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    LKR Bad Kissingen

    In Nüdlingen wird der Klassenerhalt zum Luxusproblem

    Die DJK-Männer wissen nicht, ob sie in der Bezirksliga antreten wollen oder freiwillig in die Bezirksklasse wechseln. Bad Brückenauer Ausrufezeichen.
    Bezirksliga oder Bezirksliga - das ist die Frage, die sich Nüdlingens Handballer stellen müssen. Foto: Hopf       -  Bezirksliga oder Bezirksliga - das ist die Frage, die sich Nüdlingens Handballer stellen müssen. Foto: Hopf
    Bezirksliga oder Bezirksliga - das ist die Frage, die sich Nüdlingens Handballer stellen müssen. Foto: Hopf

    Eigentlich müssten Nüdlingens Handballer in Dauerschleife grinsen ob des unverhofften Klassenerhalts. Denn der Abstieg in die Bezirksklasse war ja praktisch besiegelt, ehe die Corona-Krise die Saison vorzeitig beendete - und der Bayerische Handballverband (BHV) beschloss, dass es es keine sportlichen Absteiger geben wird. "Natürlich sind wir froh, dass wir nicht absteigen müssen", sagt DJK-Trainer Harry Rauch.

    Ob die Nüdlinger aber tatsächlich erneut in der Bezirksliga ins Rennen gehen werden, steht nach Auskunft von Rauch noch gar nicht so richtig fest. "Wir müssen erst einmal schauen, welche Spieler uns für die kommende Saison zur Verfügung stehen. Wenn wir das genauer abschätzen können, legen wir fest, ob wir es noch einmal in der Bezirksliga probieren."

    Ein mit großer Spannung erwartetes Freundschaftsspiel der Nüdlinger "Altstars" gegen die "Oldies" aus Bad Brückenau fällt der Corona-Krise ebenfalls zum Opfer. "Das ist sehr schade, denn ich hatte von Klaus Sieß schon die Zusage, dass die Bad Brückenauer gerne ein Team mit vielen Routiniers geschickt hätten." Im nächsten Jahr wollen die Nüdlinger einen neuen Anlauf für dieses Match starten. "Man muss ja kein Spiel über volle 60 Minuten machen", sagt Rauch schmunzelnd angesichts des dann noch weiter fortgeschrittenen Alters der Handball-"Oldies".

    Die Schlossberg-Handballer hatten in der zurückliegenden Spielzeit gerade in der Defensive ihre liebe Not, kassierten in 13 Partien stolze 400 Gegentreffer, waren mit 350 selbst erzielten Toren offensiv allerdings durchaus wettbewerbsfähig und fuhren zwei Siege sowie ein Remis ein. "Wir haben bedingt durch Studium und Beruf einige Spieler, die nur selten mit der Mannschaft trainieren konnten. Das macht sich natürlich bemerkbar."

    Für Bad Brückenaus Männer war in der Bezirksoberliga das Abstiegsgespenst überhaupt kein Thema. Ganz im Gegenteil. Das Team von Coach Oliver Hilbert-Probeck holte sich zwölf Siege in 18 Partien und landete letztlich auf einem beachtlichen dritten Platz in einer sehr stark besetzten Liga, die vier Spieltage vor Saisonende abgebrochen wurde. Die Sinnstädter haben sich mit ihrem rasanten Konterhandball längst einen Namen gemacht, wollten aber von etwaigen Aufstiegsambitionen überhaupt nichts wissen.

    Die FCler waren von teils schweren Verletzungen nicht verschont geblieben, was dem Coach doch einige Sorgenfalten auf die Stirn trieb. "Mit dem dritten Platz haben wir unser Ziel mehr als erreicht. Zumal wir fünf Punkte Vorsprung zu unserem Tabellennachbarn HSG Mainfranken haben", zeigt sich Hilbert-Probeck mehr als zufrieden . Nach oben sind es allerdings fünf Punkte Abstand zum zweitplatzierten TV Marktsteft. "Dieser Abstand hätte durchaus geringer sein dürfen. Zumindest die Auswärtsspiele in Bad Neustadt und bei der HSG Volkach hätten wir gewinnen müssen. Aber dort merkte man, dass uns doch noch ein paar Prozent fehlen, um immer ganz oben mitzumischen."

    Es sei für alle ein tolles Gefühl gewesen, am 16. Spieltag noch als "Titelanwärter" betitelt zu werden, als es zu Hause gegen den TV Marksteft ging. "Vor einem Wahnsinnspublikum in eigener Halle mussten wir uns nur knapp dem TV Marktsteft mit 20:23 geschlagen geben. Zwei Wochen vorher hatten wir gegen den TSV Lohr II vor mit 27:25 gewonnen. Für unsere Freunde aus dem Spessart hat es dann trotzdem noch zum Titel gereicht", so Hilbert-Probeck. Bis auf die Auswärtsspiele in Bad Neustadt und Volkach zeigte sich der FC-Trainer mit der Mannschaftsleistung über die Saison gesehen sehr zufrieden . "Ich möchte die Mannschaft natürlich weiter entwickeln und es gibt auch schon Ideen. Diese stehen und fallen allerdings mit der Dauer der Saisonvorbereitung."

    Auch für die zweite Herrenmannschaft des FC Bad Brückenau fand die Saison aufgrund der Corona-Krise ein vorzeitiges Ende. "Dennoch wurde das Saisonziel, mehr Siege als letztes Jahr einzufahren, schon sehr früh erreicht", sagt Youngster Florian Sulzer. "Die bunt zusammengewürfelte Truppe aus alten und jungen Spielern zeigte, dass Potenzial in ihr steckt und man auch mit Spaß am Spiel Punkte einfahren kann. Leider verabschiedet sich unser Dienstältester Urs Grewen aus persönlichen Gründen", so Sulzer . Für die kommende Saison soll die Trainingsbeteiligung gesteigert und das Zusammenspiel verfeinert werden.

    Sebastian Schmitt

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