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    EISHOCKEY: VERZAHNUNGSRUNDE GRUPPE C

    Die Deutschen treffen noch nicht

    Auf ein möglichst gutes Abschneiden hofft Michael Breyer bei den Partien in Geretsried und beim Heimspiel gegen Dorfen. Foto: Ralf Naumann

    ESC Geretsried – ESC Haßfurt (Freitag, 19.30 Uhr, ESC Sportstadion)

    ESC Haßfurt - ESC Dorfen (Sonntag, 18.30 Uhr, Eishalle Am Großen Anger)

    „Das sind zwei Bayernligisten, also wieder zwei echte Hausnummern.“ Für „Hawks“-Stürmer Michael Breyer sind die Partien der Haßfurter Puckjäger (8./0) bei den Vereins-Namensvettern in Geretsried (5./0, Freitag, 19.30 Uhr) sowie gegen Dorfen (4./3, Sonntag, 18.30 Uhr) erneut zwei ganz schwere Herausforderungen.

    Für den 22-Jährigen spielt es keinerlei Rolle, dass beide oberbayerische Mannschaften gegen den Abstieg kämpfen und somit den vermeintlich höheren Druck haben. „Wer das erste Heimspiel besucht hat, konnte sehen, dass auch im unteren Drittel der Bayernliga gutes Hockey gespielt wird.“

    Ehrliches Eishockey

    Für ehrliches Eishockey, Einsatz bis zum Schluss und Zuverlässigkeit steht seit zweieinhalb Jahren auch sein Name. Bei bislang 99 möglichen Partien fehlte Michael Breyer lediglich ein Mal. Dabei erzielte der gebürtige Schongauer 97 Scorerpunkte. Eine tolle Bilanz für den jungen Angreifer, der trotz seiner jungen Jahre schon viele Erfahrungen gemacht hat.

    Breyer begann hat seine „Karriere“ bei seinem Heimatverein mit sechs Jahren. Als 13-jähriger wechselte er im Dezember 2010 dann zum EC Peiting. Und wie kam er in den nördlichen Teil des Freistaates? Freundin Lena war der Grund, denn sie lebte in Bayreuth und spielte in Weiden ebenfalls Eishockey. „Anfangs hatte ich mich wegen der zeitlichen Belastung und meiner schulischen Aufgaben nicht getraut“, erinnert sich Breyer, der gerade einmal 16 Jahre alt war und mit Beginn des Schuljahres 2013/2014 von der Realschule in die 10. Klasse des Gymnasiums wechselte. Doch er wagte den Umzug. Letztlich sammelte er beim EV Weiden sowie ab der Saison 2014/2015 mit verschiedenen Teams des EHC Bayreuth weitere Erfahrungen.

    Duales Studium beim ESC

    Dass er Mitte 2016 zusammen mit Ingo Krapf und Martin Köhler nach Haßfurt wechselte, ist letztlich der Auflösung der 1b-Mannschaft der „Tigers“ geschuldet. „Einfach aufzuhören, war für mich keine Option“ betont er.

    Mittlerweile ist Breyer der einzig noch übrig gebliebene Akteur des Oberfranken-Trios. Und er spielt mittlerweile nicht nur Eishockey beim ESC Haßfurt. Der Verein ist derzeit auch sein Ausbildungspartner für das duale Studium. „Ich kümmere mich trainingstechnisch um die Anfänger, die U 9, sowie um die Kooperation mit der Grundschule Zeil/Sand“, erzählt er. Im Marketingbereich unterstützt er zudem Bereichsvorstand Holger Endres. Schließlich kümmert er sich mit Daniel Göpfert zusammen um den digitalen Auftritt des ESC.

