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    Langendorf

    Markus Unsleber verspürt die Lust nach der Qual

    Trotz der Anstrengung ein Lächeln: Markus Unsleber fordert seinem Körper beim Laufen, Schwimmen und Radfahren (hier beim Ironman auf der Insel Hawaii) einiges ab. Dennoch kann der Hobbysportler mit Leistungsanspruch diese Momente auch genießen.Diana Unsleber
    Trotz der Anstrengung ein Lächeln: Markus Unsleber fordert seinem Körper beim Laufen, Schwimmen und Radfahren (hier beim Ironman auf der Insel Hawaii) einiges ab. Dennoch kann der Hobbysportler mit Leistungsanspruch diese Momente auch genießen.Diana Unsleber

    Markus Unsleber lebt seinen Sport. Der aus Langendorf stammende Triathlet frisst laufend Kilometer, bezwingt auf dem Rad steile Anstiege, durchpflügt schwimmend Seen und Meere . Kaum zu glauben, dass er bei solcher Qual Genuss empfindet. Das kann er, und zwar auf vielfältige Art und Weise.

    Zehn bis 15 Stunden trainiert der 43-Jährige pro Woche - und damit trotz zuletzt zurückgefahrenen Umfangs immer noch weit mehr als ein gewöhnlicher Hobbysportler. Der Triathlet wurde in seinen Glanzzeiten unter anderem 2012 Deutscher Meister seiner Altersklasse auf der Mitteldistanz, nahm mehrfach am Ironman auf Hawaii teil.

    "Die meisten Menschen", sagt der in Wülfershausen bei Wasserlosen Wohnende, "weichen dem Schmerz aus." Für ihn als Sportler mit Leistungsanspruch gehe es darum, seine im Wettkampf regelmäßig auftretenden körperlichen Befindlichkeiten zu überwinden - und damit sich selbst. Hat er seinen Lauf-, Fahr- oder Schwimmrhythmus gefunden "und wenn man merkt, dass man das gesteckte Ziel erreichen kann", dann entsteht "eine Art Rauschzustand".

    Dieser Rausch, dieses große Glücksgefühl, stellt sich im Wettkampf "eher selten" ein, gibt Markus Unsleber zu. Was nicht heißt, dass er nicht - auf vielleicht weniger anspruchsvoller Ebene - Befriedigung empfinden kann.

    So genießt der für den TV/DJK Hammelburg und den SV Würzburg 05 startende Athlet bei aller Anspannung auch im Wettkampf die Umgebung. Die von Vulkanen geformte Landschaft beim Triathlon auf Hawaii. Die herrlichen Ausblicke auf die Côte d' Azur von den steilen Anstiegen der französischen Seealpen bei Nizza und Monaco. Oder die vom Morgentau glänzenden Weinberge bei einer morgendlichen Wettkampf-Runde auf den Höhen von Ramsthal, wie beim diesjährigen Saaletal-Lauf.

    Unsleber gefällt aber auch die Ruhe, wenn er morgens, 5.30 Uhr, durch die noch leeren Straßen seines Arbeitsortes Schweinfurt joggt. Oder wenn er läuferisch die Umgebung seines Heimatortes Langendorf durchstreift. "Irgendwann, nach der ersten Anstrengung, macht es klick und das Laufen einen Riesenspaß."

    Schließlich läuft, radelt und schwimmt Unsleber auch, um den Kopf von den Problemen des Alltags freizubekommen. "Ich fühle mich danach wesentlich entspannter."

    Zu guter Letzt stellen sich beim Langendorfer Glücksmomente ein, die man nicht in erster Linie mit einem leistungsorientierten Sportler verbindet. "Wenn ich nach zwei bis drei Stunden Anstrengung, zum Beispiel bei einer Radtour durch die Rhön, in einem Café sitze, Kaffee und ein Stück Kuchen genießen kann." Ohne Reue, versteht sich.

    Steffen Standke

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