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    FUSSBALL: BAYERNLIGA NORD

    Die letzten Wochen machen Mut

    Joe Bechmann, Kevin Steinmann und Marcus Geier (von links) schauen nach einem der bisherigen 43 Gegentreffer bedröppelt, während die Gegner jubeln. Erst in den letzten Wochen vor der Winterpause wurde dieses Bild seltener, die Sander Defensive stabilisierte sich. Foto: Ralf Naumann

    Nach der Hinrunde war der FC Sand von vielen schon abgeschrieben. „Vor kurzem hätte keiner einen Pfifferling auf uns gegeben“, bringt es Keeper Markus Geier auf den Punkt. Doch was dann folgte, brachte die Fans der Schlereth-Elf in Gefühlswallungen. In fünf Partien fuhren die Sander zehn Punkte ein und platzierten sich in der Rückrundentabelle auf Rang fünf.

    Mit Julian Klauer und Dominik Schmitt zog wieder mehr Stabilität ein. Die ohnehin ordentliche Defensivarbeit wurde nun zu einem wichtigen Erfolgsfaktor: Fünf Gegentore in fünf Spielen – im Vergleich zur direkten Konkurrenz im Tabellenkeller war das grandios.

    Bereits am 12. Spieltag stieß zudem Abwehrhüne Johannes Bechmann wieder in das Mannschaftsgefüge, zusammen mit André Karmann sorgte er führt Ordnung in der Viererkette. „Die beiden bilden ein Innenverteidigerduo, das jeder Torwart gerne vor sich hat“, so Geier.

    Endlich mehr Tore

    Nur mit den Toreschießen wollte es nicht so richtig klappen. Neuzugang Philipp Markof verletzte sich frühzeitig am Meniskus. Zu bald wieder auf dem Platz, fiel der Angreifer danach länger aus. Dafür konnte aber ein anderer Neuzugang glänzen: Shaban Rugovaj feierte am neunten Spieltag gegen Bamberg sein Debüt und traf gleich zum Einstieg. Von seinen Qualitäten profitieren vor allem seine Mitspieler. Der Kosovare versucht sich immer anspielbar zu zeigen, kann auch mal Bälle halten und zielgenaue Pässe in die Schnittstellen legen. Wenn es selbst treffen soll, braucht er allerdings schnelle und präzise Steilpässe – ein Mittel, das die Sander in der Hinrunde zu selten angewendet hatten. In der Rückrunde änderte sich das. Postwendend traf der 22-Jährige.

    Ein alter Hase blüht auf

    Torschützen benötigen jedoch auch brillante Vorlagengeber. Allen voran beeindruckte Thorsten Schlereth. Der 35-Jährige hat schon einige Jahre auf dem Buckel, dennoch bringt er seine Gegner auf der linken Außenbahn regelmäßig durch seinen immer noch außergewöhnlichen Antritt zur Verzweiflung. Die Partie in Abtswind war dabei mustergültig: Schlereth hängte seinen Gegenspieler immer wieder ab, dribbelte bis zur Grundlinie und legte präzise Pässe zurück in die Mitte. Selbst traf er bislang ebenfalls zweimal.

    Doch eines wurde in der Partie gegen Erlangen vor der Winterpause klar: Wenn wichtige Säulen des Teams fehlen, läuft nur wenig bei den Sandern. So standen Sven Wieczorek, André Karmann und Johannes Bechmann gegen die Brucker nicht zur Verfügung – sofort riss die Serie nach zuvor vier Spielen ohne Niederlage.

    Barfuß zufrieden

    Sportleiter Erich Barfuß zeigt sich dennoch aufgrund der bisherigen Rückrunde zufrieden: „Mein Fazit zum jetzigen Zeitpunkt ist äußerst positiv, denn wir haben eigentlich schon mehr erreicht als wir zu Rundenbeginn hoffen durften“, so Barfuß. „Wir haben 20 Punkte, wobei wir in den fünf Rückrundenspielen soviel geholt haben, wie in der kompletten Vorrunde. Das zeigt eine positive Entwicklung.“

    Für den Sportleiter spielt Dieter Schlereth und sein Umgang mit jungen Spielern eine enorme Rolle: „Dem Trainer ist es gelungen, Spieler, wie Kevin Steinmann weiterzuentwickeln oder wie bei Sven Wieczorek auch zu alter Stärke zurückzuführen. Außerdem hat er neue Spieler integrieren können, wie Simon Flachsenberger, Julian Klauer oder auch Philipp Markof, der sich dann leider schwer verletzt hat. Dies alles sind Punkte, die uns zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind.“

    Der Glaube ist vorhanden

    Ähnlich sieht es Markus Geier, den man wohl als einen der großen Gewinner unter Dieter Schlereth bezeichnen kann. Letzte Saison noch in der A-Klasse im Dress von Kirchlauter, erkämpfte sich Geier den Stammplatz zwischen den Pfosten und setzte sich gegen Stefan Klemm durch. „Wir haben eigentlich immer an uns geglaubt und im Training alles gegeben. Auch unser Zusammenhalt war extrem gut. Wir haben auch neben dem Fußball viel miteinander unternommen. Da war es nur eine Frage der Zeit, bis wir die Punkte einfahren“, so Geier.

    „Ein Grund, warum ich mich verbessert habe, war auch das Training unseres Coaches Dieter Schlereth und gerade unseres Torwarttrainers, Bernhard Leuner. Auch, dass wir so gut wie immer zu dritt beim Torwart-Training waren, verbessert einen.“ Mit seinen Torwartkollegen versteht sich Geier prima: „Mit Stefan Klemm und Felix Schneider habe ich ein super Verhältnis. Von Stefan, der mehr Erfahrung hat, konnte ich viel lernen. Er stand immer mit einem guten Tipp parat.“ Dieser Zusammenhalt sei für den Erfolgs des gesamten Teams entscheidend: „Aus diesem Grund bin ich auch überzeugt, dass wir die Klasse halten.“

    Das Rezept für den Klassenerhalt

    Wie bereits in der vorangegangenen Spielzeit ist die mangelnde Torgefahr das größte Manko des FC Sand. Die Taktik, den Gegner kommen zu lassen, tief zu stehen und im entscheidenden Moment einen Konter zu fahren, war zum Saisonstart verständlich – der daraus resultierende Erfolg allerdings mäßig. In Bestbesetzung und mit risikofreudigem Offensivfußball können die Sander einiges reißen. Das haben sie in den Partien vor der Winterpause gezeigt.

    Weniger Abwarten, mehr Risiko lautet daher die Devise. Enorm wichtig wird auch sein, dass die Sander ihren Siegeswillen beibehalten, auch wenn es wieder zu Verletzungen und Ausfälle kommen sollte. Dabei wird es auf junge Spieler ankommen. Simon Flachsenberger ist das beste Beispiel, dass auch unerfahrene Akteure Verantwortung übernehmen können. Wenn André Schmitt und Philipp Markof wieder zurückkehren, wird das Team von Dieter Schlereth weiter an Stabilität gewinnen. Die Chance auf den Klassenerhalt ist definitiv gegeben, für einen Relegationsplatz sollte es auf jeden Fall reichen.

    Felix Schwarz

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