• aktualisiert:

    LKR Bad Kissingen

    Trauer an der Riedenberger Sinnfield Road

    Mit dem Mut der Verzweiflung: Riedenbergs Stürmer Lukas Hergenröther ballert das Leder knapp am Mürschter Gehäuse vorbei.Sebastian Schmitt
    Mit dem Mut der Verzweiflung: Riedenbergs Stürmer Lukas Hergenröther ballert das Leder knapp am Mürschter Gehäuse vorbei.Sebastian Schmitt

    SV Riedenberg - TSV Münnerstadt 3:1 (2:1). Tore: 0:1 Lucas Fleischmann (5.), 1:1 Kilian Markart (6.), 2:1 Kevin Lormehs (32.), 3:1 Kilian Markart (65., Foulelfmeter).

    Die grün-weißen Stehaufmännchen der Bezirksliga Ost, die Kicker des SV Riedenberg, steigen in die Kreisliga Rhön ab. Der TSV Münnerstadt rettet sich dank des besseren direkten Vergleichs (5:0-Sieg im Hinspiel) in die Relegation und gastiert am Mittwoch, 22. Mai (18.30 Uhr) beim FC Gerolzhofen, dem Tabellenzweiten der Kreisliga Schweinfurt 1. Das Rückspiel findet statt am Samstag (16 Uhr). Der Sieger trifft auf den Gewinner der Begegnungen des FC Sand II gegen Herbstadt.

    "Wir sind nicht heute gegen Münnerstadt abgestiegen, wir haben in einer ewig langen Phase mit unzähligen ganz schweren Verletzungen einfach keine Punkte holen können", sagte Riedenbergs Interimscoach Benedikt Carton. "Ich muss der Mannschaft ein riesiges Kompliment machen. Sie hat heute bis zum Schluss alles versucht und wollte auch in der Nachspielzeit noch Tore nachlegen. Dass wir nach fünf Minuten einen Gegentreffer kassiert haben, war ganz bitter. Ich wünsche dem TSV Münnerstadt jedenfalls alles Gute für die bevorstehende Relegation. Es ist ein toller Verein, der es sich verdient hat, den Klassenerhalt zu schaffen."

    Frühe Ernüchterung

    Der Showdown im oberen Sinngrund in der Rhön hatte von der ersten Sekunde an Emotionen, Kampf und Leidenschaft satt zu bieten. Die grün-weißen Fans hofften auf das Wunder von der "Sinnfield Road", doch die Mürschter sorgten schon nach fünf Minuten für Ernüchterung bei den Rhönern. Lucas Fleischmann nutzte eine klitzekleine Unachtsamkeit von SV-Keeper Florian Dorn eiskalt aus. Der Ausgleich ließ nur wenige Sekunden auf sich warten. Kilian Markart erwischte eine hohe Kopfballvorlage von Lukas Hergenröther und vollstreckte aus fünf Metern freistehend. Die Nerven lagen fortan blank auf beiden Seiten. Dem Mürschter Coach Klaus Keller schwante schon Ungemach, er beschwor die Seinen fortwährend zu mehr Kampfgeist und Leidenschaft.

    TSV-Keeper Patrick Balling und sein Gegenüber Florian Dorn wirkten angesichts der hohen Schlagzahl und ständigen Zweikämpfe in Tornähe nicht immer ganz sattelfest und agierten mitunter extrem nervös und ungewohnt überhastet. Die Nervosität war ansteckend; Riedenbergs Hintermannschaft prüfte ihren Goalie mit einem leicht gelupften Rückpass an den Pfosten.

    Lormehs trifft und muss raus

    Als ein langer Ball der Riedenberger durch Freund und Feind ungehindert hindurchsegelte, war SV-Stürmer Kevin Lormehs im Strafraum zur Stelle, umkurvte den verdutzten Mürschter Keeper gekonnt und schob flach zur erneuten Führung der Platzherren ein. Nach der Pause verflachte das Match, was unter anderem daran lag, dass Riedenbergs Aktivposten Kevin Lormehs nach einem krachenden Press-Schlag so starke Schmerzen hatte, dass er nicht mehr eingreifen konnte. Die Münnerstädter verteidigten mit Mann und Maus und suchten ihr Heil in sporadisch eingestreuten Tempogegenstößen über Lucas Fleischmann und Lukas Katzenberger, die aber selten sauber zu Ende geführt wurden. Nach einem etwas ungeschickten Foul an Patrick Barthelmes im Mürschter Strafraum versenkte Kilian Markart den fälligen Elfer souverän mit einem halbhohen Schuss direkt neben den Innenpfosten. Mit dem Abpfiff sanken die Riedenberger erschöpft und traurig auf den Rhöner Rasen nieder. Die Mürschter bewiesen nach der Nervenschlacht in beeindruckender Manier sportliche Größe, trösteten die abgestiegenen Rhöner und jubelten nur sehr verhalten. Ob sich die Wege der beiden Traditionsvereine nun trennen, steht ohnehin noch in den Sternen. "Wir geben uns jetzt nicht auf und wollen nächste Saison wieder neu angreifen. Wir haben wirklich alles gegeben. Mehr war einfach nicht drin", sagte Riedenbergs verletzter Kapitän Benedikt Carton, den das Wechselbad der Gefühle sichtlich mitgenommen hatte.

    Riedenberg: Fl. Dorn - Schumm, Vorndran, Schaab (46. Konopka), D. Dorn (68. Keßler) - Markart, Barthelmes, Ph. Dorn, Spahn - Lormehs (55. Fröhlich), Hergenröther.

    Münnerstadt: Balling - Bott, L. Schmittzeh, Weber, Köhler - Schmitt, Kröckel (89. Lochner), Markert, Coprak (72. Back) - Fleischmann, Katzenberger (81. Halupczok).

