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    Hausen bei Bad Kissingen

    Durchgebrannte Sicherungen braucht keiner

    Das U 15-Duell zwischen der SG Steinach und der SG Poppenlauer hätte ein ganz normales Spiel werden sollen.
    Sportlich ging es auch zu im U-15-Spiel der SG Steinach (rotes Trikot) gegen die SG Poppenlauer. Gesprochen wurde aber später ausschließlich über Szenen fernab von Fairplay. Foto: ssp
    Sportlich ging es auch zu im U-15-Spiel der SG Steinach (rotes Trikot) gegen die SG Poppenlauer. Gesprochen wurde aber später ausschließlich über Szenen fernab von Fairplay. Foto: ssp

    SG Steinach - SG Poppenlauer 1:3 (1:1). Tore: 1:0 Leon Schießer (10.), 1:1, 1:2 Jakob Hart (20., 48.), 1:3 Noah Hart (57., Foulelfmeter).

    Der Sport? Der spielt in der Nachbetrachtung kaum eine Rolle. Leider. Als das Spiel entschieden war, wandelte die Partie nämlich nahe an einem Abbruch. Und der wäre für Tino Wenzel gerechtfertigt gewesen. "Das war glatt rotwürdig und lag sogar im Bereich der versuchten Körperverletzung", sagte der Gästetrainer nach einem schlimmen Foul eines gegnerischen Spielers, "dem wohl die Sicherungen durchgebrannt sind." Brutalität, die Folgen hatte, weil der Spieler der Gästemannschaft, gerade mal elf Jahre alt und aus der U13 ausgeliehen, kurz das Bewusstsein verlor.

    "Wir Trainer baten den Schiedsrichter fast schon flehend, diesem Treiben ein Ende zu setzen und die Gesundheit unserer Spieler zu schützen, da dies nicht der erste Versuch eines Frustfouls war", sagt Tino Wenzel. Mit dem Notarzt musste der Verletzte ins Krankenhaus gefahren werden, konnte dieses aber am Abend wieder verlassen. "Der foulende Spieler hielt es noch nicht mal für notwendig, sich bei unserem Spieler zu entschuldigen. Während einige Zuschauer der Heimelf unseren schwer verletzten Spieler als Schwalbenkönig bezeichneten, sprachen sich andere deutlich gegen das Verhalten ihrer Mannschaft aus und wünschten unserem Spieler gute Besserung", so Wenzel, der dem jungen Schiedsrichter "ausdrücklich in Schutz nehmen und keine Vorwürfe machen" will.

    Sichtlich um Deeskalation bemüht ist Patrick Fichte, der nach dem Spiel die Kabine der Gäste aufsuchte, um sich nach dem verletzten Spieler zu erkundigen und schnelle Genesungswünsche auszusprechen. "Wir werden die Vorkommnisse intern auch noch mal besprechen und aufbereiten", sagt der Coach der SG Steinach, der die besagten Szenen nur aus der Ferne ahnen konnte angesichts der großen Entfernung und der angebrochenen Dämmerung über dem Hausener Sportplatz. "Davor hat es hüben wie drüben Fouls gegeben, das hat sich irgendwie hochgeschaukelt. Da hätte der Schiedsrichter von Beginn an eine klare Linie reinbringen müssen", sagt Fichte.

    In Führung gegangen war die SG Steinach durch Leon Schießer nach dem Chipball von Ian Owens. Für die SG Poppenlauer egalisierte Jakob Hart nach einem schönen Pass von Jonas Ebert mit einem satten Spannstoß ins rechte obere Toreck. Nach der Halbzeitpause war die gastgebende Spielgemeinschaft mit Fußballern vom TSV Steinach, TSV Aschach, TSV Bad Bocklet und der TSVgg Hausen deutlich überlegen, doch mitten in die Drangperiode der Heimelf hinein traf erneut Jakob Hart per Abstauber nach einem Fernschuss von Maximilian Barth. Zum Endstand traf Noah Hart mit seinem verwandelten Strafstoß. Danach agierten die Gäste mit Spielern aus Poppenlauer , Weichtungen, Maßbach, Volkershausen und Rothhausen aus einer sicheren Defensive um Abwehr-Boss Felix Weipert und Keeper Maxim Waßmiller.

    Jürgen Schmitt

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