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    Aubstadt

    Victor Kleinhenz wird Cheftrainer beim TSV Aubstadt

    Der 29-Jährige wird überraschend befördert. Ex-Coach Josef Francic übernimmt den neu geschaffenen Posten des Sportdirektors.
    Hoch in die Bezirksliga ging es mit Victor Kleinhenz als gefeierten Spielertrainer des FC Thulba in der Meister-Saison 2016/2017. Jetzt überspringt der 29-Jährige gleich mehrere Ligen - als neuer Cheftrainer des Regionalligisten TSV Aubstadt. Foto: Jürgen Schmitt       -  Hoch in die Bezirksliga ging es mit Victor Kleinhenz als gefeierten Spielertrainer des FC Thulba in der Meister-Saison 2016/2017. Jetzt überspringt der 29-Jährige gleich mehrere Ligen - als neuer Cheftrainer des Regionalligisten TSV Aubstadt. Foto: Jürgen Schmitt
    Hoch in die Bezirksliga ging es mit Victor Kleinhenz als gefeierten Spielertrainer des FC Thulba in der Meister-Saison 2016/2017. Jetzt überspringt der 29-Jährige gleich mehrere Ligen - als neuer Cheftrainer des Regionalligisten TSV Aubstadt. Foto: Jürgen Schmitt

    Im Trikot des Bezirksligisten FC Thulba war Victor Kleinhenz so eine Art Taktgeber. Einer, der ein Spiel lesen und aus der Schaltzentrale heraus entsprechende Impulse geben kann. Ein immer noch junger Anführer, der Respekt nicht einfordern musste, sondern von seiner Mannschaft und dem Umfeld gleichermaßen bekam. Ein Fachmann mit empathischen Qualitäten, der keinen Hehl daraus machte, irgendwann gerne den nächsten Schritt auf der Karriere-Leiter zu tun.

    Aus dem "Irgendwann" ist fast über Nacht ein "Jetzt" geworden, denn der 29-Jährige ist überraschend zum Cheftrainer des Regionalligisten TSV Aubstadt befördert worden. Dort, wo der Wartmannsröther zunächst als Co-Trainer verpflichtet wurde, um an der Seite von Erfolgs-Coach Josef Francic zu lernen und zu reifen. In der vierthöchsten deutschen Spielklasse, wo der Sprung ins Profitum nicht mehr weit ist.

    Doch kurz vor dem ersten Testspiel nach der langen Corona-Pause an diesem Samstag (16 Uhr) im thüringischen Fehrenbach gegen den Oberligisten FSV Martinroda hat sich der Grabfeld-Verein sportlich neu aufgestellt. Ab sofort übernimmt Josef Francic den neu geschaffenen Posten des Sportdirektors , in dessen Händen die Organisation des Spielbetriebes liegt. "In den ausführlichen Analysen unserer Stärken und Schwächen wurde klar, dass man sich breiter aufstellen muss, um den Anforderungen der Regionalliga auf Dauer gerecht zu werden. Fast alle Gegner haben vollzeitbeschäftigte Trainer und Betreuer. Die erheblichen Anforderungen kann aber niemand auf Dauer als Nebenjob bewältigen", heißt es auf der Facebook-Seite des Vereins zur organisatorischen Neuausrichtung.

    "Das kam alles sehr kurzfristig. Ich habe mir viele Gedanken gemacht über den Fußball, den wir spielen wollen. Ab sofort sind das die Gedanken eines Regionalliga-Cheftrainers. Ein solcher wollte ich natürlich mal werden. Dass es so schnell kommt, ist natürlich überraschend und für mich ein absolutes Highlight", sagt der A-Lizenz-Inhaber, der selbstbewusst und demütig zugleich die neue Herausforderung im 700-Seelen-Örtchen annehmen will. "In die Fußstapfen von Josef will ich erst gar nicht treten, weil die eh viel zu groß sind. Das ist phänomenal, was er in Aubstadt auf die Beine gestellt hat. Aber ich werde mit ihm im ständigen Austausch sein. Es wäre sehr fahrlässig, nicht auf seine Erfahrung zurückzugreifen."

    Kilometer fressen

    Am Mittwoch hatte der TSV-Vorstand die Mannschaft informiert. Eine Mannschaft, von der "Vicky" Kleinhenz jetzt schon schwärmt. "Mir wurde gesagt, dass da starke Charaktere sind. Das hat sich in den ersten Trainingseinheiten bestätigt. Die Jungs nehmen das an, was ich ihnen vermittle", so Kleinhenz, der seit dem 1. Juli bei der selbsternannten "Macht im Grabfeld" unter Vertrag steht. 73 Kilometer einfach sind es von Wartmannsroth bis in die kleinste Gemeinde Deutschlands mit einer Mannschaft in der Fußball-Regionalliga. Ein Aufwand, den der 29-Jährige gerne in Kauf nimmt.

    "Vielleicht leihe ich mir ja mal ab und zu das Wohnmobil meiner Eltern aus", scherzt Kleinhenz. "Ich spüre jedenfalls große Vorfreude und habe aus meinem privaten Umfeld ein sehr positives Feedback bekommen. Dazu habe ich eine Partnerin, die meine Fußballleidenschaft kennt und mir den Rücken freihält", so der zweifache Familienvater .

    Läuft es wie erhofft, wird die unterbrochene Saison in der Regionalliga Bayern im September fortgesetzt. Als aktuell Siebter steht der TSV Aubstadt , als Aufsteiger, vor einem relativ entspannten Saison-Kehraus. Trotz seiner unbestrittenen fußballerischen Qualitäten wird Victor Kleinhenz selbst gewiss nicht im Regionalliga-Trikot auflaufen. Bleibt die Frage, für welches Outfit am Spielfeldrand sich der neue Cheftrainer entscheidet: "Ich habe mir ja zuletzt echt viele Gedanken gemacht, aber darüber noch nicht. Ich weiß nur, dass ich Anzug und Krawatte sicher nicht tragen werde."

    TSV Aubstadt Chef-Trainer: Victor Kleinhenz; Sportdirektor : Josef Francic ; Co-Trainer: Christopher Bieber ; Torwarttrainer: Christian Mack; Athletiktrainer: Ron Freitag; Scoutingverantwortlicher: Matthias Gerhardt; Teammanager: Günter Schirling; Leiter der medizinischen Betreuung: Dr. Peter Trus.

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    Jürgen Schmitt

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