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    Ramsthal

    Frank Tillemann ist der Haarder Schreck

    Als Ramsthals Schlussmann zum unüberwindbaren Hindernis wurde, Derby-Niederlagen besonders schmerzten und Sportheim-Abende lang waren.
    Vorbildliche Kopfball-Technik zeigt hier Ramsthals Patrick Seufert. Der kraftvolle Sprung wird bestaunt von (von links) Alexander Unsleber, Haards Manfred Hillenbrand und Holger Späth. Foto: Oliver Kleinhenz       -  Vorbildliche Kopfball-Technik zeigt hier Ramsthals Patrick Seufert. Der kraftvolle Sprung wird bestaunt von (von links) Alexander Unsleber, Haards Manfred Hillenbrand und Holger Späth. Foto: Oliver Kleinhenz
    Vorbildliche Kopfball-Technik zeigt hier Ramsthals Patrick Seufert. Der kraftvolle Sprung wird bestaunt von (von links) Alexander Unsleber, Haards Manfred Hillenbrand und Holger Späth. Foto: Oliver Kleinhenz

    Von einer Partie, die mit Wohlwollen in die Kategorie "Durchschnitt" eingeordnet werden kann, berichtete die Heimatzeitung am 7. April 2003. Über das Mittelfeld-Duell der Kreisklasse KG 1 zwischen dem SV Ramsthal und der SpVgg Haard, das die Ramsthaler durch das Tor des Tages von Philipp Röhrle für sich entscheiden konnten. Obwohl seitdem mehr als 17 Jahre vergangen sind, werden bei Alexander Unsleber und Manfred Hillenbrand einige Erinnerungen wach.

    Für den Ramsthaler Alexander Unsleber, der noch heute als 36-Jähriger sehr erfolgreich für den Nachbarn vom VfR Sulzthal stürmt, war es damals die erste komplette Saison im Erwachsenenbereich. "Das war für uns junge Spieler schon etwas Besonderes, gemeinsam mit einigen alten Haudegen auf dem Platz stehen zu dürfen", erinnert sich Unsleber. "Die Motivation war eine andere als in der Jugend." Auch für Patrick Seufert, der auf dem Foto seine vorbildliche Kopfballtechnik bewies: "Patrick war nur ein halbes Jahr älter als ich. Er war ein super Abräumer, zweikampf- und kopfballstark, wie man auf dem Foto erkennen kann."

    Der Verzweiflung nahe

    Matchwinner war an diesem Tag jedoch ein anderer: Ramsthals Keeper und Spielführer Frank Tillemann, der die Haarder Angreifer gleich mehrfach zur Verzweiflung brachte. So auch den heute 56-jährigen Manfred Hillenbrand, der sich ebenfalls noch dunkel an das Spiel erinnern kann: "An diesem Tag hätten wir noch eine Stunde länger spielen können, wir hätten nicht getroffen. Der Ramsthaler Keeper war richtig stark." Zu allem Überfluss scheiterte Hillenbrand in der 80. Minute vom Elfmeterpunkt an Tillemann. "Frank war ein echt spezieller Keeper, er hat uns viele Spiele gerettet, auch wenn er für den ein oder anderen Fauxpas gut war", blickt Alexander Unsleber zurück.

    Manfred Hillenbrand weiß noch, dass er sich zu dieser Zeit vom Punkt mit seinem Bruder Norbert und mit Gerhard Metz abwechselte. "Wir haben spontan entschieden, wer schießen soll. Ich war meistens auch ein sicherer Schütze." In die Kategorie "Kuriosität" ist die Szene in Folge des Elfmeters zu verorten, als sich Ramsthals Tobias Hannig den gelb-roten Karton abholte. Unsleber erinnert sich: "Tobias hatte den Elfer verursacht, für ihn war er jedoch unberechtigt. Als Frank Tillemann dann parieren konnte, freute er sich darüber scheinbar zu lautstark und flog vom Platz."

    Alexander Unsleber kennt auch einen Grund für die hohe Intensität auf dem Platz: "Unser Ramsthaler Trainer-Urgestein Josef "Joschi" Späth stand damals für Haard an der Seitenlinie. Dadurch war die Motivation besonders hoch." Insbesondere darin sieht Manfred Hillenbrand die Ursache dafür, dass er heute gerne auf die Duelle mit Ramsthal zurückblickt. "Auch nach Niederlagen sind wir immer im Ramsthaler Sportheim geblieben. Dort hat es uns gefallen."

    Ein unspektakuläres Ende

    Für beide Teams endete die Spielzeit 2002/03 relativ unspektakulär auf Plätzen im Mittelfeld. Für den SV Ramsthal stand zum Saisonabschluss der siebte, für die SpVgg Haard der zehnte Rang.

    Besonders intensive Erinnerungen hat Alexander Unsleber an die damaligen Derbys: "Ich denke vor allem an unser Heimspiel gegen Wirmsthal zurück. Es endete 1:1, ich konnte in der Schlussphase noch den Ausgleich erzielen." Damals sei die Brisanz von Derbys noch eine ganz andere gewesen als heute. "Das Verlierer-Team durfte sich tagelang nicht auf der Straße blicken lassen", schmunzelt Unsleber rückblickend.

    Während Alexander Unsleber bis heute in Ramsthal wohnt, seit 2015 aber beim VfR Sulzthal seinen "zweiten Frühling" erlebt, ist Manfred Hillenbrand den Haardern bis heute treu geblieben. "Gelegentlich kicke ich noch für die Alten Herren." Das Fußballgeschehen verfolgt er weiterhin mit großem Interesse: "Meine beiden Söhne sind ebenfalls Fußballer . Einer spielt für die aktuelle SG-Mannschaft. Da bin ich natürlich mit Leib und Seele dabei."

    Ramsthal Frank Tillemann, Marco Wahler, Tobias Hannig, Patrick Seufert, Peter Unsleber, Alexander Unsleber, Philipp Roehrle, Oliver Metzler, Heiko Wahler, Tino Feichtinger, Holger Späth.

    Haard Bernd Heinrich , Oliver Metz, Andreas Müller , Patrick Häse, Daniel Kerber, Timo Nöth, Norbert Hillenbrand, Gerhard Metz, Frank Kleinhenz, Dirk Romankewitz, Manfred Hillenbrand.

    Johannes Wolf

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