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    LKR Bad Kissingen

    Gnadenlose Bad Brückenauer Effektivität

    Die Tempogegenstöße im Hexenkessel überfordern die Veitshöchheimer. Hammelburgs Frauen untermauern mit ihrem Derbysieg die Titel-Ambitionen.
    Überzeugender Auftritt: Jonas Rendl (vorne) traf für die DJK Nüdlingen fünfmal. Foto: Hopf
    Überzeugender Auftritt: Jonas Rendl (vorne) traf für die DJK Nüdlingen fünfmal. Foto: Hopf

    FC Bad Brückenau - HG Maintal 37:16 (20:5).

    Das ging alles viel zu schnell für die in dieser Saison noch sieglose HG Maintal, die in der Dreifachturnhalle in Römershag dem hohen Tempo des FC Bad Brückenau zu keiner Phase der einseitigen Partie gewachsen war. Das Team aus Veitshöchheim zeigte im Rhöner Hexenkessel zwar immer wieder gefällige, einstudierte Spielzüge in der Offensive, war allerdings am eigenen Kreis in Sachen Abwehrarbeit hoffnungslos überfordert. Mit so wenig Gegenwehr hatte FC-Coach Oliver Hilbert-Probeck nicht gerechnet. Die tollen Tempogegenstöße über Nick Schumm, Michael Müller , Georg Hoch, Tom Schumm und Simon Weiner verfehlten ihre Wirkung nicht: Bei der HG Maintal brach frühzeitig der Frust aus angesichts der gnadenlosen Effektivität der Bad Brückenauer Torfabrik. Der FC-Coach nutzte die Gunst der Stunde, schonte einige Leistungsträger wie Torjäger Simon Dietrich und gönnte auch dem gut aufgelegten Keeper Peter Feuerstein Pausen, um Thomas Bieber Spielpraxis zu geben, der mit seinen Paraden auch gleich voll einschlug. Die Unparteiischen Tobias Schülling und Mario Seyfried leiteten das Match so routiniert und souverän, dass sie ohne jegliche Zeitstrafe auskamen, was im Handballsport eine echte Seltenheit darstellt. "Hohe Konzentration gegen den Tabellenletzten" hatte Bad Brückenaus Coach gefordert. Er wurde von den Seinen nicht enttäuscht.

    Tore für Bad Brückenau: Nick Schumm (8), Tom Schumm (7), Alexander Bauer (5), Simon Weiner (4), Michael Müller (4), Georg Hoch (3), Fabian Peter (2), Simon Dietrich (2), Max Puschner (1/1), Lukas Heil (1).

    FC Bad Brückenau - TSV Lohr 17:31 (10:15).

    Dass der sonst so besonnene Brückenauer Coach Michael Pragmann seine Wasserflasche mit Schmackes in die Ecke donnerte, sagt über dieses Spiel alles aus: In der Schlussphase gingen die FClerinnen unter und zeigten gegen einen ballsicheren TSV Lohr zuletzt kaum noch Gegenwehr. Die eingewechselte Keeperin Larissa Schneider war nicht zu beneiden, denn sie war bei unzähligen Lohrer Kontern völlig auf sich alleine gestellt. Ihre Paraden konnten an der hochverdienten Niederlage aber nichts mehr ändern. Im ersten Durchgang hatte es durchaus Lichtblicke gegeben. Schön herausgespielte Treffer von Theresa Löser zum Beispiel, die als Linksaußen enormen Zug zum Tor entwickelte. Auch Jennifer Franks Konter waren einige Mal von Erfolg gekrönt. Doch es lief eben auch einiges völlig schief: Von sechs zugesprochenen Siebenmetern verwandelten die FClerinnen lediglich einen einzigen. Eine unterirdische Quote. Und oftmals luden die Gastgeberinnen mit leichtfertigen Passfehlern die Lohrerinnen förmlich zu Kontern ein. Erfreulich: Die langzeitverletzte Marie König kehrte nach vielen Wochen Pause in den Kader zurück und schonte sich nach ihrer Einwechslung nicht. Im Kampf gegen den unvermeidlich erscheinenden Abstieg wird es erfahrene Spielerinnen brauchen.

    Tore für Bad Brückenau: Jennifer Frank (6/1), Theresa Löser (5), Lena Übelacker (2), Anna Pragmann (1), Marie König (1), Sabrina Beck (1), Sophie Gundelach (1).

    DJK Nüdlingen - MHV Schweinfurt 23:35 (9:17).

    Niederlagen sind immer ärgerlich, auch gegen den Tabellenführer. Zumal die Nüdlinger ja mittendrin sind im Abstiegskampf der Bezirksliga. Allerdings war schlichtweg keine Überraschung zu erwarten, weil den DJKlern mit Bastian Kiesel der Topscorer krankheitsbedingt fehlte. Zwar führte der Primus zur Halbzeit bereits klar, doch zu Beginn gaben die Nüdlinger einen ebenbürtigen Gegner ab, der gleich mehrmals Rückstände egalisierte bis zum 7:7. Dann aber setzten sich die Qualitäten des Gegners immer besser durch, der mit einem 7:0-Lauf vorentscheidend auf 16:9 davonzog. "20 Minuten haben wir super mitgespielt und unsere Chancen gut verwertet. Dann haben wir uns einige Fehlwürfe geleistet, die die Schweinfurter mit schnellen Gegenstößen gnadenlos ausgenutzt haben", analysierte DJK-Trainer Harry Rauch. Nach dem Wechsel steigerten die dünn besetzten Nüdlinger immerhin ihre Torausbeute, sodass die Niederlage im Rahmen blieb. "Vincent Przybilla hat das am Kreis richtig gut gemacht. Auch der Rückraum um Andreas Petsch, Jonas Rendl und Julius Rauch hat spielerisch überzeugen können", so Harry Rauch.js

    Tore für Nüdlingen: Andreas Petsch (6), Jonas Rendl (5), Vincent Przybilla (4), Kilian Geßner (2), Jonathan Kaim (2), Julius Rauch (2/1), Kai Kunzmann (1), Felix Planetosch (1).

