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    Schwarze Pfütze

    Drei Brüder aus der Rhön im Enduro-Fieber

    Beim Enduro-Rennen des MMC Schweinfurt an der Schwarzen Pfütze ging es auch durch Beton-Röhren. Fotos: Sebastian Schmitt
    Beim Enduro-Rennen des MMC Schweinfurt an der Schwarzen Pfütze ging es auch durch Beton-Röhren. Fotos: Sebastian Schmitt

    Drei Brüder , sechs Räder, ein Rennen - das hat es bei der Familie Borst lange nicht gegeben. Die motorsportbegeisterten Brüder Daniel (29 Jahre alt), Marcel (30) und Nicolas (33) aus Burkardroth starteten gemeinsam bei der Enduro-Meisterschaft des MMC Schweinfurt an der "Schwarzen Pfütze" bei Rottershausen . Ihre Ergebnisse zeigen, wie nah Freud und Leid im Rennen beieinanderliegen.

    Rund 250 Enduro-Fahrer starteten an zwei Tagen in 17 verschiedenen Klassen. Die orientierten sich an Alter und Geschlecht der Teilnehmer (von Kindern bis Senioren , Männer und Frauen), aber auch am Alter der Maschinen und Motorgröße. Wobei neben Auf- und Abfahrten mit verschiedenen Steigungen und Gefällen unterschiedliche Hindernisse auf die Teilnehmer warten. Darunter können zum Beispiel Baumstämme und Steinfelder, aber auch Reifen sein.

    Im Gegensatz zum Motocross ging es beim Enduro-Rennen nicht um die schnellsten Zeiten, sondern darum, wer in einer vorgegebenen Zeitspanne (je nach Klasse zwei oder drei Stunden) so viele Runden wie möglich bewältigt. Eine Runde dauerte zwischen elf und 13 Minuten, ein ganzes Rennen zwei bis drei Stunden. Wobei eine Zeitüberschreitung von 59 Sekunden erlaubt war. Alles darüber zog Punkt- beziehungsweise Zeitstrafen nach sich.

    Das und die Beschaffenheit der Strecke waren die Bedingungen, denen sich auch die Brüder Borst stellen mussten. Sie starteten in der sogenannten "Jedermann-Klasse", bei der keine Einschränkungen galten. Dementsprechend groß war das Feld der Teilnehmer - 104 Fahrer.

    "Seit über zehn Jahren starteten wir Drei mal wieder gemeinsam in einer Klasse", macht Nicolas Borst die Bedeutung des Rennens für ihn und seine Brüder deutlich. "Durch den tagelangen Regen war die Strecke extrem aufgeweicht und schlammig. Die Strecke war hierdurch sehr anspruchsvoll, aber machbar", erinnert sich der älteste der Borst-Brüder.

    Die Drei bewältigten den Kurs äußerst unterschiedlich. Marcel, der mittlere, fuhr ein souveränes Rennen ohne größere Fehler . Der Lohn: Platz 7 unter den 104 Teilnehmern. "Daniel hatte anfangs etwas Pech und blieb einige Minuten im Verkehr stecken, nachdem einige Fahrer vor ihm die Auffahrten nicht auf Anhieb bewältigen konnten und somit die Strecke versperrten", berichtet Nicolas Borst. Dennoch reichte es für ihn zum 29. Platz. Der älteste der Brüder schnitt am schlechtesten ab. Eigentlich kam Nicolas anfangs gut zurecht und mischte unter den Top 20 mit. "Zur Mitte des Rennens stürzte ich, konnte aber ziemlich schnell weiterfahren und sortierte mich direkt hinter Daniel ein. Trotz des Ärgers über den Sturz war der Ehrgeiz noch größer, als ich meinen Bruder direkt vor mir sah."

    Doch beim Versuch, in der letzten Runde noch einmal anzugreifen, übertrieb es der 33-Jährige. Er stürzte erneut, diesmal mit härteren Folgen. Sein Motorrad verkeilte sich zwischen zwei Baumstämmen. "Ich verbrachte einige Minuten damit, meine Enduro wieder frei zu bekommen und verlor einige Plätze. Im Ziel angekommen erfuhr ich, dass ich mit einer Zeitstrafe belangt wurde, da ich die Karenzzeit um zwei Minuten überschritten hatte." Am Ende sprang nur ein enttäuschender Platz 72 heraus. Trotz des unterschiedlichen Erfolges empfanden alle drei Brüder das Rennen als toll, auch, weil sie heilgeblieben waren.

    Daniel Borst startete noch einmal am zweiten Wettkampftag, diesmal bei einem Lauf über drei Stunden. Bei trockenen Verhältnissen hielt er sich bis kurz vor Schluss auf Platz 2 seiner Klasse. Doch dann regnete es wieder; die Strecke wurde glitschig. Daniel Borst verlor auf einer Steintreppe die Kontrolle über sein Motorrad. Er stürzte. Trotz verbogenen Lenkers und Armaturen erreichte er die Helferbox. Dort halfen ihm seine Brüder , die Enduro so zu richten, dass er das Rennen beenden konnte. Es wurde ein für die Anstrengungen toller 5. Platz.

    Sehr erfolgreich schnitt Manuel Schad aus Üchtelhausen ab, wie die Borst-Brüder für den MMC Schweinfurt startend. Der 39-Jährige räumte auf seiner BMW R 75/6 in zwei Klassen jeweils den 1. Platz ab. Ihm gefiel der Regen, weil er auf einem "griffigen Untergrund bei besten Bedingungen schnelle Zeiten fahren" konnte.

    Steffen Standke

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