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    Hammelburg Volleys: Höhenflug und Bodenhaftung

    Immer da, wenn es darauf ankam, waren die Hammelburg Volleys im Spiel gegen den GSVE Delitzsch. Auf unserem Bild teilen sich (von links) Nils Rehmeier und Moritz Rauber die Blockarbeit gegen Peter Miersch. Foto: Hopf
    Immer da, wenn es darauf ankam, waren die Hammelburg Volleys im Spiel gegen den GSVE Delitzsch. Auf unserem Bild teilen sich (von links) Nils Rehmeier und Moritz Rauber die Blockarbeit gegen Peter Miersch. Foto: Hopf

    Hammelburg Volleys - GSVE Delitzsch 3:0 (25:16, 25:23, 25:22).

    Elf Punkte in vier Spielen. Nah dran am Maximum, das doch vor dieser Saison komplett außer Reichweite schien für dieses junge, neu zusammengestellte Hammelburger Team. Das Außergewöhnliche darf dennoch nichts Alltägliches werden. Findet Cornel Closca. "Nach der wirklich sehr guten Leistung in Schwaig war es mir wichtig, dass die Jungs am Boden bleiben", sagt der Hammelburger Trainer.

    Nach den Sternen zu greifen bleibt erlaubt - abheben nicht. Eine Vorgabe, die gegen die Sachsen par excellence gelöst wurde. Der erste Satz war gewiss keine spielerische Offenbarung; aber eine gewisse Nüchternheit darf als Entwicklungssprung gesehen werden, den fast 600 Zuschauer mit einmal mehr großartiger Stimmung goutierten.

    Delitzsch hatte eine routinierte Mannschaft mit an die Saale gebracht. Abgezockte Jungs, denen Cornel Closca mit dem nötigen Respekt begegnete. Keine Experimente in der Aufstellung, eine gewisse Gelassenheit an der Seitenlinie, die sich auf die Mannschaft in kritischen Situationen zu übertragen scheint.

    Malocher-Satz zum Auftakt

    Als es eng zu werden drohte in diesem ersten Malocher-Satz waren die Gastgeber zur Stelle. Über ein 8:8 auf 11:8. Über ein 15:11 auf 19:13. Delitzsch war zum Auftakt nicht schlecht, dennoch chancenlos. "Unsere Eigenfehler-Quote war zu hoch, das hat uns zurückgeworfen. Aber zwei Sätze lang waren wir eigentlich auf Augenhöhe. So klar war das Spiel daher nicht", analysierte Gästetrainer Frank Pietzonka. Hart umkämpft war jedenfalls der zweite Satz, in dem die Saalestädter oft in Führung lagen, beim 20:20 aber unter Druck gerieten. Zwei Gästefehler, ein Punkt von Luca Dierks und zwei starke Aktionen von Moritz Rauber ließen erneut die Hammelburger feiern. "Insgesamt war der Gegner stabiler, das muss man akzeptieren", wusste Pietzonka, dessen Truppe im dritten Satz ein unlösbares Problem vorgesetzt bekam: Oscar Benner.

    Im ersten Satz noch relativ unsichtbar, verdiente sich der Volleys-Kapitän die Auszeichnung zum Gold-MVP als Serientäter am Netz. Womit ein Kompliment automatisch in Richtung Laurentiu Vinatoru geht, dessen Zuspiele auf den Punkt getaktet sind für die angreifende Zunft. "Schritt für Schritt müssen wir uns weiterentwickeln, auch im Kopf. Wir haben eine junge Mannschaft, die immer motiviert ist, aber fokussiert bleiben muss. Sonst kann es auch mal schnell in die andere Richtung gehen", gibt Cornel Closca den Mahner. An der Saale hat Ikarus Startverbot.

    Hammelburg Volleys - SSC Karlsruhe 0:3 (19:25, 23:25, 18:25). Einen Tag nach dem Sieg über Delitzsch warf Volleys-Trainer Cornel Closca fürs Pokalspiel die Rotationsmaschine an. Für Laurentiu Vinatoru übernahm Hannes Krochmann das Zuspiel; auch Janick Sill wurde in die Startformation berufen, die sich aber im ersten Satz zu viele Fehler leistete, während Karlsruhe kaum Konzentrationsschwächen offenbarte und vor allem im Aufschlag sehr druckvoll agierte. Wie man es eben erwarten darf vom Tabellenführer der 2. Bundesliga. Zu allem Überfluss musste beim letzten Ballwechsel Luca Dierks nach Zusammenprall mit Krochmann mit einer Knöchelverletzung vom Feld; Nicolas Bitsch übernahm dessen Mittelblocker-Position. Auch der zweite Satz ging trotz toller Aufholjagd an die Badener.

    Mitte des Satzes brachte Cornel Closca Ben Stoverink als Libero, der die Annahme deutlich stabilisieren konnte. Allerdings waren es erneut die vielen individuellen Fehler - vor allem im Aufschlag - die einem Etappenerfolg im Weg standen. Vor erfreulich vielen Zuschauern, 300 Fans waren in der Saaletalhalle, blieb die erhoffte Wende aus, obwohl Closca eine erneute taktische Umstellung im dritten Satz vornahm: Oscar Benner wechselte auf die Position des Mittelblockers und Moritz Zeitler auf Diagonal. Dennoch war Karlsruhe in allen Mannschaftsteilen überlegen gegen ein Hammelburger Team, dem die Durchschlagskraft fehlte, um sich erstmals für das Achtelfinale im DVV-Pokal zu qualifizieren.

    Jürgen Schmitt

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