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    Oberthulba

    Ein verlockendes Angebot für Lucas Zahaczewski

    Nach fast einem Jahrzehnt bei der SpVgg Greuther Fürth erhofft sich der Oberthulbaer mit dem Wechsel nach Bayreuth den nächsten Karriere-Sprung.
    Wechselt zum 1. Juli von der U23 der SpVgg Greuther Fürth zur ebenfalls in der Regionalliga Bayern spielenden SpVgg Bayreuth: Lucas Zahaczewski. Foto: Sportfoto Zink/Wolfgang Zink       -  Wechselt zum 1. Juli von der U23 der SpVgg Greuther Fürth zur ebenfalls in der Regionalliga Bayern spielenden SpVgg Bayreuth: Lucas Zahaczewski. Foto: Sportfoto Zink/Wolfgang Zink
    Wechselt zum 1. Juli von der U23 der SpVgg Greuther Fürth zur ebenfalls in der Regionalliga Bayern spielenden SpVgg Bayreuth: Lucas Zahaczewski. Foto: Sportfoto Zink/Wolfgang Zink

    Es ist ein Stück Heimat, das Lucas Zahaczewski aufgibt, damit auch ein Stück Sicherheit. Aber die neue Aufgabe hat halt ihren Reiz. Nach neun Jahren bei der SpVgg Greuther Fürth wird der Oberthulbaer zum 1. Juli 2020 zur SpVgg Bayreuth in die Regionalliga Bayern wechseln, ablösefrei. "Der Spielvereinigung bin ich sehr dankbar. Denn ich habe in Fürth unheimlich viel gelernt, durfte ja auch mit den Profis trainieren. Aber jetzt freue ich mich auf die nächste Herausforderung", sagt der 19-Jährige, der mit einigen Vorschuss-Lorbeeren zur "Altstadt" kommen wird.

    Zahaczewski war nämlich der Wunschkandidat von Torwart-Trainer Udo Gans, der während seiner Zeit beim Nachwuchs der SpVgg Greuther Fürth den zukünftigen Altstädter Keeper mit ausgebildet hat. "Lucas bringt alle Anlagen mit und hat auch schon nachgewiesen, dass er in der Regionalliga spielen kann", sagt Gans über den Torwart , der beim kleinen Kleeblatt dreimal in der vierten Liga spielte und dabei zweimal seinen Kasten sauber hielt. "Er ist außerdem noch entwicklungsfähig und passt charakterlich gut in die Mannschaft." Die Oberfranken waren auf der Torwart-Position zum Handeln gezwungen, weil Alexander Skowronek (22) nach drei Jahren den Verein im Sommer verlassen wird.

    Aufgrund der Corona bedingten Spielpause ist für Lucas Zahaczewski aktuell nur eingeschränktes Training möglich mit unterschiedlichen Laufeinheiten und Kraft- oder Yoga-Übungen, die der Verein via Laptop an seine Sportler weitergibt. Vollständig geheilt ist mittlerweile der Handgelenks-Bruch aus dem September vergangenen Jahres, erlitten im Regionalliga-Spiel gegen den FV Illertissen. "Die Platten und Schrauben sind raus. Ich bin wieder fit", sagt der Keeper, der den Konkurrenzkampf bei seinem neuen Verein gerne annimmt. "Um zu spielen, muss ich meine Leistung bringen. Ich will unbedingt meinen Teil dazu beitragen, mit Bayreuth um den Aufstieg in die 3. Liga zu spielen."

    In die Wagnerstadt umziehen wird der Unterfranke übrigens nicht, der seit eineinhalb Jahren mit seiner Freundin in der Nähe von Fürth lebt und problemlos pendeln kann. Wenn es die Zeit zulässt, schaut der 1,86 Meter große Rechtsfuß immer noch gerne in der alten Heimat vorbei: bei der Familie und den Oberthulbaer Fußballern.

    Kein Thema war übrigens ein Wechsel zum Liga-Konkurrenten FC 05 Schweinfurt , der bekanntlich ebenfalls mit aller Macht den Sprung in Liga 3 anstrebt. "Da gab es keinen Kontakt", sagt Zahaczewski, der in ganz jungen Jahren von seinem Heimatverein TSV Oberthulba zu den Schnüdeln gewechselt war, ehe im Juli 2011 der Wechsel zur SpVgg Greuther Fürth folgte. Bei einem Turnier in Hallstadt waren Nachwuchs-Trainer des Fußball-Zweitligisten auf diesen Buben aufmerksam geworden, der die Bälle wie ein Magnet anzog.

    Zweimal in der Woche ging es ins Nachwuchsleistungs-Zentrum zur U12 der Spielvereinigung, parallel wurde Lucas Zahaczewski im DFB-Stützpunkt im Bad Kissinger Sportpark trainiert. Ein knappes Jahr später bekam das Torwart-Talent seinen ersten Vertrag, bis dahin hatte es lediglich einen Fahrtkostenzuschuss gegeben. Nun fuhr der Zwölfjährige dreimal in der Woche nach der Schule mit dem Zug von Bad Kissingen ins Mittelfränkische. Selbstständig. Vater Torsten, selbst passionierter Fußballer , brachte den Filius zum Bahnhof und holte ihn dort abends wieder ab.

    Weil die Leistungen stimmten, auf dem Platz wie in der Schule, konnte Lucas Zahaczewski bald bei Gasteltern leben und damit früh seinen Lebensmittelpunkt nach Fürth verlegen. "In allen Altersklassen war ich die Nummer eins, auch nach Verletzungen wie dem Wadenbeinbruch in der U16 oder dem Fingerbruch in der U19-Bundesliga", sagt die angehende Fachkraft für Lagerlogistik. "Nach meinem Schul-Abschluss habe ich diese Ausbildung begonnen. Den Praxistest habe ich bereits bestanden, die theoretische Prüfung wurde aufgrund von Corona verschoben."

    Um sich in der Spielpause sinnvoll zu beschäftigen, hat sich der Torwart einer besonderen Handarbeit verschrieben. "Ich erledige bei einer Firma im Nebenjob verschiedene Gärtner-Tätigkeiten." Ein grüner Daumen - passt ja irgendwie zu einem begabten Rasen-Arbeiter wie Lucas Zahaczewski.

    Jürgen Schmitt

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