    FC 06 Bad Kissingen - FSV Krum 3:5 (2:5). Tore: 0:1 Thomas Durst (7), 1:1 Andrei Puscas (13.), 1:2 Ramon Räth (17.), 2:2 Andrei Puscas (23.), 2:3 Thomas Durst (28.), 2:4 Dustin Fösel (29.), 2:5 Manuel Wehner (39.), 3:5 Sebastian Bujtor (86., Eigentor).

    Beim Spiel ohne Perspektive für den Tabellenrang, die 06-er waren schon lange gerettet und der Abstieg der Gäste bereits besiegelt, wurden die 50 Zuschauer wenigstens mit Toren für ihr Kommen belohnt. Die heimische Deckung, bei der Innenverteidiger Philip Greubel (Schultereckgelenkssprengung) länger ausfällt, ließ sich früh durch Thomas Dust düpieren, was allerdings Andrei Puscas auf den Plan rief. Der Angreifer, der aus familiären Gründen in die USA auswandert, und genauso wie Florian Heimerl (Karriereende) und Lukas Müller (Pause) verabschiedet wurde, netzte binnen zehn Minuten zweimal zum jeweiligen Ausgleich ein, doch seine diesmal wenig zweikampfstarken Mitspieler ließen sich bis zur Pause auseinandernehmen. Der Doppelschlag des Tabellenvorletzten nach einer halben Stunde war Gift für die Moral, die sommerlichen Temperaturen waren ein weiterer Motivationskiller. Die ehrgeizigen Haßbergler staunten selbst über die hohe Halbzeitführung. Obwohl das Interims-Trainerduo Heilmann/Laus zu einem Aufbäumen in der zweiten Halbzeit aufforderte, verhallte dies ungehört, der Geist war zwar willig, doch die Beine wurden zunehmend schwach. Der zweite Durchgang plätscherte so dahin, zum dritten Treffer kamen die Platzherren, weil Sebastian Bujtor seinem Keeper Florian Weinmann ungewollt ein Ei ins Nest legte. "Es war halt ein typisches Abschluss-Spiel", so ein gnädiger FC-Goalie Florian Rottenberger.

    Bad Kissingen: Rottenberger - Götz, Aleksoski, Heilmann, J. Schmitt (46. Füller), - Bayer (46. Ruja), Laus, Heimerl, Klug - Kheder, Puscas.

    FC Thulba - SV Rödelmaier 1:4 (0:2). Tore: 0:1 Christian Hofgesang (13., Foulelfmeter), 0:2 Christoph Koob (37.), 0:3 Marcel Volkmuth (53.), 1:3 Timm Manger (82., Foulelfmeter), 1:4 Andreas Miller (87.).

    Ungeachtet der Niederlage sind die Frankonen einfach nur froh über das Ende einer verkorksten zweiten Halbserie. "Die Rückrunde war nur schrecklich", so Co-Trainer Joachim Muth, der vor dem Anpfiff als Spieler und Trainer genauso verabschiedet wurde wie Urgestein Timm Manger, der Trainer in Schondra wird, und Markus Kaufmann, der erst einmal seine Verletzungen auskurieren will. Die Gäste gingen per Strafstoß in Führung und bauten noch vor dem Seitenwechsel den Vorsprung aus durch das Kopfballtor von Christoph Koob. Weitere Gelegenheiten boten sich Sebastian Popp, der freistehend an Daniel Neder scheiterte, und Lejdi Prifti mit einem Schlenzer, während die Thulbaer harmlos agierten. Die Gastgeber störten auch zu Beginn der zweiten Halbzeit nicht die Mittagsruhe von Gäste-Keeper Sven Ulsamer, der Ausgangspunkt des 0:3 war: Sein Abwurf landete bei Marcel Volkmuth, der vom eigenen Sechzehner loslief, die komplette FC-Deckung überrannte und nach Doppelpass mit Branko Krizanovic zur Vorentscheidung traf. Beim Ehrentreffer der FCler setzte Timm Manger das Leder ins Toreck, ehe Andreas Miller zum Endstand traf.

    Thulba: Neder - Düsterwald, Scholz, Werner, Diemer (46. Kaufmann) - Graser, Kleinhenz, Fuß, Büchner (70. Manger) - Döll (46. Hauck), Reuß.

    Außerdem spielten Dettelbach und Ortsteile - FT Schweinfurt 0:2 (0:2). Tore: 0:1 Dominik Popp (17.), 0:2 Niklas Saal (45.). DJK Dampfach - TSV-DJK Wiesentheid 2:3 (1:2). Tore: 1:0 Adrian Hatcher (1.), 1:1 Adrian Hatcher (8., Eigentor), 1:2 Kai Zierock (41.), 2:2 Paul Tudor (60., Elfmeter), 2:3 Kai Zierock (67.). Rot: Stefan Greb (83., Dampfach). DJK Altbessingen - TSV Bergrheinfeld 3:1 (0:0). Tore: 1:0, 2:0 Kai Herold (46., 50.), 3:0 Johannes Herold (54.), 3:1 Niklas Full (69., Eigentor). TSV Gochsheim - SV-DJK Oberschwarzach 3:0 (3:0). Tore: 1:0, 2:0 Daniel Meusel (36., 38.), 3:0 Alexander Klein (45.). TSV Forst - SV-DJK Unterspiesheim 6:0 (2:0). Tore: 1:0 Lucas Wirh (32., Elfmeter), 2:0, 3:0 Florian Hetzel (43., 53.), 4:0 Michael Wolker (56.), 5:0, 6:0 Mohamed Hamdoun (81., 88.).

    Sebastian Schmitt, Peter Balthasar

    Weitere Artikel
    Fotos

      Kommentare (0)

      Anmelden