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    Hammelburg

    Viviane Heilmann: Rendezvous mit der Elite

    Fachkraft für Hindernis-Überquerungen: Viviane Heilmann vom TV/DJK Hammelburg. Foto: Theo Kiefner
    Fachkraft für Hindernis-Überquerungen: Viviane Heilmann vom TV/DJK Hammelburg. Foto: Theo Kiefner

    Viviane Heilmann beendete ihre überaus starke Saison mit der Teilnahme an den deutschen Leichtathletik-Meisterschaften der Aktiven in Berlin. Eine Woche zuvor hatte die Sportlerin vom TV/DJK Hammelburg bei den nationalen Jugendmeisterschaften in Ulm nur um eine Hundertstel Sekunde Gold über 400 Meter Hürden der U20 verpasst.

    In der Donaustadt war das Hürden-Finale der Jugend U20 äußerst unglücklich für die EM-Halbfinalistin der U20 gelaufen. Ihren Vorlauf gewann Viviane Heilmann in 62,01 Sekunden und zog damit sicher in den Endlauf der besten Acht ein. Nach sehr gutem Beginn offenbarte sie da aber bereits Rhythmusschwierigkeiten auf der zweiten Streckenhälfte. Das Finale war auf den ersten 200 Metern zunächst eine Demonstration der Stärke. Mit schnellen Schritten und im sicheren Rhythmus hatte die Hammelburgerin schnell einen großen Vorsprung auf alle anderen Konkurrentinnen herausgelaufen.

    Aufholjagd im Rücken

    Wenngleich in der Folge einige Hürden nicht immer optimal überquert wurden, so schien der Vorsprung vor der zehnten Hürde groß genug für die Saalestädterin zu sein. Hinter ihrem Rücken und somit für Viviane Heimann nicht bemerkbar, setzte an dieser letzten Hürde eine andere Athletin alles auf eine Karte. Maren Smoljuk vom Sportclub Magdeburg, im letzten Jahr bereits unter 60 Sekunden geblieben, aber zu Beginn der Saison verletzt und daher heuer noch nicht groß in Erscheinung getreten, wollte sich nicht mit Silber zufrieden geben. Smoljuk nahm das 76,2 Zentimeter hohe Hindernis mit vollem Tempo und kam immer näher an Viviane Heilmann heran. Nahezu gleichzeitig überquerten beide Athletinnen die Ziellinie. Die Auswertung des Zielfotos sah die Magdeburgerin in 60,46 Sekunden knapp vorne. Viviane Heimann war nur um die Winzigkeit einer Hundertstel Sekunde geschlagen worden. "Ich habe sie erst auf der Ziellinie gesehen. Sie hat den Oberkörper nach vorne geworfen und ich konnte nicht mehr reagieren", berichtet Viviane Heilmann über den spektakulären Ausgang des Rennens. "Natürlich war ich da, in Anbetracht des Rennverlaufs, erst mal groß enttäuscht."

    Die deutschen Meisterschaften der Aktiven in Berlin bildeten einen würdigen Abschluss einer wiederum erfolgreichen Saison. Auf der blauen Bahn des Olympiastadions durfte sich die TV/DJKlerin mit den besten Frauen des Landes messen. "Es war für mich eine sehr gute Erfahrung, mal gegen die älteren Athletinnen zu laufen", erzählt Viviane Heilmann stolz, schwärmte auch von der besonderen Atmosphäre im Olympiastadion mit insgesamt mehr als 60 000 Zuschauern und den anderen deutschen Titelkämpfen wie Triathlon, Moderner Fünfkampf und Bogenschießen , die vor dem Stadion ausgetragen wurden.

    Berlin war ein Erlebnis

    "Ich fand es gut, dass so viele verschiedene deutsche Meisterschaften in Berlin zur gleichen Zeit stattfanden. Überall traf man Leute aus unterschiedlichen Sportarten. Da war schon ein kleiner Hauch von Olympia", erzählt die 17-Jährige.

    Im Vorlauf über die 400- Meter-Hürden merkte man Viviane Heilmann allerdings die kräfteraubende Saison an. In 1:01,42 Sekunden, ihre Bestzeit steht bei 59,71 Sekunden, wurde sie am Ende der drei Vorläufe auf Platz 14 gelistet. Dennoch dürfte es nur eine Frage der Zeit sein, bis die Jugend-Nationalkaderathletin auch in der Aktivenklasse den Durchbruch schafft. Bis es soweit ist, darf Viviane Heilmann noch einmal in der Jugend U20 starten. Da werden im nächsten Jahr Weltmeisterschaften ausgetragen. Somit dürfte sie ein großes Ziel für die neue Saison bereits fest im Visier haben.

    Eine Luftveränderung

    Dafür setzt Viviane Heilmann auch auf eine Luftveränderung. Ab dem 1. Oktober wird sie in Magdeburg wohnen, ganz nah am dortigen Leichtathletik-Zentrum. Ich habe mir es angeschaut und bin angetan von den sehr guten Trainingsmöglichkeiten und vor allem, den kurzen Wegen", schwärmt sie. Und möchte zeitnah in Magdeburg ihr Medizinstudium beginnen. Trainiert wird die Saalestädterin dann von Marco Kleinsteuber, dem zuständigen Bundestrainer für den Bereich Langhürden. Beim SC Magdeburg hat sie zudem eine enorm starke Trainingsgruppe mit zahlreichen deutschen Spitzenläuferinnen über 400 Meter und 400 Meter Hürden. Zu denen zählt auch Maren Smoljuk, die Viviane Heilmann bei den deutschen Jugendmeisterschaften auf der Ziellinie überrascht hatte.

    Für Ulm hatte sich vom TV/DJK Hammelburg auch die Staffel der weiblichen Jugend U18 qualifiziert. Lilian Heid, Anna Lukaschewitsch, Lena Weigand und Elisa Eich hatten vor kurzem erst die bayerische Meisterschaft gewonnen. Jetzt gegen die nationale Konkurrenz hatten sie einen schweren Stand. Obwohl das Quartett erneut eine sehr starke Leistung ablieferte, war für die junge Hammelburger Staffel das Finale nicht zu erreichen. In sehr guten 49,25 Sekunden waren sie im zweiten von fünf Vorläufen sogar noch etwas schneller als bei den bayerischen Meisterschaften und wurden Fünfte.

    Reinhold Nürnberger

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