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    Schondra

    Lea Schneider kickt jetzt für Eintracht Frankfurt - Comeback für die Unterfränkin

    Die Schondraerin beginnt ihr lange ersehntes Comeback nach zwei Kreuzbandrissen im Trikot des hessischen Traditionsvereins.
    Ab sofort ist die Schondraerin Lea Schneider eine Bundesliga-Spielerin der Frankfurter Eintracht. Ihr ehemaliger Verein, der 1. FFC Frankfurt, wurde aufgelöst. Foto: Sebastian Schmitt       -  Ab sofort ist die Schondraerin Lea Schneider eine Bundesliga-Spielerin der Frankfurter Eintracht. Ihr ehemaliger Verein, der 1. FFC Frankfurt, wurde aufgelöst. Foto: Sebastian Schmitt
    Ab sofort ist die Schondraerin Lea Schneider eine Bundesliga-Spielerin der Frankfurter Eintracht. Ihr ehemaliger Verein, der 1. FFC Frankfurt, wurde aufgelöst. Foto: Sebastian Schmitt

    Für Lea Schneider aus Schondra beginnt eine ganz neue Ära. Erstmals trainiert die 19-Jährige unter den Flügeln des Adlers. Die Rhönerin wird ab sofort Teil des Profifußballkaders von Eintracht Frankfurt . Die Bundesligafrauen um Cheftrainer Niko Arnautis begannen am zurückliegenden Wochenende mit ihrer rund sechswöchigen Saison-Vorbereitung, bevor voraussichtlich Anfang September die Frauen-Bundesliga in die neue Saison startet.

    Neue Heimat der Fußballerinnen wird der Deutsche Bank Park (bis 1. Juli 2020 Commerzbank Arena , früher Frankfurter Waldstadion ). Dass die Eintracht es offenbar ziemlich ernst meint mit dem Projekt Frauen-Profifußball zeigt nicht zuletzt die Verpflichtung von Nationaltorhüterin Merle Frohms ( SC Freiburg ) und Goalgetterin Lara Prasnikar (Turbine Potsdam).

    Eine stolze Bilanz

    Den 1. FFC Frankfurt , der bis dato das zumindest historisch betrachtet erfolgreichste Frauenfußballteam in Deutschland aller Zeiten stellte, gibt es in Zukunft nicht mehr. Der Verein wurde aufgelöst. Die Frauen-Bundesligapartie zwischen dem 1. FFC Frankfurt und dem SC Freiburg war der Schluss-Strich unter eine Erfolgsgeschichte eines reinen Frauenfußballvereins. Mit stolzen 346 Siegen aus insgesamt 484 Spielen und 1092 Punkten führt der FFC die ewige Tabelle an.

    "Der 1. FFC Frankfurt ist ein großer Name im deutschen und europäischen Frauenfußball . Wir haben als größter und wirtschaftlich starker Klub der Region auch eine Verantwortung für den Sportstandort Frankfurt und wollen den Frauenfußball auf Topniveau erhalten", äußert sich Vorstandsmitglied Axel Hellmann auf der Homepage von Eintracht Frankfurt .

    Im Verein aufgenommen wird auch die zweite Mannschaft des FFC, die in der zweiten Bundesliga etabliert ist, sowie voraussichtlich mehrere Juniorinnenmannschaften. Als der 1. FFC Frankfurt vor über zwanzig Jahren als reiner Frauenfußball-Verein aus der Taufe gehoben wurde, zählte der heutige Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic kurioserweise zu den Gründungsmitgliedern. "Als eines der ersten Mitglieder des FFC freut mich diese Entscheidung ungemein. Es ist nicht zuletzt auch ein tolles Zeichen für den Frauenfußballstandort Frankfurt, den wir auf diese Weise gezielt weiterentwickeln möchten", wird Bobic zitiert.

    Nach ihrem Wechsel von der hessischen TSG Lütter zum Bundesligisten 1. FFC Frankfurt hatte sich Lea Schneider im Zweitliga-Team in zentraler Position etabliert und stand direkt vor dem Sprung in die erste Bundesliga der Frauen. Doch zwei Kreuzbandrisse im selben Knie innerhalb von knapp zwölf Monaten bremsten die Schondraerin jäh aus. Der Fußball bleibt weiterhin "Plan A" für die junge Rhönerin, für die ab September ein duales Studium im Bereich Verwaltung des Landes Hessen in der Sportfördergruppe bevorsteht.

    Dass wiederholte Kreuzbandrisse nicht zwingend das Ende einer erfolgreichen Fußballerkarriere sein müssen, hatte einst Nia Künzer bewiesen, die von 1998 bis 2008 beim 1. FFC Frankfurt spielte und nach vier Kreuzbandrissen immer wieder auf den grünen Rasen zurückkehrte. Weltberühmt wurde Künzer mit ihrem im Finale gegen Schweden per Kopf erzielten Golden Goal, das im Jahr 2003 den WM-Titel für Deutschland bedeutete.

    Lea Schneider hatte nach ihrem Wechsel in die Mainmetropole zunächst das FFC-Internat und die Carl-von-Weinberg-Schule besucht, um dort das Abitur abzulegen. Als sie den Wechsel nach Frankfurt im Fernsehen verkündete, hatte Lea Schneider im Studio des hessischen Rundfunks eine aufmerksame Zuhörerin: Nia Künzer . Mit der U17-Nationalmannschaft holte die 19-Jährige sogar den EM-Titel, nachdem sie völlig überraschend nachnominiert worden war.

    Rhöner Verbundenheit zur SGE

    Dass die Schondraerin ab sofort mit dem Adler auf dem Trikot auflaufen wird, hatte im Altlandkreis Bad Brückenau sofort für ordentlich Gesprächsstoff gesorgt. Denn: Die Eintracht hat rund um die Kurstadt und entlang der Sinn eine treue und zahlenmäßige starke Anhängerschaft. Die aktive Fanszene der Frankfurter SGE reicht bis weit in die hessische und bayerische Rhön hinein. Eintracht Frankfurt war auch der einzige Fußball-Bundesligist, der jemals in Bad Brückenau spielte. Im Jahr 1983 bezwang die Eintracht, unter anderem mit Thomas Berthold und Karl-Heinz "Charly" Körbel im Kader, eine bunt zusammengewürfelte Rhönauswahl mit 11:1 Toren.

    Die starke Verbundenheit der Eintracht mit der Sinnstadt in der Rhön hatte einen Ursprung, den mittlerweile nur noch "alte Hasen" der Fußballszene kennen. Wolfgang Knispel, der langjährige Schatzmeister der Eintracht, war ein gebürtiger Bad Brückenauer. Er stand jahrelang im Kasten beim hiesigen FC.

    Sebastian Schmitt

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