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    EISHOCKEY, LANDESLIGA GR. 1

    Leise Kritik nach dem „Hurra-Eishockey“

    Hoch die Arme: Viel Grund zum Jubeln hatte nicht nur Daniel Hora, hier nach seinem Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich. Foto: Ralf Naumann

    „Für die Zuschauer war es sicher interessant, weil es schön hin und her gegangen ist“, freute sich Volker Hartmann für die Fans auf den gut gefüllten Tribünen. Doch ohne Verschnaufpause schob der 44-jährige Bayreuther sein dickes „Aber“ gleich hinterher: „Für mich als Trainer ist das eine Katastrophe.“ Und was genau? „Ich mag das ,Hurra Eishockey?einfach nicht.“ Für ihn sei vielmehr wichtig, „hinten dicht“ zu machen.

    „Nach vorne“, sagte er weiter, „sind wir echt stark, da machen wir immer unsere Buden“. Für die Abwehrleistung sieht Hartmann allerdings noch reichlich „Luft nach oben“. Warum? „Heute haben wir elf Tore gebraucht, um zu gewinnen. Das ist eigentlich traurig. Da gewinn ich lieber 5:0 und dann ist das okay. Aber es ist, wie es ist“, lautete seine persönliche Meinung.

    Torreiches Anfangsdrittel

    Zuerst die Fakten: Mit 11:8 besiegten die Kreisstädter am Freitagabend die „Ice Dogs“ des EV Pegnitz, wobei die 472 Zuschauer, darunter knapp 20 aus Oberfranken, in einer temporeichen, stets umkämpften und spannenden Partie bereits acht Treffer im ersten Drittel bejubeln konnten. Mit 5:3 lagen die Hausherren nach 20 Minuten in Führung, dabei eröffnete der Tscheche Michal Plichta den Torreigen für Pegnitz bereits in der 2. Spielminute. Danach ging es erstmals hin und her: Plichtas Landsleute in den Reihen der „Hawks“, Daniel Hora und Jan Trübenekr, sorgten mit ihren Toren zum 1:1-Ausgleich sowie zur 2:1-Führung schnell für die „Wende“ (3./7.). Und während der Deutsch-Tscheche Patrik Dzemla (ehemals in Haßfurt aktiv), sowie der zweite Kontingentspieler der Gäste, der Lette Aleksandrs Kercs Jr., auch aufgrund von teils haarsträubenden individuellen Abwehrfehlern erfolgreich waren (16./17.), kümmerten sich erneut Jan Trübenekr (16.) sowie David Franek (17.) und Timo Zürcher (18.) um einen Zwei-Tore-Vorsprung.

    Bei den letzten drei Gegentreffern allerdings machte EV-Schlussmann Luca Feitl gar keine gute Figur. Mit gutem Grund, wie sich wenig später herausstellte: der 21-Jährige erlitt bei einem Zusammenprall mit einem Haßfurter Spieler sowie dem anschließenden Sturz aufs Eis vermutlich eine Gehirnerschütterung und musste kurz vor dem Drittelende ausgewechselt werden.

    Die Haßfurter Fans feiern

    Auch in den weiteren 40 Minuten boten beide Kontrahenten ansehnliches Eishockey mit vielen weiteren Toren. Dabei führten die „Hawks“ zwischenzeitlich bereits mit vier Toren (7:3, 28.).

    Der vom ehemaligen Oberligaverteidiger Josef Hefner trainierte Bayernligaabsteiger gab sich freilich zu keinem Zeitpunkt geschlagen, sodass eigentlich erst der Treffer zum 11:7 von David Franek (50.) auf die endgültige Entscheidung hindeutete. Dass Stefan Hagen 21 Sekunden vor der Schlusssirene noch einmal verkürzte, interessierte die ESC-Fans, die längst lautstark den alten und neuen „Spitzenreiter, Spitzenreiter“ feierten, nicht mehr.

    Von einem „ziemlich verrückten“, „hart umkämpften“ und „ziemlich offensiven Spiel“ sprach „Hawks“-Stürmer Michael Stach, der mit dem 8:5 (32.) zum dritten Mal in den letzten beiden Begegnungen ins Schwarze traf. „Letztlich haben wir durch unseren Kampfgeist gewonnen, und darüber sind wir glücklich. Das einzige was zählt, sind die drei Punkte.“

    Nachholbedarf in der Defensive

    Natürlich freute sich am Ende auch Volker Hartmann über den fünften Sieg in Folge und die Guthabenpunkte 13 bis 15. „Aber acht Gegentore sind einfach zu viel. Da müssen wir noch echt viel dazu lernen in der Rückwärtsbewegung. Vorne weiß ich, dass wir stark sind. Aber im eigenen Drittel sind wir einfach noch nicht da, wo wir hinwollen“, zeigte er deshalb sogar etwas Mitleid für seinen Pegnitzer Kollegen: „Wenn man acht Tore auswärts schießt und verliert, dann ist das echt bitter und eigentlich ein Witz.“

    Die Statistik des Spiels

    Eishockey, Landesliga Gruppe 1 ESC Haßfurt – EV Pegnitz 11:8 (5:3, 4:3, 2:2) Haßfurt: Jung, Dietz – Hora, Thebus, Hornak, Stahl, Marx, Schubert – Stach, Trübenekr, Lang, Babkovic, Franek, Dietrich, Zürcher, Kratschmer, Breyer. Schiedsrichter: Sintenis/Zwingel. Zuschauer: 472. Tore für Haßfurt: Trübenekr (2), Franek (2), Babkovic (2), Hora, Zürcher, Lang, Stach, Hornak. Strafzeiten: Haßfurt 22 / Pegnitz 20 plus 10 gegen Marvin Welz.

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