• aktualisiert:

    Hammelburg

    Hammelburg Volleys: eine harte Prüfung

    Das vorzeitige Saisonende hat zumindest etwas Gutes: Bei der Vorbereitung auf die neue Saison gewinnen die Verantwortlichen etwas Zeit.
    Ist die Saison wirklich zu Ende? Das scheinen sich die Hammelburger Moritz Rauber (links) und Laurentiu Vinatoru zu fragen. Foto: Jens Feistel       -  Ist die Saison wirklich zu Ende? Das scheinen sich die Hammelburger Moritz Rauber (links) und Laurentiu Vinatoru zu fragen. Foto: Jens Feistel
    Ist die Saison wirklich zu Ende? Das scheinen sich die Hammelburger Moritz Rauber (links) und Laurentiu Vinatoru zu fragen. Foto: Jens Feistel

    Auf der Ankündigung für den Doppelspieltag in eigener Halle pappt ein fettes X in roter Alarm-Farbe. Dazu der Schriftzug: Saison vorzeitig beendet. Zeichen und Worte auf der Facebook-Seite der Hammelburg Volleys, die den Status Quo nüchtern auf den Punkt bringen. Rein sportlich standen die Zweitliga-Volleyballer vor einem lockeren Saison-Kehraus, denn der Abstieg war längst kein Thema mehr nach einer überraschend guten Saison.

    Doch das abrupte Ende der Punkterunde aufgrund der Corona-Krise, auch in den unteren Klassen, sorgt keineswegs dafür, dass die Verantwortlichen früher als gedacht die Beine hochlegen dürfen. Keine Spur von Entspannung also. "Diese bislang einmalige Situation lässt aktuell viele Fragen unbeantwortet. Ungeklärt ist vor allem die Auf- und Abstiegsregelung für unsere Mannschaften", sagt Matthias Benner. Hammelburgs Volleyball-Abteilungsleiter denkt dabei insbesondere an die 2. Damenmannschaft, die bereits vor dem letzten Spieltag als Meister in der Bezirksklasse feststand. Sowie an die 2. Herrenmannschaft, die die Relegation zum Aufstieg in die Landesliga bestreiten sollte. Es droht das Szenario, dass die gesamte Saison annulliert wird und es weder Meister noch Absteiger gibt.

    Vier Heimspiele fehlen

    Eine solche Entscheidung wurde durch die Volleyball-Bundesliga (VBL) bekanntlich schon für die 1. Bundesliga der Männer und Frauen getroffen. "Auch unsere Jugendmannschaften, von denen sich sechs Teams bereits für die nordbayerischen oder bayerischen Meisterschaften qualifiziert haben, hätten gerne ihr erlerntes Können auf überbezirklicher Ebene gezeigt. Unserem Verein wäre es sehr wichtig, wenn die hervorragende Arbeit von Spielern und Trainerteam belohnt würde", bedauert Benner.

    Die Heimspiele der Zweitliga-Mannschaft verfolgen im Schnitt 500 Fans. Heißt im Umkehrschluss, dass dem Verein diese Einnahmen jetzt fehlen. Vier Spiele vor eigenem Publikum wären es noch gewesen in dieser Saison. "Diverse Verpflichtungen wie Trainer- und Jugendtrainergehälter laufen ja weiter. Daher gilt ein besonderer Dank unseren Sponsoren, die uns ihre Unterstützung zugesichert haben und uns weiterhin zur Seite stehen. Ob es Unterstützung oder Ausgleichszahlungen durch Staat oder Verbände gibt, schätzen wir als eher unwahrscheinlich ein", sagt Matthias Benner, der bei aller Last die aktuelle Entscheidung für richtig hält. "Dass die Entscheidung der Volleyballverbände richtig war, sieht man an der Entwicklung der vergangenen Tage, in denen sich fast alle Sportarten dieser Vorgehensweise angeschlossen haben. Zum Schutz unserer Trainer, Spieler und Fans war dies die notwendige Entscheidung. Es gilt nun abzuwarten, ob die Sporthallen in Hammelburg über den 19. April hinaus geschlossen bleiben", sagt Benner.

    Vom Verband kommuniziert wurde das verfrühte Saisonende am Donnerstag. Erst in Form einer vertraulichen Vorabinfo, gefolgt von der offiziellen Pressemitteilung der VBL, die automatisch an Abteilungsleiter und Teammanager ging. Das Team selbst wurde über die WhatsApp-Gruppe informiert, die Fans per Instagram und Facebook .  Einige Spieler haben sich inzwischen auf der Hammelburger Facebookseite bei ihrem Publikum für die großartige Unterstützung bedankt. "Ein Dankeschön an unsere tollen Fans, die unsere Spiele besucht und für eine atemberaubende Stimmung gesorgt haben. Ein Dank auch an die vielen freiwilligen Helfer hinter den Kulissen. Da merkt man, dass Volleyball nicht nur ein Mannschaftssport ist, sondern auch darüber hinaus verbindet", sagt zum Beispiel Youngster Lukas Baden.

    Früh die Weichen stellen

    "Gerne hätten wir uns persönlich von unseren fantastischen Fans im heimischen Wohnzimmer verabschiedet. Wir möchten nun die gewonnene Zeit effektiv nutzen, um frühzeitig die Weichen für die kommende Saison zu stellen", sagt Hallensprecher und Vorstandsmitglied Olly Wendt. Ein Treffen des Arbeitskreises Bundesliga gab es bereits, zeitnah soll ein Treffen mit Trainern und Spielern folgen, um zügig zu klären, wer weiterhin Teil der Volleys-Familie bleiben wird. "Da wir Anfang Mai bereits den Lizenzantrag für eine weitere Spielzeit in der 2. Bundesliga einreichen müssen, brauchen wir Planungssicherheit und müssen wissen, auf welchen Positionen wir uns um Verstärkung bemühen müssen. Nach Vorabgesprächen mit unseren Spielern, sind wir allerdings optimistisch, dass das Team in großen Teilen zusammen bleibt", sagt Olly Wendt. Spielerverträge gibt es in Hammelburg , aber diese beinhalten keine Klauseln zu einem vorzeitigen Ende der Liga wegen einer Pandemie.

    "Wir bedanken uns bei allen Sponsoren, Fans und Freunden des Volleyballsports für die Unterstützung und freuen uns auf die neue Saison. Aktuell steht der semiprofessionelle Sport vor einer wirklich harten Prüfung. Ich befürchte, nicht alle Vereine werden diese Situation meistern können", sagt Matthias Benner.

    Jürgen Schmitt

    Kommentare (0)

      Der Diskussionszeitraum für diesen Artikel ist leider schon abgelaufen. Sie können daher keine neuen Beiträge zu diesem Artikel verfassen!