    FC Bad Brückenau II - HG Maintal II 14:24 (5:10).

    Das war wahrlich kein sportlicher Leckerbissen, den die Zweitvertretung der FC-Herren gegen die Reserve aus Veitshöchheim anbot. Im ersten Durchgang lief in der Offensive überhaupt nichts zusammen angesichts der fünf Treffer auf der Habenseite. Nach der Pause rappelte sich das Team um Routinier Urs Grewen wieder auf, hatte aber angesichts des deutlichen Vorsprungs der stark besetzten Maintaler Zweitvertretung überhaupt keine Chance mehr, das Spiel noch zu drehen. In der Bezirksklasse spielen die Veitshöchheimer außer Konkurrenz mit, was den Vorteil hat, dass sie bei weiten Auswärtsfahrten mit beiden Herrenmannschaften auf den gleichen Kader zurückgreifen können. Tröstlich für den FC Bad Brückenau II: Das Match hat keine Auswirkungen auf die Tabelle.

    Tore für Bad Brückenau II: Urs Grewen (6/3), Tom Leidel (3), Niklas Gerlach (1), Dominik Hüfner (1), Christian Karl (1), Yannick Reim (1), Sven Schulze (1).

    TV/DJK Hammelburg - FC Bad Brückenau II 31:19 (17:11).

    Geradezu sensationell war die spielerische Vorstellung der Saalestädterinnen im ersten Durchgang. Insbesondere Nicole Simon traf fast nach Belieben mit ihren kraftvollen Sprungwürfen. Einen ebenfalls großen Anteil am ungefährdeten Triumph der Hammelburgerinnen hatte Torfrau Ute Leidner, die Bälle scheinbar mühelos direkt aus der Luft abfing, um sofort den Gegenangriff einzuleiten. Bei Kontern beeindruckten Annika Keller und Laura Finke mit großer Ballsicherheit und irrem Tempo. Sophie Kohlhepp im Bad Brückenauer Kasten stand von der ersten Sekunde an unter Dauerfeuer. Der später eingewechselten Larissa Schneider erging es kaum besser, aber sie biss sich ehrgeizig in das Match hinein und bewahrte die Gäste mit ihren Paraden vor einem Debakel . Lediglich drei von acht Siebenmetern brachten die Sinnstädterinnen im Kasten von Ute Leidner unter. Zumindest Anna Pragmann und Katharina Probeck zeigten in der Bad Brückenauer Offensive eine starke Leistung. Erst im Verlauf des zweiten Durchgangs ließ bei den Saalestädterinnen im Angriff ein wenig die Konzentration nach, was angesichts des großen Vorsprungs verschmerzbar blieb. Hammelburgs Coach Bernhard Hereth strahlte nach dem Abpfiff mit den Spielerinnen um die Wette, die sich obligatorisch als "Derbysieger" im Tanzkreis feierten und ihre große Euphorie kaum verbergen konnten. In dieser bestechenden Form werden die Hammelburgerinnen auf ihrer Mission Meisterschaft wohl kaum zu stoppen sein.

    Tore für Hammelburg: Nicole Simon (8), Annika Keller (7), Laura Finke (5/3), Nicole Schröter (4), Lea Schlereth (4), Helen Faust (1), Tabea Hüfner (1), Lena Doschko (1).

    Tore für Bad Brückenau II: Anna Pragmann (7/2), Katharina Probeck (6), Maria Römmelt (3/1), Jana Gebhard (2), Irina Trotno (1).

    SG Garitz/Nüdlingen II - TG Höchberg III 28:14 (13:7).

    Irgendwie war das ein komisches Wochenende für die Spielgemeinschaft. Die Reserve freute sich zwar über einen Kantersieg über die dritte Höchberger Mannschaft, die in der Bezirksklasse allerdings außer Konkurrenz unterwegs ist. In diesem fairen Spiel gab es keine einzige Zweiminutenstrafe und auch nur einen Siebenmeter. Zwangsspielfrei hatte das Bezirksliga-Team nach der kurzfristigen Absage des TSV Partenstein. Die Punkte wandern punktlos auf die SG-Seite, womit der Titel bei acht Zählern Vorsprung nur noch Formsache scheint.js

    Tore für die SG: Hanna Mahlmeister (6), Marina Titt (5), Anna Sebischka (4), Melissa Schäfer (3), Carina Geisel (3), Anna-Lena Höchemer (2), Pia Steinegger (2), Leonie Kaiser (1), Sophie Hippler (1), Cara Reiher (1).

    Sebastian Schmitt

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