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    LKR Bad Kissingen

    Eingeschränktes Fußballtraining ist möglich

    Ein Leitfaden des bayerischen Verbandes gibt den Vereinen und Spielern eine Orientierung. Dazu ein Kommentar.
    Trainingseinheiten in Kleingruppen - so wie hier beim Fußball-Zweitligisten 1. FC Nürnberg - sind im Profibereich schon länger erlaubt, nun gilt das auch für Mannschaftssportarten im Amateurbereich.   Foto: Sportfoto Zink       -  Trainingseinheiten in Kleingruppen - so wie hier beim Fußball-Zweitligisten 1. FC Nürnberg - sind im Profibereich schon länger erlaubt, nun gilt das auch für Mannschaftssportarten im Amateurbereich.   Foto: Sportfoto Zink
    Trainingseinheiten in Kleingruppen - so wie hier beim Fußball-Zweitligisten 1. FC Nürnberg - sind im Profibereich schon länger erlaubt, nun gilt das auch für Mannschaftssportarten im Amateurbereich. Foto: Sportfoto Zink

    Als bekannt wurde, dass auch in Mannschaftssportarten der Trainingsbetrieb ab dem Montag wieder aufgenommen werden darf, reagierte der Bayerische Fußballverband ( BFV ) umgehend. Das Resultat ist ein fünfseitiger Leitfaden zur Wiederaufnahme des eingeschränkten Trainingsbetriebs - und dieser beinhaltet zahlreiche Einschränkungen und Regeln.

    So muss im Vorfeld geklärt sein, ob der Trainingsbetrieb in der jeweiligen Kommune gestattet ist. Zudem muss während des Trainings der Mindestabstand eingehalten werden, einer Übungsgruppe dürfen maximal fünf Personen (inklusive Trainer oder Betreuer) angehören, und die Übungen müssen kontaktlos durchgeführt werden. Zuschauer sind verboten. Umkleidekabinen, Nassbereiche sowie Gesellschafts- und Gemeinschaftsräume dürfen nicht genutzt werden.

    Als "organisatorische Grundlagen" gibt der Fußballverband unter anderem vor, dass ein "Corona-Beauftragter" bestimmt werden soll, der im Verein die Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs koordiniert. Zudem müssen Trainer , Betreuer und Spieler mit den Regeln und Hygienevorschriften vertraut gemacht werden. Es gibt Anwesenheitslisten, um mögliche Infektionsketten besser nachverfolgen zu können, und Checklisten zur Abfrage von Symptomen. Die Trainingsteilnehmer sollen frühestens zehn Minuten vor Beginn der Einheit und möglichst einzeln anreisen. Dabei tragen sie bereits ihr Sportkleidung oder ziehen sich direkt am Platz um. Beim Betreten und Verlassen des Sportgeländes darf kein "Stau" entstehen, geduscht wird zu Hause.

    Keine Kopfbälle

    Zudem gelten weitreichende Hygiene-Maßnahmen. So muss die Möglichkeit zur Händedesinfektion bestehen. Das Trainingsmaterial beschränkt sich auf das Nötigste. Bälle und Markierungshütchen sollen vor und nach der Einheit desinfiziert werden. Körperkontakt, egal ob bei der Begrüßung, beim Jubeln oder den jeweiligen Übungen ist verboten. Spucken und Nase putzen auf dem Feld ist zu vermeiden.

    Aus den zahlreichen Bestimmungen leitet der BFV Tipps zur inhaltlichen Gestaltung der Trainingseinheiten ab. Im Optimalfall sollen die Kleingruppen stets in der gleichen Zusammensetzung zusammenkommen. Die Belegung eines Sportplatzes erfolgt durch maximal 20 Spieler. Es gilt die Faustregel: nicht mehr als zehn Personen pro Hälfte. Dabei ist ein Trainer maximal für neun Spieler zuständig. Die Spieler berühren die Bälle auf dem Platz ausschließlich mit dem Fuß, Kopfbälle sollen nicht gemacht werden.

    Für den Jugendbereich empfiehlt der BFV unter anderem, dass zunächst das Training der Altersklasse U12 und älter wieder aufgenommen wird. Nur falls Unterstützung nötig ist, darf ein Elternteil am Sportgelände anwesend sein.

    Trotz der zahlreichen Regelungen und Einschränkungen vertraut der Präsident des Bayerischen Fußballverbandes auf das Verantwortungsgefühl in den Vereinen. "Wir wissen, dass es bis zur Rückkehr zur Normalität noch ein weiter Weg ist", wird Rainer Koch auf der BFV-Homepage zitiert. "Jetzt kommt es auf uns alle an, dass wir uns auch strikt an die staatlichen Regelungen halten, wohl überlegt und mit gesundem Menschenverstand die ersten Schritte auf den Plätzen machen."

    Kommentar von Torsten Ernstberger

    Die Mannschaftssportarten dürfen wieder trainieren. Die einschränkenden Regeln: Kleingruppen von maximal fünf Personen, nur kontaktloses Freiluft-Training und striktes Einhalten der Hygieneverordnung. Klingt auf den ersten Blick machbar. Die Vorfreude vieler Sportler auf Einheiten mit Ball und Teamkollegen ist sicher gestiegen.

    Doch was an den Regeln alles hängt, zeigt der Leitfaden der bayerischen Fußballer . Auf fünf Seiten wird erklärt, was jetzt gemacht werden darf, was nicht - und vor allem, was jetzt alles zusätzlich nötig ist. Die Vereine sind demnach massiv gefordert und stehen in der Verantwortung. Können sie die geforderten Rahmenbedingungen schaffen und die Abläufe gewährleisten? Schwingt selbst bei Einhaltung aller Auflagen nicht ein mulmiges Gefühl bei allen Beteiligten mit? Denn: Die Ansteckungsgefahr ist zwar geringer, aber trotzdem noch da. Und wenn es zum Regelverstoß oder zur Corona-Erkrankung kommt, wer haftet: Spieler, Verein, Trainer , Corona-Beauftragter?

    Die Amateur-Fußballvereine tun sich mit eingeschränkten Trainingseinheiten zum aktuellen Zeitpunkt keinen Gefallen. Zumal aus sportlicher Sicht wohl eher eine Beschäftigungstherapie mit Ball in Kleingruppen möglich ist, als normales Training. Und dann ist da ja noch der BFV-Plan, die Saison frühestens im September fortzusetzen. Aus Kostengründen und sportlichen Aspekten wird sich wohl kaum ein Amateurverein vier Monate auf eine Spielzeit vorbereiten. Einige Wochen Geduld stehen den Amateurfußballern gerade besser zu Gesicht als risikobehafteter Trainingsfleiß.

    Redaktion

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