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    Hammelburg

    Hammelburgs Saaletal-Express rast zu Gold

    Groß war die Freude bei den Sprinterinnen des TV/DJK Hammelburg unmittelbar nach dem Zieleinlauf über die 4 x 100 Meter. Unser Bild zeigt (von links) Elisa Eich, Lena Weigand, Anna Lukaschewitsch  und Lilian Heid. Foto: Paul Fella
    Groß war die Freude bei den Sprinterinnen des TV/DJK Hammelburg unmittelbar nach dem Zieleinlauf über die 4 x 100 Meter. Unser Bild zeigt (von links) Elisa Eich, Lena Weigand, Anna Lukaschewitsch und Lilian Heid. Foto: Paul Fella

    Die U18-Leichtathletinnen des TV/DJK Hammelburg trumpften bei den bayerischen Meisterschaften in Augsburg groß auf. Lilian Heid, Anna Lukaschewitsch, Lena Weigand und Elisa Eich gewannen Staffelgold über 4 x 100 Meter.

    Insgesamt 18 Staffeln hatten sich für die Titelkämpfe qualifiziert. In drei sogenannten Zeitläufen wurde die Landesmeisterschaft ausgetragen. Je nach Platzierung in der bayerischen Rangliste wurden die Teams in die Läufe verteilt. Im dritten Zeitlauf wurden die bis dato schnellsten Staffeln gesetzt. Die jungen Saalestädterinnen hatten mit 49,40 Sekunden in diesem Jahr in Bayern die viertbeste Zeit aufzuweisen. Allerdings waren sie nur rund zwei Zehntel Sekunden langsamer als die schnellste Staffel gewesen. Vier Staffeln sollten in Augsburg wie erwartet die Medaillen unter sich ausmachen.

    Das Hammelburger Quartett, trainiert von Paul Fella und seiner Frau Angelika Franz-Fella, hatte wie Paul Fella immer wieder betonte "noch Luft nach oben". Jetzt, im wichtigsten Rennen der Saison, lieferten sie im wahrsten Sinne ihr Meisterstück ab. Während die mitfavorisierten Staffeln aus Dachau, Regensburg und Bad Aibling bei den Wechseln etwas Zeit liegen ließen, präsentierte sich der Saaletal-Express gerade da nervenstark.

    Weitsprung-Spezialistin Lilian Heid am Start mit einer starken Kurve, übergab den Staffelstab sicher an Anna Lukaschewitsch, die mit langen, lockeren und raumgreifenden Schritten die Gegengerade hochsprintete. Nach einem perfekten Wechsel auf Hürdenläuferin Lena Weigand hatten die Hammelburgerinnen bereits die Führung übernommen. Der dritte Wechsel von Lena Weigand auf Langsprinterin Elisa Eich hatte bei den Bezirksmeisterschaften noch Schwierigkeiten bereitet. Jetzt klappte alles bestens und Elisa Eich sprintete mit rund zwei Metern Vorsprung und schnellen Schrittes dem Ziel entgegen. Die Richtzeit, die die LG Region Landshut im zweiten Zeitlauf vorgelegt hatte, war 50,08 Sekunden. Lange vor dem Zieleinlauf hatte Elisa Eich die elektrische Anzeigetafel, die gleich hinter dem Ziel aufgebaut ist, im Visier. Als diese bei 49,36 Sekunden stehen blieb und sie das Saale-Quartett als Erstes ins Ziel gebracht hatte, war der Jubel bei den Jugendlichen und dem Trainergespann groß. Für die nationalen Meisterschaften , die in zwei Wochen in Ulm ausgetragen werden, hatten sich die TV/DJK-Asse ohnehin schon qualifiziert.

    In Anbetracht dieses Erfolges konnten sie es auch verschmerzen, dass in den Einzelwettbewerben nicht ganz die Wünsche in Erfüllung gingen. Elisa Eich steigerte ihre persönliche Bestzeit über 400 Meter der U18 und blieb in ihrem vierten Rennen über die Stadionrunde erstmals unter 60 Sekunden. In 59,93 Sekunden kam sie zeitgleich mit der Sechsten auf Rang sieben. Am zweiten Tag scheiterte Elisa Eich allerdings über 200 Meter in 26,90 Sekunden im Vorlauf. Im Kugelstoßen wurde sie mit 11,03 Meter auf Rang 15 gelistet. Auch Anna Lukaschewitsch war der Einzug ins Finale der besten Acht über 200 Meter nicht vergönnt. In 26,65 Sekunden fehlte ihr allerdings nicht all zu viel. In 13,09 Sekunden war für Anna Lukaschewitsch auch über 100 Meter nach dem Vorlauf Schluss. Pech hatte Lena Weigand über die 100 Meter Hürden. "Lena war in ihrem Vorlauf an der fünften Hürde nahezu gleichauf mit der späteren bayerischen Meisterin. Dann touchierte sie eine Hürde und kam völlig außer Tritt", berichtet Paul Fella. So verpasste auch sie in 15,86 Sekunden den Finaleinzug.

    Eines mag Lilian Heid vielleicht etwas trösten. Sie ist in der bayerischen Rangliste mit ihren bei den Bezirksmeisterschaften in Hösbach erzielten 5,58 Metern immer noch die Nummer eins in der bayerischen Rangliste. Diesen Rang teilt sie sich nun mit Luisa Fischer vom TV Bad Kötzting, die in Augsburg eben mit dieser Weite bayerische U18-Meisterin wurde. Lilian Heid musste in Augsburg in diesem stark besetztem Wettbewerb mit Rang sieben Vorlieb nehmen. Ihr sechster und damit bester Versuch wurde mit 5,29 Metern gemessen.

    Auch Anna Lukaschewitsch kann durchaus in diese Regionen springen. Aber in Augsburg hatte sie gleich drei ungültige Versuche und schied damit im Vorkampf logischer Weise aus.

    Hanna Schmitt bestritt ihre Wettbewerbe in der Altersklasse U20. Im Diskuswurf (1 Kilogramm) wurden für sie 29,03 Meter gemessen, gleichbedeutend mit einer persönlichen Jahresbestleistung und Platz sechs der bayerischen Meisterschaften . Im Hochsprung lief es ebenfalls nicht schlecht. Hanna Schmitt übersprang 1,54 Meter und verbuchte damit den siebten Rang.

    Vier der fünf jungen Leichtathletinnen des TV/DJK Hammelburg gehören sogar noch dem jüngeren der zwei U18-Jahrgänge an und können somit im nächsten Jahr noch einmal in dieser Altersklasse starten. Jetzt aber gilt der Fokus voll und ganz der deutschen Meisterschaft in Ulm. Dort soll es über 4 x 100 Meter noch einmal so gut wie in Augsburg laufen. Eine erneute Steigerung ihrer Bestzeit ist den bayerischen Meisterinnen aus der Weinstadt durchaus zuzutrauen.

    Reinhold Nürnberger

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