    „Im Allgemeinen kann man sagen, dass ich eigentlich überall eingesetzt werde, was unglaublich viel Spaß und natürlich auch Erfahrungen mit sich bringt. An dieser Stelle bin ich dem Verein beziehungsweise den Verantwortlichen sehr dankbar, dass ich diese Chance bekommen habe.“

    Eigene Abschlussschwäche

    Mit der ersten Saisonhälfte ist Michael Breyer bis auf wenige Ausnahmen einverstanden. Gerade in der Offensive laufe es dank der Kreativität der vier Kontingentspieler gut. „Leider sind wir deutschen Spieler, was das Scoring angeht, dieses Jahr noch nicht in Fahrt gekommen“, bedauert er bei bislang erst sechs Treffern dahingehend auch seine eigene Abschlussschwäche und hofft auf Besserung: „Hoffentlich bekommen wir die in der Verzahnungsrunde noch in den Griff, da wir sonst leichter auszurechnen sind.“

    Noch mehr beschäftigt ihn allerdings das Defensivverhalten. Das beginnt für ihn mit dem Puckverlust in der offensiven Zone, und endet im eigenen Drittel. Zu guter Letzt ärgert sich der 22-Jährige über das Verletzungspech, mit dem „natürlich auch andere Mannschaften zu kämpfen haben. Jedoch trifft es uns meist mit schwereren Verletzungen, die teilweise das Saisonende bedeuten“, verweist er aus aktuellem Anlass aus seinen Teamkollegen Marco Hildenbrand, der nach seiner Schulterverletzung aus dem Spiel in Vilshofen vorerst nicht mehr auflaufen kann.

    Michael Breyer möchte von Blessuren jeglicher Art verständlicherweise verschont bleiben und weiter – so sein persönliches sportliches Ziel – „an jedem Tag sein bestmöglichstes leisten. Egal ob im Training oder Spiel. Ich möchte meiner Mannschaft maximal helfen und setze mich gerne für sie ein.“

    Trainerwechsel in Geretsried

    Zurück zu den beiden anstehenden Partien. „An solchen Tagen entscheiden Kleinigkeiten“, rechnet Breyer wie schon zum Auftakt gegen Schongau und in Kempten mit zwei hart umkämpften Begegnungen. Die Geretsrieder „Riverrats“ beendeten die Vorrunde auf Platz 10 – in erster Linie aufgrund ihrer Auswärtsschwäche. Lediglich zwei Mal gingen sie als Sieger vom Eis. Vor heimischen Fans dagegen fuhren sie bei ihren 13 Auftritten immerhin 26 Punkte ein und erzielten dabei hinter Erding und Landsberg die meisten Treffer (69.). Doch ausgerechnet zum Start der Verzahnungsrunde war wieder einmal der Wurm drin. Nach der überraschenden 4:7-Pleite gegen Kempten zogen die Oberbayern, deren zweite Partie am Sonntag in Vilshofen aufgrund starker Regenfälle abgebrochen wurde, gleich eine personelle Konsequenz: Trainer Ludwig Andrä musste seinen Hut nehmen. Der bisherige U-20-Trainer Sebastian Wanner und 2. Vorsitzender Peter Holdschik sollen den Abstieg in die Landesliga nun verhindern.

    Dorfen mit Auswärtsschwäche

    Und auch die „Eispiraten“ des ESC Dorfen, die wegen der gesperrten Halle in Schongau nicht spielen konnten, präsentierten sich zumeist in fremden Stadien nicht von ihrer besten Seite. Bei 13 Partien mussten sie elf Niederlagen einstecken und kassierten dabei 71 Gegentreffer. Die 39 selbst geschossenen Tore langten dagegen nur zu insgesamt sieben Punkten. Zum Auftakt gelang ihnen jedoch ein 5:3-Erfolg gegen Amberg. Verständlich, dass sie auch am Sonntag bei den „Hawks“ nicht mit leeren Händen nach Hause fahren möchten.

    Zwei oder vier Kontingentspieler?

    Michael Breyer beschäftigt sich im Vorfeld allerdings nicht so sehr mit den Gegnern, vielmehr mit der eigenen Mannschaft. „Grundsätzlich bin ich ein Freund davon, auf sich selbst zu schauen. Wir müssen versuchen unser Spiel durchzubringen und uns defensiv deutlich steigern. Wenn das jedem bewusst ist, dann haben wir eine gute Chance, auch diesmal Punkte zu sammeln.“

    Wer derweil von den vier Haßfurter Kontingentspielern nach dem ganzen Hick-Hack der vergangenen Tage bezüglich des Einsatzes von transferkartenpflichtigen Spielern und dem Punktabzug durch den BEV zum Einsatz kommt, entscheidet sich jeweils erst kurzfristig.

    Von Ralf Naumann

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