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    FUßBALL

    Der Abwehr-Routinier warnt „Das geht irgendwann mal schief“

    Schirm drüber: Der Saisonstart ging bei den Sandern komplett daneben. Foto: Ralf Naumann

    Der Klassenerhalt ist geschafft, doch die Vorbereitung auf die kommende Saison hat beim FC Sand längst begonnen. Während einige Spieler den Relegations-Erfolg in Mallorca feiern, basteln die Verantwortlichen bereits am zukünftigen Kader. Trotz des Klassenerhalts stellt sich die Frage: Können die Korbmacher mit ihrer Leistung zufrieden sein? Und wie geht es nun weiter? Dabei kommt es auch zu Kritik aus den eigenen Reihen.

    Seit einer Woche steht es nun fest: Der FC Sand läuft auch in der kommenden Spielzeit in der Bayernliga Nord auf. Teamgeist, Fleiß und Kampf stellte Sands Trainer Dieter Schlereth als die Qualitäten seines Teams heraus. Nichtsdestotrotz gab es auch Momente, in denen Schlereth an sich und seiner Mannschaft zweifelte: „Die 0:2-Niederlage gegen Vach in der Rückrunde stellte den einzigen Moment dar, bei dem ich dachte, dass es verdammt eng wird“, so Schlereth. „Diese Pleite war auch die einzige wirkliche Enttäuschung in dieser Saison. Danach hatte ich wirklich Bedenken, ob wir die Relegation überhaupt erreichen können.“

    „Danach hatte ich wirklich Bedenken, ob wir die Relegation überhaupt erreichen können“
    Dieter Schlereth, Trainer FC Sand

    In den darauffolgenden sieben Partien mussten die Sander lediglich zwei Niederlagen hinnehmen und holten elf Punkte: „Nach diesem Match hat sich mein Team wieder zurückgekämpft und neben Leidenschaft viel Einsatzwillen an den Tag gelegt“, sagte Schlereth.

    Torhüter Markus Geier ist überzeugt, dass der Klassenerhalt verdient war. Geier blieb vor allem der fulminante 2:1-Sieg den Würzburger FV in Erinnerung: „Der späte Siegtreffer von Thorsten Schlereth war einfach genial“, blickt der Keeper zurück. Geier gehört zu den großen Gewinnern der Saison, der 29-Jährige kam aus der A-Klasse vom VfR Kirchlauter zu den Korbmachern und brachte es auf 26 Einsätze in der Bayernliga. Auch Stürmer Philipp Markof, der vom Kreisligisten aus Königsberg zum FC wechselte, lief trotz langer Verletzung immerhin 16 Mal auf. Hätte sich Außenverteidiger Julian Klauer nicht verletzt, wäre wohl auch er bis zum Ende in der Startelf geblieben. Aus der Reserve kommend, absolvierte der 27-Jährige immerhin 15 Partien.

    Markus Geier weiß jedoch auch, warum die Sander bis zuletzt zittern mussten: „Wir müssen die Niederlagen gegen direkte Konkurrenten abstellen. Wenn wir hier mehr gepunktet hätten, hätten wir mit der Relegation nichts zu tun gehabt.“

    Die Jugend ist die Zukunft

    Relegationen können allerdings auch sehr viel Freude bereiten – das haben die Sander durch die beiden 5:1-Erfolge gegen Erlangen-Bruck gezeigt. Sie kosten jedoch auch viel Kraft und Nerven. Der FC Sand muss sich ungeachtet des sportlichen Erfolgs Gedanken darüber machen, wie sich in Zukunft solche Hängepartien vermeiden lassen.

    Für die Sander stellt die Zusammenstellung einer schlagkräftigen Truppe in jeder Saison eine gewaltige Herausforderung dar. Immer wieder verlassen wichtige Leistungsträger den Verein, wie zuletzt erst Adrian Reith, der zurück zum TSV Großbardorf wechselt. Und um diese gleichwertig ersetzen zu können, fehlen die finanziellen Mittel. Umso höher ist daher der Stellenwert der Jugendarbeit. Durch den DFB-Stützpunkt kann der FC Sand hervorragende Voraussetzungen für junge Fußballer bieten. In der Vergangenheit verstanden es die Verantwortlichen, junge Talente zu fördern und damit Bayernligaspieler heranzuziehen. Christopher Gonnert gilt hier als Paradebeispiel.

    Ab dem 12. Juni stoßen Sebastian Albert, Christian Knoblauch, Sebastian Krines, Andre Lörzer und Luca Zeiß hinzu. Neben den Eigengewächsen freuen sich die Sander auf weitere Zugänge. Felix Hart (27/FSV Krum), Niklas Tscherner (20/Jahn Forchheim) und Ralph Thomann (19/Don Bosco Bamberg) verstärken ebenfalls den Kader.

    Kritik aus den eigenen Reihen

    Doch reicht das aus, um eine weitere Saison im Tabellenkeller zu vermeiden? Routinier Johannes Bechmann hat da seine Zweifel: „Meiner Meinung nach reicht es nicht, den Kader in jeder Saison mit Spielern aus der Kreis- bzw. Bezirksliga aufzufüllen“, kritisiert der 31-Jährige. Neben Talenten braucht es in den Augen des Innenverteidigers auch mehr erfahrene Bayernligaspieler: „Klar wird sich der ein oder andere Spieler durchsetzen, aber in den entscheidenden Spielen wirkt sich Unerfahrenheit einfach aus.“

    Bechmann ist sich bewusst, dass die finanziellen Mittel des Vereins begrenzt sind. Dies dürfe allerdings nicht als Ausrede gelten: „Du kannst dich nicht darauf verlassen, jedes Jahr die Relegation zu meistern. Das geht irgendwann mal schief.“

    Dem Abstieg entronnen: Jubel bei Spielern und Funktionären. Foto: Felix Schwarz
    Ins kalte Wasser geworfen: Die Torhüter Markus Geier (links) und Stefan Klemm. Foto: Felix Schwarz

    Von Felix Schwarz

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