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    Volleyball: 2. Bundesliga

    Was sich in Eltmann alles ändern wird

    Die Gespräche laufen vorerst noch im Hintergrund: Die Eltmanner Heitec Volleys bereiten sich auf die Erste Bundesliga vor. Foto: Matthias Lewin

    Am Wochenende geht es diesmal nicht in die Halle für Marco Donat und seine Mannschaft. Die Zweite Liga pausiert mit Ausnahme eines Nachholspiels. Eltmanns Cheftrainer hat seinen Schützlingen und sich selbst deshalb zur Regeneration "ein Wochenende auf der Couch" verordnet.

    Gearbeitet wird am Traum Erste Liga aber trotzdem in Eltmann. Das Volleyball-Event in Bamberg vor gut vier Wochen hat das "Projekt Aufstieg" weit über die Grenzen Frankens hinaus bekannt gemacht. Spieler bewerben sich, Spielervermittler - vor allem aus dem Ausland -  versuchen, ihre Schützlinge in Eltmann unterzubringen. "Zwei bis drei Bewerbungen pro Tag" gehen auf Donats Handy derzeit ein. Auch der  der Eltmanner Coach selbst ist ins Visier anderer Vereine geraten und wird nach seinen eigenen Plänen gefragt. Bleibt er in Eltmann? Kann er sich ein Engagement abseits der Volleys vorstellen? Doch diese Offerten blockte der Rheinländer ab, noch bevor seine Gesprächspartner konkret werden konnten. "Ich bin zufrieden in Eltmann. Das Umfeld, die Spieler, die Fans - ich bin mega glücklich."

    Eine kleine Liebeserklärung

    Für drei Jahre hat der Trainer im vergangenen Sommer bei den Heitec Volleys unterschrieben. Die Mannschaft, der Verein, das Umland allgemein bergen für Donat "enormes Potenzial". Auch deshalb habe er sich andere Angebote noch nicht einmal angehört. "Ich könnte den Vertrag in Eltmann schon heute verlängern, all meine Erwartungen wurden übertroffen" schließt der 38-Jährige seine "kleine Liebeserklärung" an die unterfränkische Kleinstadt ab.

    "Wir müssen uns verstärken, wollen und dürfen aber auch nicht alles austauschen."
    Marco Donat, Trainer der Heitec Volleys Eltmann

    Der Trainer also bleibt den Eltmannern erhalten. Doch wie sieht es im Kader aus? "Der wird sich verändern", macht Donat keinen Hehl daraus, dass die Heitec Volleys in der Ersten Bundesliga ein verändertes Gesicht haben werden. Erste Kontakte sind bereits geknüpft, unter anderem steht ein ehemaliger Nationalspieler auf der Wunschliste, der vor elf Jahren schon einmal ins Eltmanner Trikot geschlüpft war.

    Die Identität bewahren

    Verstärkt nach der Saison die zweite Mannschaft: Kapitän Sebastian Richter. Foto: Matthias Lewin

    Neue Spieler zu holen bedeutet aber auch, aktuelle Spieler abzugeben. Doch in Eltmann wollen sie sich ihre "Identität bewahren". Die Spieler, die den Verein dahin gebracht haben, wo er jetzt ist, sollen möglichst gehalten werden, so wie Kapitän Sebastian Richter, der freiwillig in die zweite Reihe tritt. Aber auch im Trainerteam oder in anderer Funktion sollen die Spieler, die für die Erste Liga nicht infrage kommen, neue Aufgaben finden. "Wir müssen uns verstärken, wollen und dürfen aber auch nicht alles austauschen", denkt Donat daran, das Fundament des Vereins aus gestandenen Eltmannern zu bauen.

    Und das gilt auch für  den Nachwuchs. Bereits im vergangenen Sommer unterstrich Marco Donat, dass auch die Jugendarbeit in Eltmann auf professionelle Füße gestellt werden müsse. Hier sei man auf einem guten Weg, ein Trainerteam zu installieren, dass den VC Eltmann auch im Nachwuchsbereich in Richtung nationale Spitze führt. "Aber auch dafür brauchen wir eine gesunde Basis".

    Warten auf den Sponsor

    Womit wir beim Geld angelangt wären. Ohne die nötigen Euros aus dem Sponsorentopf sind sämtliche Pläne der Eltmanner Volleyballer Makulatur. Nur wenn Geldgeber und Verein eine mittlere sechsstellige Summe aufbringen, kann das Projekt Erste Bundesliga überhaupt angegangen werden. Und solange da nichts unterschrieben und in trockenen Tüchern ist, will Donat über etwaige Personalien lieber wenig bis gar nicht reden.

    Bis zum 1. April sollte das Finanzielle geregelt sein, denn bis dahin muss die Lizenz für die Erste Liga beim Deutschen Volleyball-Verband beantragt sein. "Es zieht sich wie ein Kaugummi", klingt Eltmanns Manager Rolf Werner schon ein wenig genervt, wird er nach den Stand der Dinge gefragt. Werner will nach wie vor keinerlei finanzielles Wagnis eingehen. Sollte es in den kommenden zwei Wochen also kein positives Ergebnis in den Gesprächen mit den Geldgebern - in erster Linie mit Hauptsponsor Heitec - geben, würde Werner die Aufstiegspläne für ein weiteres Jahr in die Schublade verfrachten. "Ich bin aber zuversichtlich, dass wir das hinkriegen. Heitec will mit uns in die Erste Liga", glaubt Werner fest an einen zeitnahen und konstruktiven Termin am Firmensitz des Namensgebers in Erlangen.

    Gespräche im Hintergrund

    Jubel vor großer Kulisse: Der Test in Bamberg machte die Eltmanner Bemühungen weithin bekannt. Foto: Matthias Lewin

    Hinter den Kulissen gibt es indes schon zahlreiche Gespräche zwischen der sportlichen Führung der Eltmanner und potenziellen Neuzugängen. "Natürlich habe ich einige Spieler im Kopf. Aber die lassen sich auch noch im August verpflichten", will Trainer Donat nicht in Hektik verfallen. Erst einmal ist der Verein gefordert, seine Hausaufgaben zu machen, das finanzielle Rüstzeug für den Aufstieg zu besorgen und dann zeitnah die geplante GmbH für den sportlichen Betrieb zu installieren. Und erst dann könne man sich konkret um eventuelle Neuzugänge bemühen. 

    Bis dahin heißt es: Die drei noch ausstehenden Partien gegen Karlsruhe, Schwaig und in Freiburg gewinnen. Damit wäre zumindest die erste Etappe erreicht: Die Meisterschaft in der Zweiten Bundesliga. 

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