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    Fußball, Bayernliga Nord

    Warum zweimal gelb nicht gelb/rot sein sollte

    Gelb/rot für Sands Kevin Steinmann: Nach einem Foulspiel zückte Schiedsrichter Dominik Fober zweimal gelb für den Sander Linksverteidiger. Foto: PresseFoto Evans / Ryan Evans

    Trotz aller (berechtigter) Kritik an der gelb/roten Karte für Sands Kevin Steinmann: Nach der Partie gegen den Tabellendritten DJK Vilzing gab es im Sander Seestadion keine einzige Stimme, die den verdienten Auswärtssieg der Oberpfälzer in Abrede stellen wollte. Mit einer beeindruckenden Vorstellung holte sich die Mannschaft um Toptorjäger André Luge ihren 10. Saisonsieg. 

    Die ersten Minuten der Partie ließen die 200 Zuschauer im Seestadion auf ein Spektakel hoffen. Beide Mannschaften spielte schnell nach vorne. Der FC Sand agierte mutig, griff früh an, wollte die DJK gar nicht erst in ihre Rhythmus kommen lassen. Doch die zeigte sich weder beeindruckt noch gewillt, den Sandern etwas vom Kuchen zu überlassen. Mit einer Ballsicherheit, die in dieser Saison in Sand noch nicht zu sehen war, spielte sich Vilzing immer wieder in die Sander Hälfte, ohne aber zunächst für Torgefahr sorgen zu können.

    Das änderte sich nach 24 Minuten. Nach einem Querschläger vor dem Sander Strafraum kam der Ball zu Linksaußen André Luge. Der nahm Fahrt auf, ließ Christopher Gonnert einfach mal stehen und zog trocken zum 0:1 ins lange Eck ab. Luge, vor einigen Jahren noch zusammen mit Nationalspieler Joshua Kimmich am Aufstieg von RB Leipzig in in die Zweite Liga beteiligt, brachte die Partie damit auch in die aus Sicht der Gäste erhoffte Richtung.

    Schlereths Sprints unfair gestoppt

    Sand verlegte sich dann, weil die spielerischen Mittel nicht auszureichen schienen, wieder auf das altbewährte Mittel: lange Bälle vor allem auf Thorsten Schlereth. Doch dessen Flankenläufe haben sich auch bis ins rund 240 Kilometer entfernte Vilzing herumgesprochen. Wechselnde Abwehrspieler stellten sich Schlereth entgegen, riskierten und bekamen auch jeweils gelbe Karten, hinderten den Sander Angreifer aber immer wieder - des Öfteren auch mit unfairen Mitteln - am erfolgreichen Abschluss.

    Aber auch Vilzing agierte immer wieder mit langen Bällen. Die sollten in erster Linie André Luge verwerten, doch Gonnert und seine Nebenleute ließen im ersten Durchgang nichts mehr zu. Auf der anderen Seite verlebte Vilzings Schlussmann Maximilian Putz einen geruhsamen Nachmittag, weil  es den Sandern erst in der Nachspielzeit der zweiten Hälfte gelang, halbwegs gefährlich vor seinem Kasten aufzutauchen.

    Den zweiten Durchgang begann Vilzing etwas bedächtiger, ließ den Ball aber mit viel Sicherheit in den eigenen Reihen laufen, während Sand versuchte, den souverän wirkende Riegel der DJK zu knacken. Dabei sollte nach einer Stunde auch Sven Wieczorek mithelfen, der nach achtmonatiger Verletzungspause sein Saisondebüt gab. "Es war unglaublich, nach so langer Zeit wieder zurück zu kommen, auch wenn wir heute verloren haben", so der Mittelfeldspieler nach der Partie. Dem Spiel eine Wende konnte aber auch er nicht mehr geben.

    "Wenn man gegen solch eine Mannschaft bestehen will, muss alles passen."
    Dieter Schlereth, Trainer FC Sand

    Denn nur wenige Minuten nach Wieczoreks Einwechslung kam es direkt vor der Sander Bank zu einem Zweikampf zwischen Kevin Steinmann und Vilzings Fabian Trettenbach mit anschließendem Gerangel. Der Schiedsrichter-Assistent funkte seinem Chef Dominik Fober, so Sands Trainer Dieter Schlereth, "zweimal gelb" ins Ohr. Der aber zeigte Steinmann beide gelbe Kartons und damit gelb/rot, was nicht nur für Schlereth nicht nachvollziehbar war. "Wir haben momentan richtig schlechte Karten bei den Schiedsrichtern", meinte Schlereth, der dieses "zweimal gelb" so interpretierte, dass damit sowohl Steinmann als auch Trettenbach gemeint waren. "Wie kann er einem Spieler für ein Foul zweimal gelb zeigen?"

    Schlereth wollte diese Szene aber nicht als Ursache für die Niederlage hernehmen. "Wenn man gegen solch eine Mannschaft bestehen will, muss alles passen", zeigte sich Sands Trainer durchaus beeindruckt von der Vilzinger Vorstellung und attestierte den Gästen einen verdienten Sieg.

    Hinrunde abgeschlossen

    Den machte nur wenige Minuten nach der Szene an der Außenlinie Tobias Bräu perfekt. Der kam an der rechten Strafraumkante an den Ball, tanzte im Alleingang drei Sander aus und ließ Sands Keeper Markus Geier, der zuvor noch zweimal glänzend parierte beim 0:2 keine Abwehrchance.

    Damit war der Korb geflochten, auch wenn Sand in der Nachspielzeit gegen nun nur auf den Abpfiff wartenden Gäste noch zwei Gelegenheiten hätte haben können, die Angriffe aber nicht zu Ende spielte.

    Die Hinrunde schließt der FC Sand somit auf Tabellenplatz 14 ab. Am kommenden Wochenende haben die Korbmacher spielfrei, danach geht es am Sonntag, 27. Oktober, um 11 Uhr (!) nach Großbardorf.

    Die Statistik des Spiels
    Fußball, Bayernliga Nord
    1. FC Sand -
    DJK Vilzing 0:2 (0:1)
    Sand: Geier - Topuz (61. Wieczorek), Bechmann, Steinmann, Gonnert - Karmann, D. Schlereth - Rippstein, T. Schlereth (82. Witchen), Wagner (82. Moser), Rugovaj.
    Vilzing: Putz - Wolf, Romminger, Hoch, Huber - Trettenbach, Kufner, Wendl (89. Völkl), Kalteis, Luge (85. Hastreiter), Bräu (77. Chrubasik).
    Schiedsrichter: Dominik Fober (Herrieden). Zuschauer: 200. Tore: 0:1 André Luge (25.), 0:2 Tobias Bräu (71.). Gelb/rot: Kevin Steinmann (67., Sand).

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