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    Oberleichtersbach

    Florian Friebels kurioses Eigentor-Spiel

    Ein Fußballspiel mit drei Eigentoren hat Florian Friebel von der SG Oberleichtersbach/Modlos bis zum vergangenen Wochenende nicht erlebt. Außerdem schoss er im Spiel gegen Volkers vier Tore. Foto: Kerstin Junker
    Ein Fußballspiel mit drei Eigentoren hat Florian Friebel von der SG Oberleichtersbach/Modlos bis zum vergangenen Wochenende nicht erlebt. Außerdem schoss er im Spiel gegen Volkers vier Tore. Foto: Kerstin Junker

    Es war eine Toreflut, selbst für ein A-Klassen-Spiel ungewöhnlich: Bei der Begegnung TSV Volkers gegen SG Oberleichtersbach /Modlos (1:9) fielen zehn Treffer. Allein drei waren Eigentore. Live dabei war Florian Friebel, Torjäger der SGO. Er steuerte vier Tore zum Sieg seiner Farben bei. Grund genug, den 32-Jährigen zum Spieler der Woche zu küren. Im Interview berichtet der Brückenauer, der als Koch im Kurstift arbeitet, wie er das denkwürdige Match erlebt hat, was er mit seinem Verein vorhat und wer Otto-Wadi-Schmitt ist.

    Florian, hast Du schon mal ein Spiel mit drei Gegentoren erlebt?

    Florian Friebel: Tatsächlich noch nie in meiner Laufbahn. Und ich habe bereits mit sechs Jahren mit dem Fußball angefangen, also vor 26 Jahren.

    Erzähl mal: Wie kamen die Eigentore zustande?

    Also ich denke, unser Gegner hatte einen rabenschwarzen Tag. Wir sind gut ins Spiel gekommen und haben in der 2. Minute das 1:0 gemacht. Doch dann unterlief uns das erste Eigentor. Der Volkerser Markus Brust ist ja für seine langen Einwürfe bekannt. Nach so einem hat die Abstimmung in unserer Abwehr nicht gestimmt. Maxi Schmitt hat den Ball dann unglücklich mit dem Kopf ins Tor weitergeleitet. So was passiert.

    Dann habt ihr aber den Volkersern ordentlich eingeschenkt.

    Genau. Das 2:1 für uns - das zweite Eigentor - war ein Schuss von Dominik Marx. Den hat der Volkerser Manuel Zeitz ins Tor abgelenkt. Das wurde dann als Eigentor gewertet.

    Das dritte Eigentor fiel erst gegen Ende des Spiels.

    Das entstand aus einem langen Ball auf Fabian Kubata. Der hat ihn dann von der Seitenauslinie reingespitzelt. Der Volkerser Torhüter Florian Weber hat ihn sich dann mit den Händen irgendwie selbst reingeschaufelt.

    Wenn der Gegner sich so viele Eier selbst ins Nest legt, empfindet man da als Spieler Schadenfreude oder tut einem der Kontrahent leid?

    Jeder in unserer Mannschaft hatte Mitgefühl mit den Volkersern. Ich war nach dem Spiel noch beim Torwart und habe ihn getröstet. Er hat gesagt, dass es nicht sein Tag war und dass ihm so was in seiner Karriere nicht noch mal passieren wird.

    Du selbst hast in der Begegnung vier Mal getroffen. Hast Du das schon mal geschafft?

    In dieser Spielzeit noch nicht. Für meinen früheren Verein Kothen habe ich mal fünf Tore in Wartmannsroth geschossen. Das alles mit neuen Fußballschuhen. Das fand ich nicht schlecht.

    Aber gefreut hast Du Dich trotzdem?

    Schon. Aber wir wissen das Spiel gegen Volkers durchaus einzuordnen. Richtig zufrieden sind wir damit nicht. Ich denke, wir haben vier Tore zu hoch gewonnen.

    Du stehst schon wieder bei zwölf Saisontoren, warst mehrfach Torschützenkönig. Ist es in der A-Klasse einfacher, Tore zu erzielen, als in der Kreisklasse, wo ihr vergangene Saison angetreten seid?

    Das würde ich nicht sagen. Dein Name ist ja irgendwann bekannt bei den Gegnern. Da hast Du schnell ein bis zwei Bewacher bei dir. Zum Toreschießen gehören auch Glück und eine gute Mannschaftsleistung. Ohne sie stehst Du als Torjäger vorn allein da.

    Apropos Mannschaftsleistung. Nach dem Abstieg aus der Kreisklasse habt ihr euch gut berappelt. Die SG Oberleichtersbach /Modlos steht punktgleich mit Machtilshausen an der Spitze der A1.

    Vom Potenzial der Mannschaft her finde ich das nicht überraschend. Mit 32 Jahren bin ich der Älteste. In unserer jungen Truppe steckt viel Steigerungspotenzial. Wir versuchen, eine konstante Saison zu spielen und schauen, was herauskommt. Unser Trainer, Stefan Brustmann stellt uns da taktisch gut auf. Mit ihm haben wir vorletzte Saison in der Relegation den Aufstieg schon mal geschafft. Wir wollen, müssen aber nicht hochgehen. Allerdings muss man mit insgesamt fünf Teams rechnen. Neben uns und Machtilshausen sind das Schondra, Obereschenbach und Garitz.

    Wenn so viel Potenzial in der Mannschaft steckt: Warum hast es in der Kreisklasse nicht zum Klassenerhalt gereicht?

    Ich denke, dass unsere junge Truppe in den wichtigen Spielsituationen zu blauäugig war. Wir waren nie die spielerisch schlechtere Mannschaft. Aber es hat eben die Erfahrung gefehlt.

    Was können wir von Dir persönlich noch erwarten?

    Ich denke nicht, dass es für mich mit vier Toren pro Spiel weitergeht. Aber ich setze mir für eine Spielzeit eine gewisse Marke; die liegt bei 20 Toren. Alles weitere nehme ich gerne mit. Der Titel des Torschützenkönigs ist ja eine schöne persönliche Auszeichnung. Aber für mich steht der Erfolg der Mannschaft im Vordergrund. Da will ich mit meiner Erfahrung und den Toren vorangehen. Ach übrigens ....

    Ja, bitte?

    Ich möchte noch unseren Pressesprecher und Edelfan Martin Schmitt erwähnen. Alle nennen ihn nur 'Otto-Wadi-Schmitt'. Er hat immer seinen Schal dabei und macht uns vor dem Spiel richtig heiß. Die Fragen stellte Steffen Standke

    Steffen Standke

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