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    FUßBALL: BAYERNLIGA NORD

    Zwei Comebacks waren für Sand eins zu wenig

    Forchheims Keeper Tino Stahl lässt den Ball abprallen, aber Sands Shaban Rugovaj verpasst die Kugel. Foto: Helen Evans

    Auf der einen Seite Faschingsstimmung, auf der anderen bittere Enttäuschung. Diese Partie hat die Erwartungen im Vorfeld nicht nur erfüllt, sondern übertroffen, wenngleich mit negativem Ausgang für den FC Sand. Der bis dato Vorletzte Forchheim erwartete den FC Sand, der sich auf Platz 13 befand. Sieben Tore, ein Elfmeter und neun gelbe Karten – in einem nervenaufreibenden Abstiegsfight in Forchheim zog der FC Sand letztlich den Kürzeren, die Schlereth-Elf unterlag mit 3:4 und rutschte nur eine Woche nach dem 2:1-Sieg in Würzburg wieder in die Abstiegszone.

    Vor allem das 2:2 sorgte für Zündstoff auf und neben dem Platz: Von weitem sah es so aus, als ob ein Forchheimer ein gegnerisches Tor bejubeln wollte. Doch dieser rannte mit Schaum vor dem Mund zum Linienrichter und reklamierte auf Abseits – vergeblich. Das Tor von Johannes Bechmann zum 2:2 wurde mit Verzögerung gewertet (49.). „Der Schiedsrichter hat aus meiner Sicht gut gepfiffen, ein bisschen mehr Ruhe von allen Beteiligten hätte dem Spiel gutgetan“, sagt Sands Chefcoach Dieter Schlereth.

    Prompte Antwort

    Doch von vorn: Eine Flanke von links konnte Sands Torhüter Markus Geier gerade noch parieren, wodurch die Situation schon geklärt schien. Timo Noppenberger schnappte sich allerdings die Kugel und schob sie zum 1:0 der Hausherren an Geier vorbei ins Tor (11.). Da die Sander Verteidigung auf Abseits spekulierte, wurde sie bitter bestraft. Von einer Schockstarre der Korbmacher fehlte allerdings jede Spur. Die Antwort folgte postwendend nur zwei Minuten später: Shaban Rugovaj zog im Sechszehner ab und markierte den Ausgleichstreffer (13.).

    Daraufhin nahm die Intensität des Kellerduells vorerst ab, zwingende Torchancen gab es kaum zu sehen. Die Konzentration der Gäste ließ etwas nach, mehr Zweikämpfe gingen verloren und die Fehlpassquote erhöhte sich leicht. Und diese kleine Schwächephase nutzten die Hausherren prompt aus.

    Unglücklicher Rückstand

    Sieben Minute vor dem Pausengang schlugen die Gastgeber zum zweiten Mal zu: Philipp Nagengast kam frei zum Abschluss und hämmerte den Ball gegen den linken Pfosten. Die Kugel gelangte so zu Tom Jäckel, der nicht lange fackelte und zum 2:1 der Forchheimer einschob (38.). Geier und Max Witchen warfen sich vergeblich dazwischen.

    „In der ersten Halbzeit waren wir das bessere Team, Forchheim hatte kaum Tormöglichkeiten. Von den beiden Toren abgesehen, kam von ihnen nicht so viel“, gab sich Dieter Schlereth enttäuscht über die erste Hälfte. Daraufhin kamen zu den zweiten 45 Minuten Fabian Röder und der eigentliche Spielmacher Sebastian Wagner ins Spiel. „Sebastian Wagner hat die Vorbereitung nicht komplett absolviert. Da wir zur Pause hinten lagen, wollte ich durch die Einwechselung neuen Schwung reinbringen“, so Schlereth.

    Die Partie nahm nach der Pause gleich wieder Fahrt auf. Nur vier Minuten nach Wiederbeginn fiel das oben geschilderte 2:2, weitere fünf Minuten später gelang Tom Jäckels sein zweites Tor zum 3:2, als er im Sechszehner frei zum Abschluss kam. Und in der 60. Minute zeigte Schiedsrichter Pantelis Gitopolous auf den Elfmeterpunkt: Den Strafstoß verwandelte Steffen Müller zum Forchheimer 4:2.

    Wagners Freistoß

    Doch damit immer noch nicht genug. Sands Spielmacher Sebastian Wagner zirkelte einen Freistoß aus halblinker Position und 26 Metern direkt zum 4:3-Anschlusstreffer in den Kasten. Dabei machten weder Jahn-Keeper Tino Stahl noch seine Mauer einen guten Eindruck (70.).

    Die Korbmacher drängten nun aber vergeblich auf den Ausgleich. Shaban Rugovaj (72.) und Adrian Reith (76.) scheiterten aber, so dass Sand gegen einen direkten Konkurrenten wichtige Punkte verlor – ein schwerer Rückschlag im Abstiegskampf.

    Zu einfache Gegentore

    Dieter Schlereth stellte nach dem Match die Bedeutung der Niederlage heraus: „Es ist wirklich ärgerlich, weil wir gehofft hatten, auswärts gegen einen direkten Konkurrenten wenigstens einen Punkt mitzunehmen. Die Gegentore sind viel zu einfach gefallen, das darf einfach nicht passieren. Auch wenn wir zweimal ausgeglichen haben, ist es einfach brutal schwer, nach einem Rückstand zurückzukommen.“

    Durch die Niederlage befindet sich der FC Sand nun wieder auf dem ersten Relegationsplatz, Forchheim rückte bis auf zwei Punkte heran.

    Die Statistik des Spiels

    Fußball, Bayernliga Nord SpVgg Jahn Forchheim – 1. FC Sand 4:3 (2:1) Forchheim: Stahl – Petschner (60. Müller), Hagen, Misic, Goldammer (60. Gumbrecht), Nagengast, Noppenberger, Uttinger, Mai, Jäckel (80. Karsak), Güngör. Sand: Geier – Witchen (82. Markof), Bechmann, Karmann, D. Schlereth, T. Schlereth, D. Schmidt, Rippstein (46. Röder), Reith, Steinmann (46. Wagner), Rugovaj. Schiedsrichter: Pantelis Gitopoulos (FC Bayern München). Zuschauer: 150. Tore: 1:0 Timo Noppenberger (11.), 1:1 Shaban Rugovaj (13.), 2:1 Tom Jäckel (37.), 2:2 Johannes Bechmann (49.), 3:2 Tom Jäckel (55.), 4:2 Steffen Müller (60.), 4:3 Sebastian Wagner (70.).

    Von Felix Schwarz

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