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    Sand am Main

    Kämpfer Karmann sieht Sand über dem Strich

    Gibt keinen Ball verloren: Sands André Karmann. Foto: Matthias Lewin

    Stand heute müsste der FC Sand erneut in die Relegation. Platz 14 mit zwei Zählern Rückstand auf die sichere Tabellenregion - in Sand hat man sich an diese Situation beinahe schon gewöhnt. Dennoch wird es, zumindest wenn es nach Kapitän André Karmann geht, in dieser Saison anders laufen. "Wir werden über dem Strich landen, um auch zum 100-järigen Bestehen im nächsten Jahr noch in der Bayernliga zu bleiben", ist sich Karmann vor dem spielfreien Wochenende sicher. Spielfrei deswegen, weil die Würzburger Kickers ihre zweite Mannschaft kurz vor Rundenbeginn zurückgezogen hatten.

    Der gebürtige Bucher ist in seinem elften Jahr beim FC Sand und damit dienstältester Spieler bei den Korbmachern. Elf Jahre, in denen er schon sämtliche Positionen gespielt hat, einschließlich die des Torhüters, auch wenn das nur in einem Testspiel der Fall war. Inzwischen ist der 27-Jährige aber auf der Position angekommen, die ihm auf den Leib geschnitten scheint: die des Sechsers. "Hier kann ich meine Stärken am besten zeigen", sagt Karmann. Balleroberung, Ballverteilung - das alles mit einer gesunden Portion Kampfgeist: Der gelernte Elektriker ist vor der Abwehr zuhause, zieht hier die Fäden im Sander Spiel.

    Das bin ich und das bleibe ich"
    André Karmann, Spielführer FC Sand

    In dieser Saison steht für den Bucher erst eine Ampelkarte in der Bilanz, und die gab es wegen eines taktischen Fouls in der 90. Minute. "Vielleicht habe ich hier und da auch ein wenig Glück gehabt", sagt er. "Aber das ist mein Spiel. Das bin ich, und das bleibe ich. Wir teilen ja nicht nur aus, wir stecken auch sehr viel ein", sagt Karmann und glaubt, dass der FC Sand einen gewissen Ruf bei den Schiedsrichtern hat. Und der scheint nicht der beste zu sein. "Wenn man sieht, wie zum Beispiel Vilzing zuletzt Thorsten Schlereth attackiert hat, dann sollte ein Schiedsrichter da schon auch mal genauer hinschauen", spielt Sands Kapitän auf die Vielzahl an Fouls am schnellen Angreifer an.

    Eigentlich eine gute Truppe

    Natürlich hätte die Saison bislang auch besser laufen können, Karmann ist dennoch ganz zufrieden: "Zum Auftakt gegen Großbrdorf war mehr drin, auch in Kahl hätten wir gewinnen können", sagt der Sechser - der FC Sand könnte durchaus fünf Zähler mehr auf dem Konto haben. "Aber Verletzungen, Urlaub und dann einige Rotsperren haben uns doch ganz schön zugesetzt. Es ist schwierig, wenn in jedem Spiel eine andere Mannschaft aufläuft." Wenn die Korbmacher allerdings nahezu komplett sind, "haben wir eine gute Truppe".

    Das bekamen ja auch schon einige Gegner zu spüren. Allen voran der TSV Karlburg, der trotz zweier Roter Karten gegen Sand mit 5:0 aus dem Seestadion geschossen wurde. Ein Spiel, das auch Karmann so noch nicht erlebt hatte. Und auch das 4:0 über Bayern Hof offenbarte das Sander Potenzial. Aber auch die Korbmacher haben zwei Gesichter. Das hässlichste zeigte die Mannschaft wohl beim 0:4 gegen die DJK Don Bosco Bamberg.

    Kampfgeist als Grundvoraussetzung

    Karmanns Aufgabe ist es nicht nur, auf dem Platz den "agressive leader" zu geben, sondern auch vor dem Anpfiff seine Mitspieler zu pushen. Schon beim Warmlaufen feuert er an, fordert Engagement, lobt und tadelt. "Das mache ich aber nicht, weil ich diese Binde trage, das würde ohne genauso ablaufen." Der Kampfgeist, der dahinter steckt, ist für ihn Grundvoraussetzung für den Erfolg. "Wir kommen über den Kampf, müssen Zweikämpfe gewinnen. Wenn das nicht gelingt, habe wir keine Chance." Und diese Einstellung will Karmann weitergeben. "Ich hab' das so gelernt, meine Mitspieler mitzunehmen."

    Am nächsten Wochenende beginnt dann auch für den FC Sand die Rückrunde - zu einer ungewöhnlichen Uhrzeit: Um 11 Uhr vormittags sind die Sander beim TSV Großbardorf zu Gast. "Im Hinspiel hatten wir es versäumt, etwas mitzunehmen. Das wollen wir wettmachen", verrät Karmann kein Geheimnis. Auch nicht, als er schon jetzt die Grundausrichtung nennt: "Wir müssen hinten gut stehen, vorne wird dann schon einer reinfallen", hofft der Kapitän, dass die Stürmer einen Glücksmoment haben oder einen Konter erfolgreich zu Ende bringen. "Wir werden auf jeden Fall alles reinhauen", verspricht Karmann den nächsten engagierten Auftritt des bald 100 Jahre alten Vereins.

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