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    Für den FC Poppenroth gab es eine Höher-Versetzung mit Verzögerung

    Nachdem sich in der Saison 2009/10 der SV Albertshausen/Wittershausen gegen Poppenroth zum Aufstieg schoss, folgte der Gegner erst nach zwei Ehrenrunden.
    Das alles entscheidende Tor (samt machtlosem Keeper Alexander Kiep) beim Stechen des SV Albertshausen/ Wittershausen gegen den FC Poppenroth um die Vizemeisterschaft in der B-Klasse Rhön Foto: ssp       -  Das alles entscheidende Tor (samt machtlosem Keeper Alexander Kiep) beim Stechen des SV Albertshausen/ Wittershausen gegen den FC Poppenroth um die Vizemeisterschaft in der B-Klasse Rhön Foto: ssp
    Das alles entscheidende Tor (samt machtlosem Keeper Alexander Kiep) beim Stechen des SV Albertshausen/ Wittershausen gegen den FC Poppenroth um die Vizemeisterschaft in der B-Klasse Rhön Foto: ssp

    Nicht genug vom Fußball bekamen die Kicker des FC Poppenroth in der Saison 2009/2010. Nach deren regulärem Ende galt es bis zum gefeierten Aufstieg in die A-Klasse drei weitere Matches zu absolvieren. Zunächst stand ein Entscheidungsspiel um Platz zwei an. Der Verlierer, und das waren die FCler, musste sich dann in zwei Relegationsspielen bis zum Aufstieg durchsetzen.

    Spiel eins fand auf neutralem Geläuf in Schlimpfhof statt; der Gegner hieß SV Albertshausen/Wittershausen, mit dem man hinter Meister SG Oberleichtersbach/Modlos punktgleich Platz zwei im Endklassement belegt hatte.

    Das Duell der Ortsnachbarn, dazu pilgerten die Fans aus beiden Lagern vornehmlich zu Fuß, entwickelte sich zu einer zähen Angelegenheit. Die spielerischen Höhepunkte waren zur leichten Enttäuschung der 560 Zuschauer rar gesät. "Der Respekt vor dem Gegner war auf beiden Seiten riesengroß", so das beiderseitige Fazit der Trainer Peter Mammitzsch (SV) und Christian Tuschinski (FC).

    Die Partie war von vielen nervösen Aktionen geprägt, wobei die Albertshausener etwas besser ins Spiel kamen und sich früh in Führung glaubten, weil sie einen Kopfball von Florian Schießer hinter die Torlinie des FC-Kastens fliegen sahen. Doch nach vehementem Protest von FC-Keeper Alexander Kiep hielt der Unparteiische René van Eckert Rücksprache mit seinem gut postierten Assistenten - und versagte dem Treffer die Anerkennung.

    Für die nächsten Aufreger sorgte der torgefährliche SV-Regisseur Christoph Schießer. Zunächst prüfte er den FC-Goalie mit einem wuchtigen Schuss. Bei der nächsten Aktion nach einer halben Stunde sah er Rot. Der Grund: eine rüde Attacke gegen Philipp Kreile.

    Die Überzahl hätte die Tuschinski-Schützlinge zu einem mutigeren Spiel animieren sollen. Doch den Gefallen taten sie sich und ihren Fans nicht. Die Begegnung plätscherte eher so vor sich hin; die von Rainer Wüscher dirigierte SV-Deckungsreihe hatte nur wenige brenzlige Situationen zu bereinigen. Gerade einmal wurde Keeper Christian Sell ernsthaft geprüft, Tobias Kröckel (später beim Bezirksligisten TSV Münnerstadt ) wusste ihn nach einer Stunde nicht zu bezwingen.

    Zu diesem Zeitpunkt war das "Tor des Tages" schon gefallen und es war ein kurioses. Eine Kopfball-Rückgabe von Kreile, der extra für dieses Spiel aus München angereist war, segelte Richtung Tor, womit Kiep nicht gerechnet hatte. Er bekam die Kugel im Rückwärtsfallen erst hinter der Torlinie zu fassen.

    Ein glücklicher Siegtreffer

    "Das war aus unserer Sicht natürlich etwas glücklich", meinte ein biernasser Peter Mammitzsch nach Spielende inmitten seiner Mannen. Beim Gegner war man nicht nur wegen des unglücklichen Gegentreffers fassungslos.

    Fassungslos auch deswegen, weil man einen Regelverstoß vermutete. Der Referee soll nach Meinung der Popenrother einem SVler zweimal die Gelbe Karte gezeigt haben, was sich letztlich nicht beweisen ließ und so kein Grund für ein Wiederholungsspiel bestand.

    SV Albertshausen/Wittershausen - FC Poppenroth 1:0 (0:0). Tor: Philipp Kreile (58., Eigentor). Rot: Christoph Schießer (33., SV).

    Albertshausen/Wittershausen: Christian Sell - Thomas Schießer, Christian Finger, Rainer Wüscher, Oliver Flory - Bernd Veth, Sebastian Schießer, Christoph Schießer, Florian Schießer (78. Daniel Schmitt) - André Halbig, Benjamin Johannes (75. Bernd Schmitt).

    Poppenroth: Alexander Kiep - Norbert Schmitt , Patrick Kaess (82. Thomas Sorowka), Alexander Metz, Philipp Kreile - Thorsten Straub (82. Marcel Hartmann), Michael Metz, Tobias Kröckel (90. Alexej Schleicher), Rene Hartmann - Johannes Schlereth, Julian Kühnlein.

    Während die Spieler des SV Albertshausen/Wittershausen ob ihres Aufstiegs noch tagelang feierten, mussten die Poppenröther - "die Mannschaft war vielleicht die beste, die wir je hatten", so Christian Tuschinski im Rückblick - das erste Relegationsspiel gegen die Zweite Mannschaft des SC Diebach in Obererthal bestreiten. Die vom Niveau her eher mittelmäßige Partie, die allerdings intensiv geführt wurde, schien beim Seitenwechsel vorentschieden zu sein.

    Nach Treffern von Johannes Schlereth nach Freistoßflanke von Rene Hartmann, einem von Hartmann verwandelten Strafstoß und einem platzierten Schuss von Tobias Kröckel war die 3:0-Führung komfortabel. Doch die Diebacher Reserve, die durch die Ampelkarte für Philipp Franz früh in Unterzahl geraten war, kämpfte sich nach passivem Start zurück. Und schaffte durch Edwin-Martin Gensler und Routinier Valentin Wahler den Anschlusstreffer.

    Da bekam "Tusch" Tuschinski doch noch schweissnasse Hände. Doch seine Spieler brachten den Vorsprung über die Zeit und rissen nach dem Abpfiff die Hände hoch.

    7:2-Packung für Wollbach II

    Eine Woche später war der Jubel noch größer, denn die FCler gewannen auch das entscheidende Relegationsspiel. Gegner RSV Wollbach II wurde, obwohl mit einigen bezirksligagestählten Routiniers wie Andreas Marschall und Stefan Werner aufgelaufen, mit einer 7:2-Packung nach Hause geschickt. Die Torschützen hießen Johannes Schlereth, Rene Hartmann (2), Julian Kühnlein (2) und Tobias Kröckel; hinzu kam ein Wollbacher Eigentor. So war der Aufstieg des FC in die A-Klasse geschafft.

    Peter Balthasar

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