Detterer Höhe profitieren in dieser Saison davon, dass weder die SG Schondra II/Breitenbach/Schönderling als Meister, noch die SG Bad Brückenau II/Oberleichtersbach II als Vize-Meister die Chance auf den Aufstieg in die A-Klasse wahrnehmen. Nachdem dann auch die Reserve der Viktoria aus Untererthal öffentlich ihren Verzicht erklärt hatte, fiel dem SV Detter-Weißenbach als Fünfter der Abschlusstabelle in der B-Klasse Rhön 1 völlig überraschend die Rolle des Aufstiegsreleganten zu. Was auf den ersten Blick wie ein aussichtsloses Unterfangen anmutet, entpuppt sich auf den zweiten Blick als historische Chance für den kultigen, kleinen Verein aus der vorderen Rhön. Der ist übrigens einer der jüngsten Sportvereine in der Region überhaupt. Er wurde erst im Jahr 1992 von Dieter Brand aus der Taufe gehoben. Die Detterer Vereinslegende ist mittlerweile verstorben, aber sein Name ziert bis heute weithin sichtbar das schmucke Sportgelände. Was einst mit einer ausgedienten Holzbaracke begonnen hatte, entwickelte sich über die Jahre zu einem soliden Sportverein mit schmuckem Domizil, der sich beharrlich seine Eigenständigkeit bewahrt.

    Mit ihrem neuen Coach Jörg Heinle, der viele Jahre für den FC Bad Brückenau die Kickstiefel schnürte und sich einst durch extreme Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Kasten auszeichnete, haben die Detterer einen fußballverrückten, schlitzohrigen Experten auf der Kommandobrücke, der allerdings selbst nur noch höchst selten auf dem Feld mit angreift. Ganz im Gegensatz zu Routinier Burkhard Schüßler, der ebenfalls einige Zeit beim FC Bad Brückenau zum Stammpersonal zählte und mittlerweile in der Detterer Defensive mit seiner Übersicht die Fäden zieht. Unterschätzen sollte man die altersmäßig ganz bunt gemischte Truppe also keinesfalls, zudem der SV mit Marvin Hägerich (20 Tore) einen echten Knipser mit an Bord hat. Nicht weniger als stolze 77 Tore waren den Detterern in der zurückliegenden Saison geglückt.

    Mit der SG Ginolfs /Sondernau/Unterweißenbrunn/Frankenbrunn trifft die Heinle-Elf auf einen Gegner, mit dem man in den zurückliegenden Jahren überhaupt keine Erfahrung sammeln konnte. Einen eventuellen Favoriten auszumachen, ist also schier unmöglich. Klar ist jedoch, dass sich der SV Detter-Weißenbach auf seine treuen Anhänger verlassen kann, die mit einem Fanbus die Reise von der Detterer Höhe nach Waldberg antreten werden. Mit an Bord sein wird dann zum Beispiel auch Oliver Brand, der Sohn der verstorbenen Detterer Vereinslegende Dieter Brand. "Das wird sicherlich ein tolles Erlebnis für alle Beteiligten", ist sich Oliver Brand sicher. "Es ist schon kurios, dass wir überhaupt Relegation spielen dürfen. Es ist eigentlich ein Geschenk, aber warum sollten wir das Geschenk nicht nutzen", sagt Steffen Kessler, lange Zeit Vorstandsmitglied in Detter.

    Für Jörg Heinle ist es "das größte Spiel der Vereinsgeschichte . Alle Spieler und Fans brennen auf diesen einen Tag. Die Entscheidung fällt in einem einzigen Spiel, daher ist alles möglich." In Sachen Aufstellung und Kader wollte sich Heinle noch nicht in die Karten schauen lassen. "Wir sind gut aufgestellt. Es gibt Spieler, die fahren extra über 200 Kilometer für dieses eine Match. Das zeigt schon, wie sehr das Team brennt."

    Nachdem die SG Ginolfs /Sondernau/Weisbach vor zwei Jahren noch knapp in der Relegation am Aufstieg vorbeischrammte, will sie es in diesem Jahr, mittlerweile in einer Spielgemeinschaft mit der zweiten Mannschaft der SG Unterweißenbrunn/Frankenheim, besser machen und eine starke Saison mit dem Aufstieg in die A-Klasse krönen. "Ich kenne Detter-Weißenbach überhaupt nicht, aber wir werden sie auf keinen Fall unterschätzen", sagt SG-Trainer Julian Vorndran. Über weite Strecken der Saison lieferte sich die SG Ginolfs einen packenden Zweikampf mit der SG Stetten I/Nordheim II um die Meisterschaft in der B-Klasse Rhön 3 . Am Ende fehlten lediglich drei Punkte zu Platz eins. "Wir haben uns den zweiten Platz und die Teilnahme an der Relegation hart erarbeitet. Meine Jungs sind heiß auf dieses Spiel und werden alles reinhauen", gibt sich Vorndran kämpferisch. Personell kann er aus dem Vollen schöpfen.

    TSV Mühlfeld - SG Arnshausen (Donnerstag, 18.30 Uhr, in Strahlungen) Am Abend des Vatertags geht es zwischen dem TSV Mühlfeld , dem Zweiten der B-Klasse 4, und der SG Arnshausen, Vizemeister der B-Klasse 2, um einen Platz in der A-Klasse . In der Rückrunde setzte sich das Arnshäuser Team, welches sich ja in einer Spielgemeinschaft mit den zweiten Mannschaften des TSV Reiterswiesen und FC 06 Bad Kissingen befindet, auf dem zweiten Platz hinter dem TV Jahn Winkels fest, ließ den TSV Wollbach II hinter sich zurück und erwartet nun sehnsüchtig das Spiel am Donnerstagabend. "Das Ziel ist jetzt definitiv aufzusteigen. Nach der Hinrunde war es auf jeden Fall unsere Ambition, den zweiten Platz zu erreichen und aus dieser B-Klasse wieder rauszukommen", äußerte sich Abteilungsleiter Christian Kiesel im Vorfeld der Partie. Nach dem Abstieg in der vergangenen Saison als Vorletzter der A-Klasse , kommt das Relegationsspiel für die Mannschaft von Spielertrainer Johannes Friedrich also gerade recht.

    Viel weiß man in Arnshausen freilich nicht vom Gegner aus dem Grabfeld. Trainiert wird der TSV Mühlfeld von Eckhard Geiß, dem Dauerbrenner unter den Trainern im Kreis Rhön. Er ist seit 1989 bei seinem TSV im Amt. "Bekannt ist uns aber, dass Mühlfeld mit Andreas Merkel einen Stürmer hat, der schon 18 Saisontore geschossen hat." Bezüglich der eigenen Aufstellung hält sich Kiesel bedeckt, ist sich aber sicher, "dass wir, wie in der gesamten Rückrunde, eine schlagkräftige, aber erneut sehr junge Mannschaft auf den Platz bringen werden". In Strahlungen baut die Spielgemeinschaft auch auf die Unterstützung der Fans der drei Vereine. Zwei Fanbusse werden von Arnshausen über Reiterswiesen nach Strahlungen fahren.

    Sebastian Schmitt

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