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    FUßBALL BAYERNLIGA NORD

    Der Wille allein reicht eben nicht

    Dicke Luft im Sander Fünf-Meter-Raum, doch Erlangens Stürmer Tom Jäckel kommt nicht an die Kugel. Die Sander (von links) Florian Gundelsheimer, Christopher Gonnert, Torwart Simon Mai und Kevin Steinmann können gemeinsam klären. Foto: Ralf Naumann

    Engagiert aufgetreten sind sie ja, die Sander beim 0:1 gegen den FSV Erlangen-Bruck am Freitagabend. Sie hätte sich auch durchaus einen Dreier zum Saisonabschluss verdient, doch wie so oft gelang den Korbmachern trotz bester Chancen kein Tor und so geht es mit einer Niederlage im Gepäck und vor allem in den Köpfen in die Relegation. Wann und gegen wen wird am Sonntag ausgelost.

    Sand begann engagiert, spielte von Beginn an im Vorwärtsgang, die langen Bälle auf André Karmann oder Adrian Reith wurden aber ausnahmslos eine Beute des aufmerksamen Nicolas Herzig im Gäste-Tor. Auch einen Freistoß von Daniel Krüger und eine direkt darauf folgende Großchance des Sander Kapitäns (30.) entschärfte Herzig mühelos. Ein weiterer Versuch von Danny Schlereth strich knapp am Tor vorbei (36.).

    Das frühe Stören Erlangens schmeckte Sand allerdings gar nicht, die Heimelf geriet anfangs ab und an ins Schwimmen, was Simon Drießlein (10.) dem Ex-Schweinfurters Tom Jäckel (12., Seitfallzieher aufs Tordach) Möglichkeiten eröffnete. Größtenteils aber agierte die Sander Defensive nicht ungeschickt, stellte die Erlanger mehrfach ins Abseits, so dass Simon Mai im Sander Kasten nahezu beschäftigungslos blieb. Und genau das bekam dem Sander Keeper offensichtlich überhaupt nicht, denn völlig unbedrängt spielte Mai dem Erlanger Drießelin den Ball in die Füße, der umkurvte noch einen Abwehrspieler und schlenzte den Ball um Mai herum zum 0:1 ins lange Eck (39.).

    Das war natürlich bitter, denn auch wenn die Partie bis dahin eher zäh verlief, war Sand doch die aktivere Mannschaft, hatte die besseren Chancen. Der Pausenstand von 0:1 war dann aus Sicht der Gäste doch eher geschmeichelt.

    Sand wollte das ändern und drängte nach Wiederbeginn sofort auf den Ausgleich, André Karmanns Versuch wurde allerdings gerade noch zur Ecke geblockt (49.). Auch der eingewechselte Sebastian Wagner blieb am FSV-Schlussmann hängen (61.).

    Und weiter ging es nur in eine Richtung. Erlangen lehnte sich zurück, Sand drückte und drängte – der mittlerweile überaus verdiente Ausgleich wollte aber einfach nicht fallen.

    Mit zunehmender Spielzeit verflachte die Partie immer mehr, bis sie eine Viertelsunde vor Schluss wieder an Fahrt aufnahm – und zwar in Richtung Erlangener Tor. Sand zog das Tempo an und hatte binnen zwei Minuten zwei riesen Möglichkeiten. Zunächst verzog Christopher Gonnert völlig frei aus sechs Metern (76.), kurz danach servierte Gonnert den Ball butterweich für Karmann, doch dessen Kopfball landete am Querbalken (78.) statt darunter.

    In der Schlussphase, als bei den Sandern Kraft und Konzentration merklich nachließen, verhinderte Simon Mai weitere Gegentreffer. Zunächst parierte er einen Kopfball nach einer Freistoßflanke (84.), kurz darauf rettete er gegen den durchgebrochenen Bastian Lunz (86.).

    Aber mit dem letzten Angriff bot sich Sand dann doch noch die Chance zum Ausgleich: Karmann wurde elegant freigespielt, doch anstatt selbst den Abschluss zu suchen, passte der Angreifer in die Mitte, Tevin Mc Cullough kam aber an den zu ungenau gespielten Ball nicht mehr heran.

    Für Matthias Bayer war diese Niederlage ein Spiegelbild der gesamten Saison: „Die Einstellung passt, wir spielen engagiert, kommen auch zu Chancen, aber nutzen die einfach nicht. Der Gegner bestraft das dann konsequent. Wir werden immer unsicherer, machen leichte Fehler, und so kommt eins zum anderen. Diesen Teufelskreis haben wir nur ganz selten durchbrechen können.“

    In der Relegation sollte dem FC Sand aber genau dies gelingen.

    Für ein Novum in der Bayernliga sorgte indes der SV Erlenbach: Der Tabellenvorletzte hat am Nachmittag seinen Auftritt in Großbardorf überraschend abgesagt, die Mannschaft vom Untermain hat große Personalprobleme. Aller Voraussicht nach wird das Sportgericht Bayern, wie in solchen Fällen üblich, die drei Punkte mit 2:0 Toren dem TSV Großbardorf zusprechen und den SV Erlenbach dazu mit einer Geldstrafe belegen.

    Die Statistik des Spiels

    Fußball, Bayernliga Nord: 1. FC Sand – FSV Erlangen-Bruck 0:1 (0:1) Sand: Mai – Gundelsheimer, Nöthling, Krüger (ab 81. T. Schlereth), A. Schmitt (ab 58. Wagner), D. Schlereth, Gonnert, Karmann, Röder (ab 58. Mc Cullough), Reith, Steinmann. Erlangen-Bruck: Herzig – Sperber (ab 46. Skach), Bauernschmitt, Zenginer, Jäckel, Drießlein, Seybold, Arapoglu (ab 72. Bantak), Rajgarhia (ab 58. Hinrichs), Lunz, Djonbalic. Schiedsrichter Andreas Voll (TSV Kelbachgrund-Kleukheim). Zuschauer: 155. Tor: 0:1 Simon Drießlein (39.).

    Aus dem Sander Seestadion berichtet Felix Schwarz

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